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Polizei ermittelt
15 große Bäume in der Ludwigsburger Talallee illegal gefällt

Von den 15 großen Bäumen am Bahndamm in der Talallee sind nur noch Stümpfe übrig. Foto: Ramona Theiss
Von den 15 großen Bäumen am Bahndamm in der Talallee sind nur noch Stümpfe übrig. Foto: Ramona Theiss
Von den 15 großen Bäumen am Bahndamm in der Talallee sind nur noch Stümpfe übrig. Foto: Ramona Theiss
Von den 15 großen Bäumen am Bahndamm in der Talallee sind nur noch Stümpfe übrig. Foto: Ramona Theiss
In der Weststadt sind bereits Anfang des Jahres 15 Bäume ohne Erlaubnis gefällt worden. Die Polizei hat einen Verdächtigen ermittelt. Ihm drohen Tausende Euro Strafe.

Ludwigsburg. In ihrem unteren Bereich verläuft die Talallee parallel zu dem Gleis, das den Ludwigsburger Bahnhof mit Markgröningen verbindet. Die Schienen liegen dort erhöht an einem Bahndamm, an dessen Hang Bäume und Sträucher wachsen.

Bereits im Januar hat sich eine Leserin darüber beschwert, dass an dem Hang, der der Bahn gehört, auf einer Länge von 30 Metern sämtliche großen Bäume gefällt wurden. „Jeder Baum im Stadtgebiet ist wertvoll für uns Bürger. Der Hang ist jetzt vollkommen kahl. Wer hat diese Zerstörung genehmigt?“, so die Anwohnerin in einer Nachricht an unsere Zeitung. Rauszubekommen, was in der Talallee vorgefallen ist, war aber alles andere als leicht.

Die Stadtverwaltung Ludwigsburg wusste von dem Kahlschlag zunächst nichts, bekam dann aber nach mehreren Wochen von der Bahn die Information, dass das Unternehmen als Eigentümerin des Grundstücks nicht den Auftrag zum Fällen der Bäume gegeben hat. Daher wurde Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Davon war der Ludwigsburger Polizei bei einer Anfrage im April aber nichts bekannt. Ein Sprecher der Bahn konnte unserer Zeitung – ebenfalls im April – lediglich bestätigen, dass das Unternehmen nicht Auftraggeber der Fällarbeiten gewesen ist und daher Anzeige erstattet hat.

Die Deutsche Bahn hat Anzeige erstattet

Mittlerweile scheint sich die Sache aber aufgeklärt zu haben. Die Presseabteilung der Ludwigsburger Polizei ist nun doch auf eine entsprechende Anzeige der Bahn gestoßen. Die stammt vom 15. Februar und wurde auch schon abgearbeitet. Ermittelt wurde wegen Sachbeschädigung. Kurios an dem Fall: Bereits am 22. Januar wurde wegen der Fällarbeiten die Polizei gerufen. „Das Polizeirevier Ludwigsburg überprüfte die Arbeiten damals vor Ort und stellte fest, dass diese rechtmäßig durchgeführt wurden“, heißt es bei der Polizei. Offenbar wurden im Nachgang dann aber noch etliche weitere Bäume abgesägt.

Lesen Sie hier: In Ludwigsburg gilt ein besonderer Schutz für Bäume

Die Polizei wird den Fall in den nächsten Tagen an die Staatsanwaltschaft in Stuttgart weiterleiten. Als Tatverdächtiger steht laut Polizei der Inhaber einer Firma im Fokus, deren Grundstück an den Hang zu den Bahngleisen grenzt. Allein für die „Sachbeschädigung“ – also das illegale Fällen der Bäume – drohen ihm mehrere Tausend Euro Strafe. Doch damit nicht genug. Sollte sich noch klären lassen, welche Baumarten betroffen sind, könnte dem Verantwortlichen auch noch ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz nachgewiesen werden. Auch dafür muss man Strafe bezahlen.

Und zu guter Letzt verstößt die illegale Fällaktion wohl gegen die Baumschutzsatzung der Stadt Ludwigsburg. Die ist erst Ende vergangenen Jahres verabschiedet worden und schützt alle Bäume im Stadtgebiet, die am Boden einen Stammumfang von mehr als einem Meter haben – das dürfte auf viele der gefällten Bäume in der Talallee zutreffen.

Verstoß gegen Baumschutzsatzung?

Die Baumschutzsatzung erlaubt das Entfernen eines Baumes nur, wenn man einen guten Grund dafür hat (etwa Verschattung oder Neubau), und dann nur mit einer Genehmigung der Stadt. Laut Baumschutzsatzung droht eine Strafe von bis zu 50000 Euro, wenn man vorsätzlich oder fahrlässig gegen die Satzung verstößt. Hat die Stadtverwaltung schon ein Verfahren eingeleitet? „Wir sind hier noch in der Abstimmung. Da es sich um laufende Ermittlungen handelt, können wir zum aktuellen Zeitpunkt keine Aussagen treffen“, heißt es dazu auf Nachfrage.