Bietigheim-Bissingen | 03. Januar 2018

Silvesterknaller schuld an Emu-Tod?

„Emma“ vermutlich erschrocken und dadurch aus Gehege in Bietigheim-Bissingen geflüchtet

Müllermeister Jürgen Hübner mit dem Emu-Männchen „Eddi“. Foto: Alfred Drossel
Müllermeister Jürgen Hübner mit dem Emu-Männchen „Eddi“. Foto: Alfred Drossel

Die Emu-Dame „Emma“ lebte sieben Jahre in einem Gehege bei der Zimmerer Mettermühle – bis sie am Wochenende ausbrach. Beim Wiedereinfangen geriet sie offensichtlich in eine Stresssituation und starb an Herzversagen (wir berichteten). „Das ist ein Drama“, sagt Müllermeister Jürgen Hübner, der zwei dieser Vögel hatte. Er wollte eigentlich eine Zucht aufbauen. Doch bisher hat es nicht geklappt.

Der frühere Pächter des Hühnergartens bei der Mettermühle in Bietigheim-Bissingen hat vor sieben Jahren das Emu-Küken vom Marbacher Vogelmarkt mitgebracht. Damit „Emma“ nicht alleine ist, hat Hübner auf der Schwäbischen Alb einen Hahn gekauft und ihn „Eddi“ genannt. Die beiden seien gut miteinander ausgekommen, Probleme habe es nicht gegeben. Die Tiere will Hübner vor allem ihres Fleisches wegen züchten. Es schmecke wie Rindfleisch, in Australien sind Emu-Burger beliebt.

Dass Emu „Emma“ ausgebüxt ist, kann sich Jürgen Hübner nur so erklären, dass der Vogel durch einen vorzeitig abgefeuerten Silvesterknaller erschrocken ist, den Zaun umdrückte und darüber sprang. Er selbst war über den Jahreswechsel nicht zu Hause, stand aber mit der Polizei in telefonischem Kontakt.

„Emma“ sei handzahm gewesen. Emus könnten nicht beißen, hätten aber gewaltig große Krallen an den Füßen – das war auch der Grund für die Handverletzung einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Tierrettung Unterland, die mithelfen wollte, das Tier wieder einzufangen.

Emus sind die größte Vogelart der Fauna Australiens und nach dem afrikanischen Strauß der zweitgrößte Vertreter der Laufvögel. Strauße und Emus sind trotz des ähnlichen Erscheinungsbildes allerdings nicht näher miteinander verwandt.



Fangmethoden

Die Abschussgenehmigung für „Emma“ hat einige Menschen umgetrieben. Es gebe aber als Alternative nur wenige Tierärzte, die Betäubungspfeile einsetzen dürften, so Jan Franke von der Tierrettung Unterland, für die es der erste Emu-Einsatz war. Zudem erschwere es ein so dichtes Gefieder, dass die Pfeile steckenbleiben. (jsw)

Alfred Drossel
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