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Baumfällung

14 Robinien kurzerhand abgezwickt

Weil sie offenbar kaputte Wurzeln hatten und von Pilzen befallen waren, sind am Donnerstag entlang der Friedrichstraße in Ludwigsburg mehrere Bäume gefällt worden.

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Keine schweißtreibende Arbeit mehr: Der Bagger zwickt die Bäume mit seinem Greifer einfach ab.Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Ludwigsburgs Alleen haben eine Lücke mehr. An der Friedrichstraße zwischen der Einmündung Oststraße und der Araltankstelle sind gestern 14 Robinien gefällt worden. Wobei – mit dem herkömmlich bekannten Fällen haben die heutigen technischen Möglichkeiten nicht mehr viel zu tun. Der Stamm der Bäume wurde von einem Greifarm kurz über dem Boden abgezwickt, das Zerlegen und Aufladen des Holzes dauerte nur wenige Minuten.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung hat ein externer Baumbegutachter bei seinen regelmäßig stattfindenden Kontrollen festgestellt, dass die Bäume nicht mehr sicher stehen und damit eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer sind.

Schuld ist laut des Experten starker Pilzbefall. Die Wurzeln der Bäume seien bereits stark angegriffen gewesen. Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass es immer entscheidender wird, für bestimmte Standorte in der Stadt auch die richtigen Baumsorten zu finden. Entlang der Friedrichstraße waren erst vor drei Jahren 13 Robinien eingepflanzt worden. Zwar beteuert die Stadtverwaltung, dass die gestern gefällten Bäume alle zwischen 25 und 30 Jahren alt waren. Offenbar ist der Standort an der extrem stark befahrenen Friedrichstraße aber falsch für Robinien.

Welche Bäume im Herbst oder Winter nachgepflanzt werden, ist nach Auskunft der Presseabteilung der Stadt noch nicht entschieden. Man wolle sich aber genau überlegen, welche Sorten für den Bereich geeignet sind.

Robinien mussten in den vergangenen Jahren übrigens immer wieder gefällt werden. Etwa im vergangenen Jahr an der B 27 oder 2014 auf dem Synagogenplatz. Dort waren von ursprünglich zehn Bäumen, acht im Laufe der Jahre abgestorben oder beinahe eingegangen und mussten gefällt werden.

Die Stadtverwaltung hat bereits eine Liste mit Straßenbäumen erarbeitet, die im Zuge des Klimawandels weiterhin gepflanzt werden können. Neben Verkehr, Streusalz und Schädlingen setzen nämlich auch die veränderten Wetterbedingungen den Bäumen immer stärker zu. Dieser Sommer ist der beste Beweis, dass Bäume im Straßenraum künftig auch extrem viel Sonne, Hitze und Wassermangel überstehen müssen. (wa)