Studium
Ludwigsburg | 11. Oktober 2018

Semesterstart an den Hochschulen

Neue Stadt, neues Leben, neues Semester. Zum Semesterbeginn in dieser Woche strömen fast 10 000 junge Menschen an die drei großen Ludwigsburger Hochschulen. Ein Start mit Herausforderungen, denn es gilt sich neu zu orientieren. Für die neuen Studierenden stellen sich Fragen, wie: Wo ist eigentlich das Seminar? Und, wie finde ich ein bezahlbares Zimmer?

Bei bestem Wetter beginnt diese Woche für viele Studenten das Studium an den Ludwigsburger Hochschulen. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Bei bestem Wetter beginnt diese Woche für viele Studenten das Studium an den Ludwigsburger Hochschulen. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Allein an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg beginnt für rund 1200 ein neues Studium. Für 860 Studenten, die mit einem Bachelorstudium beginnen, ist es wohl das erste Mal an einer Hochschule. Zur zentralen Begrüßung der neuen Studierenden am Montag sind fast 900 Erstsemester erschienen, berichtet Anne Nörthemann von der PH-Ludwigsburg. „Wir mussten die Begrüßung in zwei weitere Hörsäle übertragen“, sagt sie. So groß sei der Andrang gewesen.

Noch am frühen Nachmittag tummeln sich dutzende Studenten an den Ständen der verschiedenen Fachschaften und vor dem Büro der Studierendenvertretung Asta. Dort können die neuen Studenten alle die Fragen stellen, die sie zu Beginn ihrer akademischen Laufbahn haben. Häufig geht es um Organisatorisches, weiß die ehemalige Asta-Vorsitzende, Jennifer Haiges. Wie erstelle ich einen Stundenplan? Wo ist welches Gebäude? Bei welchen Dozenten sollen Kurse belegt werden, und bei welchen lieber nicht? Der Asta versucht auch bei der Wohnungssuche zu helfen. „Wir sammeln günstige Wohnungen von Privatpersonen, die etwas anbieten“, sagt Christine Friedl, Verwaltungsmitarbeiterin im Asta-Büro. Glücklicherweise gebe es noch Vermieter, die extra für Studenten günstige Wohnungen anbieten, erklärt sie. Denn aufgrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt im Südwesten sind viele Studenten auf der Suche nach einer passenden und auch bezahlbaren Bleibe. „Viele Studenten ziehen erstmal bei ihren Eltern ein“, berichtet Friedl.

So ist es auch bei Benedikt Ramsperger, der sein Studium in Englisch und Geschichte auf Lehramt beginnt. Er genießt zwischen den Einführungsveranstaltungen die warme Herbstsonne. Der 21-Jährige hat nach einem Zimmer gesucht, aber nichts gefunden. Gezwungenermaßen ist er wieder bei seinen Eltern in Großbottwar eingezogen. Bis zur PH braucht er 30 bis 40 Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. „Es gibt eigentlich kaum etwas in der Preisklasse, die für mich infrage kommt“, berichtet er über seine Wohnungssuche. Es sei absurd, dass man sich schon für ein Zimmer in einem Wohnheim bewerben müsse, bevor man überhaupt wisse, ob es überhaupt mit dem Studienplatz klappt.

Die Wartezeit für ein Zimmer in einem Studentenwohnheim des Studierendenwerks beträgt immerhin sechs bis acht Monate. Bei immer weiter steigenden Studierendenzahlen hinkt der Bau von bezahlbaren Unterkünften hinterher. Seit 2010 ist die Zahl der Studenten in Deutschland um etwa 28 Prozent gestiegen, wie aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW, siehe Kasten) hervorgeht. Die angehende Englisch- und Wirtschaftswissenschaftsstudentin Anna (23) hatte Glück. Sie hatte sich schon im Mai auf einen Wohnheimplatz beworben. Bekommen hat sie ihn dennoch nur durch Zufall. „Im Haus Athena ist jemand abgesprungen und ich bin nachgerückt“, sagt sie.

Um den Studenten ihre neue Stadt schmackhaft zu machen, kam auch Jürgen Schindler, Leiter der Bürgerdienste, am Montag in die Pädagogische Hochschule. Es ist das erste Mal, dass die Stadt alle Studenten begrüßt und nicht nur diejenigen die hier ihren Erstwohnsitz anmelden. „Es ist wichtig, dass die Studierenden wissen, in welcher Stadt sie studieren“, sagt Schindler. Denn viele von ihnen würden im Umland wohnen. Um den Start in Ludwigsburg zu erleichtern hat die Stadt an den beiden Begrüßungstagen ein mobiles Bürgerbüro eröffnet. Dort können die Studenten direkt an der Hochschule ihren Wohnsitz ummelden. Immerhin 28 Personen haben am Montag und Dienstag diese Gelegenheit genutzt und Ludwigsburg zu ihrem Erstwohnsitz gemacht.

Das mobile Bürgerbüro ist Teil der neuen Erstwohnsitzkampagne der Stadt, „Studierende Willkommen“. Wer sich ummeldet, bekommt ein Willkommenspaket, das ein Guthaben im Wert von 200 Euro beinhaltet und bei lokalen Geschäften eingelöst werden kann. Dazu kommen noch weitere Vergünstigungen. Auch die LKZ ist mit einem vierwöchigen kostenlosen Abo für Studenten dabei. Bisher gibt es die Gutscheine nur auf Papier, doch im Frühjahr soll das Angebot per Handy-App funktionieren. „Es war für uns wichtig, nicht einfach 200 Euro auszugeben“, sagt Schindler. „Wir versuchen, alle Studenten in die Stadt zu ziehen.“ Die können das Startguthaben sicher gut gebrauchen.

von Andreas Schmaltz
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