Kleiner Waffenschein
Kreis Ludwigsburg | 05. Februar 2018

Sicherheitsbedürfnis weiter hoch

Die Zahl der kleinen Waffenscheine ist im vergangenen Jahr gesunken. „Das Sicherheitsbedürfnis bleibt aber nach wie vor hoch“, heißt es von der Polizei.

Wie schon 2009 nach dem Amoklauf in Winnenden sind auch im vergangenen Jahr zahlreiche Waffen zurückgegeben worden. Archivfoto: Marijan Murat/dpa
Wie schon 2009 nach dem Amoklauf in Winnenden sind auch im vergangenen Jahr zahlreiche Waffen zurückgegeben worden. Archivfoto: Marijan Murat/dpa

Manchmal läuft ein Streit aus dem Ruder. Wenn dann auch noch Waffen im Spiel sind, kann es gefährlich werden. Zwei Beispiele aus dem vergangenen Jahr: Da hatte ein Waffenbesitzer mit Kleinem Waffenschein in einer Bar fremde Gäste nach Geld gefragt. Als er leer ausging, packte er seine Schreckschusswaffe aus und zeigte sie den Gästen. Die Polizei konnte der Situation schnell Herr werden.

Ähnlich brenzlig wurde es, als ein Mann sich in seiner Ruhe gestört fühlte. Dem Mann war eine türkische Hochzeit im benachbarten Hotel einfach zu laut. Er holte unvermittelt seine Schreckschusspistole hervor und bedrohte damit zwei Hochzeitsgäste. Die Situation ging allerdings auch hier glimpflich aus.

Bei etwa der Hälfte aller Straftaten bundesweit werden Schreckschusswaffen verwendet. Deshalb wurde mit der Änderung des Waffengesetzes 2003 der so genannte Kleine Waffenschein eingeführt. Es geht um Schreckschuss-, Reizstoff- und so genannte Signalwaffen (SRS-Waffen), wie sie oft auch an Silvester verwendet werden. Diese Waffen können weiterhin ab 18 Jahren frei erworben werden. Man benötigt auch keine Erlaubnis, um diese zu besitzen.

Für das Führen dieser Waffen außerhalb der Wohnung oder auch der eigenen Geschäftsräume ist der Kleine Waffenschein erforderlich. Führen bedeutet, das man sie in der Jackentasche, Handtasche, im Auto dabei hat - auch und gerade zur Selbstverteidigung.

Die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenscheinen ist weiterhin sehr hoch. Daran hat sich auch in 2017 nichts geändert, wenngleich die Spitzenzahl vom Vorjahr nicht mehr erreicht wird. Im Landkreis Ludwigsburg wurden 2017 589 kleine Waffenscheine erteilt. Im Jahr davor waren es 671 Stück.

Aber: 2015 wurden insgesamt nur 87 kleine Waffenscheine und in den Jahren davor sogar nur zwischen 40 und 60 dieser Lizenzen erteilt. In acht Fällen wurde die Erlaubnis zum Führen der Waffen im vergangenen Jahr aber auch widerrufen. Das kann dann passieren wie in unseren beiden Beispielen, von den Haltern eine Gefahr ausgeht.

„Das Sicherheitsbedürfnis hat sich deutlich erhöht“, heißt es von der Polizei im Kreis. Besonders das so genannte Pfefferspray wird häufig nachgefragt, „Es ist ein zweischneidiges Schwert“, meint aber Sprecher Peter Widenhorn. Denn die gewünschte Abschreckung könne sehr schnell auch ins Gegenteil umschlagen. Schon das Pfefferspray findet die Polizei bedenklich. Steht der Wind ungünstig, bekommt man die Ladung selbst ins Gesicht und setzt sich eigenhändig außer Gefecht.“

Die Zahl der Waffen im Kreis bleibt konstant knapp unter 14 000. Nach dem Amoklauf von Winnenden (März 2009) gab es eine Verschärfung des Waffengesetzes, insbesondere der Vorschriften über die Aufbewahrung. Daraufhin haben viele ihre Waffen zurückgegeben.

„Wir hatten Ende 2008 5191 Waffenbesitzer, Ende 2011 waren es nur noch 2508 Personen mit Waffenbesitzkarten. In dieser Zeit wurden rund 5300 Waffen beim Landratsamt zur Vernichtung abgegeben“, heißt es aus dem Landratsamt. Im vergangenen Jahr waren es zwölf Lang und Kurzwaffen, sowie 279 Stück Munition.

Stephan Wolf
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