Anschlussunterbringung
Ludwigsburg | 05. Dezember 2017

Zwei Standorte sind wohl vom Tisch

Die geplanten Flüchtlingsunterkünfte auf dem Bolzplatz in Hoheneck und in der Südstadt finden kaum Unterstützung

Das Gebäude des DRK in der Alt-Württemberg-Allee ist noch bis Ende 2018 vermietet, danach zieht das Rote Kreuz aus (links). Der Modulbau Cube 11 (rechts) soll in weiteren Ausführungen eine Putzfassade erhalten, damit er nicht sofort als Flüchtlingsunterkunft erkennbar ist.Archivfotos: LKZ
Das Gebäude des DRK in der Alt-Württemberg-Allee ist noch bis Ende 2018 vermietet, danach zieht das Rote Kreuz aus (links). Der Modulbau Cube 11 (rechts) soll in weiteren Ausführungen eine Putzfassade erhalten, damit er nicht sofort als Flüchtlingsunterkunft erkennbar ist.Archivfotos: LKZ

Gemeinsam haben Stadtverwaltung und Stadträte am vergangenen Freitag das weitere Vorgehen beim Thema Flüchtlingsunterkünfte beraten. Wie berichtet muss Ludwigsburg im kommenden Jahr mindestens 600 Plätze für Menschen schaffen, die als Flüchtlinge anerkannt oder geduldet werden. In einem ersten Vorstoß wollte die Verwaltung noch im November schnell vier große Unterkünfte politisch durchdrücken. Der Protest vonseiten der betroffenen Anwohner, aber auch aus den Reihen der Kommunalpolitik war gewaltig.

Am Freitag sei es dagegen sehr gesittet zugegangen, so Informationen unserer Zeitung über das Treffen, das hinter verschlossenen Türen stattgefunden hat. Die Verwaltung habe eingesehen, dass es bei diesem sensiblen Thema nicht ohne eine intensive Einbindung der betroffenen Bürger gehe.

Konkret ging es bei dem Treffen auch um die vier von der Stadt bereits vorgeschlagenen Standorte. Ganz vom Tisch scheint mittlerweile der Standort in der Hohenecker Hartstraße zu sein. Der Bolzplatz dort soll erhalten bleiben. In Hohen- eck wird nach einem anderen Standort gesucht.

Auch der Standort in der Wohnanlage Stuttgarter Straße/Jägerstraße ist nach Informationen unserer Zeitung zumindest für eine größere Flüchtlingsunterkunft vom Tisch. Gestern Abend fand für die Anwohner eine Informationsveranstaltung in der Südstadt statt. Dabei wurde auch über die Zukunft des Viertels und eine mögliche Verdichtung gesprochen (Meldung rechts).

Überaus umstritten ist weiterhin der geplante Standort einer Flüchtlingsunterkunft in Pflugfelden. Dort hatte die Verwaltung in ihren Plänen vom November eine Unterkunft für 60 Flüchtlinge vorgesehen. Dafür müsste ein kleiner Wald abgeholzt werden.

Unumstritten ist dagegen der Modulbau an der Schlieffenstraße in der Weststadt. Die Stadt hatte einen Bau für 120 Flüchtlinge vorgeschlagen. Das ist einigen aber zu viel. Daher könnte der Standort auch nur für 60 Menschen gebaut werden.

Daneben hat es bei dem Treffen nach unseren Informationen auch eine ganze Reihe von zusätzlichen Anregungen an die Stadtverwaltung gegeben. So sollen die Bestandsgebäude nochmals genau überprüft werden und auch mit den Kirchen soll erneut das Gespräch gesucht werden. Das Rote-Kreuz-Gebäude in der Alt-Württemberg-Allee (Foto oben) können sich einige als Unterkunft für die Anschlussunterbringung vorstellen. Die Stadt will den Vorschlag prüfen. Die Jägerhofkaserne selbst wird aufgrund ihres schlechten Zustands von der Verwaltung als Unterkunft vehement abgelehnt.

Klar ist damit, dass in diesem Jahr nicht mehr über die Flüchtlingsunterkünfte abgestimmt werden kann. Das hatte Oberbürgermeister Werner Spec in der vergangenen Woche schon angekündigt. Am morgigen Mittwoch steht das Thema trotzdem in einer gemeinsamen Sitzung von Sozial- und Bauausschuss auf dem Programm. Wie unsere Zeitung erfahren hat, wollen die Fraktionen dabei nur kurze Statements zum Thema abgeben, dann soll über den weiteren Fahrplan und das Vorgehen bei der Suche nach geeigneten Flächen beraten werden. Die Stadtverwaltung hat jedenfalls den Auftrag, nach weiteren potenziellen Bauplätzen und Bestandsgebäuden zu suchen – darunter speziell in Oßweil und in Poppenweiler.

Darüber hinaus wurde am Freitag in weiteren Punkten eine Einigkeit erzielt: Künftig sollen auch in Neubaugebieten Flüchtlingsunterkünfte eingeplant werden. Den Anfang könnten die Gebiete Schauinsland und Fuchshof machen.

Außerdem sollen die Unterkünfte in Zukunft eine Putzfassade erhalten. Der von Stadt und Wohnungsbau verwendete Modulbau mit dem Namen Cube 11 (Foto oben) wird seine Holzfassade also verlieren. Dadurch soll verhindert werden, dass die Bauten sofort als Flüchtlingsunterkünfte erkannt werden.

Christian Walf
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