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2G plus in der Gastronomie: Das sagen die Wirte in Ludwigsburg

Ab Samstag müssen in Baden-Württemberg auch Geimpfte und Genesene einen negativen Schnelltest vorweisen, wenn sie ins Restaurant möchten. Ungeimpfte erhalten keinen Zutritt mehr. Foto: dpa
Ab Samstag müssen in Baden-Württemberg auch Geimpfte und Genesene einen negativen Schnelltest vorweisen, wenn sie ins Restaurant möchten. Ungeimpfte erhalten keinen Zutritt mehr. Foto: dpa

Ludwigsburg. Baden-Württemberg verschärft erneut die Corona-Regeln: Ab Samstag dürfen auch Geimpfte und Genesene nur noch im Restaurant essen, wenn sie sich vorher testen lassen. Die Gastronomen in Ludwigsburg sprechen von ein „Lockdown light“, der Branchenverband Dehoga von einem „Lockdown durch die Hintertür“.

„Das ist katastrophal!“, sagt Jörg Adamek vom Ludwigsburger Café Mohrenköpfle. „Das ist ja wie ein Lockdown.“ Bereits die bis dato geltende 2G-Regelung habe ihm Umsatzeinbußen von geschätzt 20 Prozent beschert. Aber wenn er an das bevorstehende Wochenende denkt, sieht er schwarz: „Die Leute gehen spazieren und dann spontan einen Kaffee trinken. Da lässt sich doch keiner vorher testen.“

In der Gutsschenke des Schlosshotels Monrepos geht Direktor Felix Sommerrock davon aus, dass die Buchungen einbrechen. Schon jetzt sind es meist nur Pärchen, maximal vier Personen pro Reservierung. Größere Tische werden gar nicht angefragt, Weihnachtsfeiern wurden bereits Mitte November storniert. „Wir werden aber auf jeden Fall das Restaurant offen lassen, das sind wir unseren Gästen und unseren Mitarbeitern schuldig.“ Wirtschaftlich könne man so nicht mehr arbeiten, sagt er. „Aber wir können unsere Mitarbeiter auch kein zweites Mal in die Kurzarbeit schicken, dann haben wir im nächsten Sommer gar kein Personal mehr“, so Sommerrock.

Noch ist nicht bekannt, ob die Gastronomie-Betriebe selbst die geforderten Schnelltests bei den Gästen durchführen dürfen. Sowohl am Monrepos als auch bei Peter Buhl in der Post Cantz ist man entsprechend ausgebildet. „Es stellt sich aber auch die Frage, ob sich die Gäste testen lassen wollen.“ Zur Not müsse man wieder umstellen auf Abholservice.

Auch Christoph Rieger vom Gasthaus Allgäu würde wieder Außer-Haus-Verkauf anbieten. Aber kostendeckend sei das nicht. „Dann sollte man lieber für zwei Wochen komplett schließen“, ärgert er sich.

Auch die Kurfristigkeit dieser Verordnung stößt den Gastronomen bitter auf. Noch nicht einmal 24 Sunden Vorlauf habe man, sagt Christian Ottenbacher vom Adler Asperg, der von der neuen Regelung durch einen Anruf eines Kollegen erfahren hatte. Überhaupt hält er 2G plus in der Gastronomie für „völlig übertrieben.“

Der baden-württembergische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht in der ab Samstag geplanten 2G- plus-Regelung einen „Lockdown durch die Hintertür“. Landeschef Fritz Engelhardt sagte, spontane Gasthaushausbesuche seien unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich, zumal es fast überall im Land an einer ausreichenden Testinfrastruktur fehle. Die Regelung sei außerdem unverhältnismäßig. „Unsere Branche ist zu keinem Zeitpunkt Pandemietreiber gewesen. Sichere Gasthausbesuche sind - zumal unter 2G-Bedingungen - problemlos möglich.“