Elektromobilität
Ludwigsburg | 30. Juni 2017

Region fördert Bau von Ladesäulen

Die Region Stuttgart will ihre Vorreiterrolle im Bereich Elektromobilität weiter ausbauen. Eine Studie liefert jetzt Impulse für ein flächendeckendes Netz an Schnellladesäulen und soll Kommunen sowie private Investoren beim Bau der Infrastruktur unterstützen.

Elektromobilität fristet in Deutschland immer noch ein Nischendasein. Die Region Stuttgart will jetzt den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur vorantreiben.Archivfoto: Jan Woitas/dpa
Elektromobilität fristet in Deutschland immer noch ein Nischendasein. Die Region Stuttgart will jetzt den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur vorantreiben.Archivfoto: Jan Woitas/dpa

Eine auf den ersten Blick durchaus beeindruckende Zahl nannte Regionaldirektorin Nicola Schelling am Mittwochnachmittag im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung der Regionalversammlung. Demnach sind sieben Prozent aller in Deutschland zugelassenen Elektrofahrzeuge in der Region Stuttgart unterwegs.

Allerdings relativiert sich diese Zahl schnell, wenn man hinzufügt, dass im gesamten Bundesgebiet derzeit gerade mal rund 34 000 reine Elektro-Pkws zugelassen sind. Der Vormarsch der Elektromobilität vollzieht sich hierzulande im Schneckentempo – nicht zuletzt deshalb, weil es noch immer keine flächendeckende Ladeinfrastruktur gibt. „Wir brauchen ein dichtes und verlässliches Netz“, betonte denn auch Regionaldirektorin Schelling.

Mit dem in der Ausschusssitzung erstmals vorgestellten „Masterplan Schnellladeinfrastruktur“ will der Verband Region Stuttgart (VRS) den Netzausbau jetzt vorantreiben, die Studie soll Kommunen sowie privaten Investoren wichtige Basisdaten beim Bau von Schnellladesäulen liefern (siehe Factbox).

In die Standortfindung sollen neben der bereits bestehenden Ladeinfrastruktur unter anderem Lagen einbezogen werden, die der VRS neudeutsch als „Points of Interest“ bezeichnet, also beispielsweise Einkaufszentren oder Museen. Säulen auf Bahnhofsplätzen jedenfalls seien wenig zielführend, meinte Regionalrat Andreas Hesky (Freie Wähler), „diese Plätze braucht man für die Nahverkehrsnutzer. Man sollte die Infrastruktur eher auf Supermarktplätze bringen“. Beim Thema Elektromobilität „stehen wir noch immer am Anfang“, so Hesky weiter. „Wir müssen Vorurteile abbauen.“

Ulrich Deuschle (Innovative Politik/Republikaner) zeigte sich trotz der proklamierten Vorreiterrolle der Region skeptisch. „Wir bejubeln die offiziellen Zahlen, aber der Verbrennungsmotor wird noch lange dominieren.“

Hinderlich seien derzeit parallel nebeneinander existierende Bezahlsysteme für Ladevorgänge, meinte Peter Rauscher (Linke). „Zumindest in der Region Stuttgart muss das vereinheitlicht werden“.

Regionalrätin Irmela Neipp-Gereke (Grüne) begrüßte den Vorstoß der Region. An bestehenden Zapfstellen dauere das Aufladen einer Batterie häufig noch vier bis sechs Stunden. „Viele Bürger haben Interesse an Elektromobilität, lassen sich durch diese langen Ladezeiten aber abschrecken“, sagte Neipp-Gereke. „Die neuen Schnellladestationen könnten das ändern.“ Schnellladesäulen der aktuellen Generation bieten völlig neue Möglichkeiten: „In etwa zwei Jahren werden auch die heimischen Hersteller Elektrofahrzeuge mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern auf den Markt bringen“, so Regionaldirektorin Schelling. „An Schnellladesäulen kann man seine Batterie dann in einer Viertelstunde für eine Reichweite von 100 Kilometern aufladen.“

Das Thema Elektromobilität stehe und falle mit dem Ausbau der Infrastruktur, betonte Sozialdemokrat Thomas Leipnitz.

Es sei richtig gewesen, die Standortsuche auf wissenschaftlicher Ebene zu analysieren, lobte Christdemokrat Wolfgang Häfele. „Aber der Bau der Schnellladestationen ist keine Aufgabe der Region, sondern der Privatwirtschaft. Wir können nur begleiten und moderieren.“

Neben einer Infoveranstaltung für Kommunen will die Region den Ausbau der Infrastruktur jetzt auch vorantreiben, indem sie in Zusammenarbeit mit der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Möglichkeiten für Landesfördermittel auslotet.

 

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Frank Klein
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