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Polizei
79-Jähriger am helllichten Tag in der Ludwigsburger Oststadt umgebracht

Tatort mitten auf dem Gehweg: Die Spurensicherung ist vor Ort und begutachtet den Tatort. Fotos: Karsten Schmalz/Hans-Peter Jans
Tatort mitten auf dem Gehweg: Die Spurensicherung ist vor Ort und begutachtet den Tatort. Fotos: Karsten Schmalz/Hans-Peter Jans
Die Spurensicherung ist in Ludwigsburg in der Danziger Straße vor Ort und begutachtet den Tatort. Foto: Karsten Schmalz
Die Spurensicherung ist in Ludwigsburg in der Danziger Straße vor Ort und begutachtet den Tatort. Foto: Karsten Schmalz
Mehrere Streifen sind vor Ort, auch der Polizeihubschrauber ist im Einsatz.
Mehrere Streifen sind vor Ort, auch der Polizeihubschrauber ist im Einsatz.
Noch immer fahndet die Polizei mit zahlreichen Einsatzkräften nach einem Täter, der am Dienstag einen Mann in der Ludwigsburger Oststadt umgebracht hat. Der 79-Jährige erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Ludwigsburg. Der Bereich des Tatorts in der Danziger Straße, kurz hinter einer Pizzeria, ist komplett abgeriegelt. Die Polizei vor Ort, die mit mehreren Einsatzfahrzeugen die Straße abgesperrt hat, lässt niemand durch. Nur ein Mann, der dringend zu seiner Wohnung muss, wird über die Straße geleitet. Dahinter, kaum 50 Schritte entfernt, ist die Spurensicherung zu Gange, die abgeschirmt von den Schaulustigen die Untersuchungen vornimmt.

Auch im Umfeld der Straße sind Kripo-Beamte zugange, die bei Wohnblocks in die Höfe gehen, sich umsehen. Dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt, steht fest, nähere Umstände sind noch unklar.

Wie die Polizei mitteilt, wurde sie gegen 14.14 Uhr über den Fund einer Leiche in der Danziger Straße informiert. Der 79-Jährige war jedoch schwer verletzt, weshalb er sofort vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht wurde. Dort erlag er seinen Verletzungen. Nach Aussage von Zeugen könnte es sich um Stichverletzungen gehandelt haben. Die Polizei macht dazu noch keine Angaben.

Trotz einer breit angelegten Fahndung ist der Täter noch auf freiem Fuß. Auch der Einsatz eines Polizeihubschraubers führte bis Dienstagabend nicht zum Erfolg. Bislang konnte er noch nicht gefasst werden, teilt die Polizei mit. Die Kriminalpolizei ist auf Hinweise angewiesen, diese können unter der Telefonnummer 0800-1100225 gemeldet werden.

Zeugen berichten von dramatischen Szenen

Noch am frühen Abend, vier Stunden nachdem der Mann auf offener Straße getötet worden ist, ist der Bereich rund um den Tatort in der Danziger Straße großzügig abgesperrt. Erst nachdem die Feuerwehr den Gehweg gereinigt hat, wird das Flatterband entfernt. Die Polizeipräsenz ist unübersehbar.

Dramatische Szenen müssen sich unmittelbar nach der Tat abgespielt haben, wie ein junger Mann berichtet, der in einem nahe gelegenen Geschäft arbeitet: „Eine Frau mit Kind kam panisch in unseren Laden gelaufen und sagte uns, dass wir die Tür von innen abschließen sollen“. Sein Kollege und er hätten kaum glauben wollen, als sie ihnen von dem niedergestochenen Mann erzählte und sagte, dass der Täter noch vor Ort sei.

Täter mit Handy gefilmt

Ihrer Aufforderung, den Flüchtigen mit dem Handy zu filmen, kam der junge Mann geistesgegenwärtig nach. Die Aufnahme hat er inzwischen der Polizei zur Verfügung gestellt. Sein Kollege und er beschreiben den Mann, der geflüchtet ist, als etwa 40-jährig und übergewichtig. Außerdem trug er einen großen Rucksack. „Er ging schnell die Straße hinunter“, zeigt der Augenzeuge auf die Danziger Straße in Richtung Bebenhäuser Straße.

Wurde er hinterrücks erstochen?

Zum Laufen sei er wohl zu dick. Zunächst habe er nicht glauben wollen, was die Frau, die in seinem Laden Schutz suchte, ihm erzählte. „Ich bin zur Straßenecke gelaufen und habe nachgeschaut“, so der 23-Jährige. Auf dem Bürgersteig habe er schließlich den Mann auf dem Boden liegen sehen. Es habe so ausgesehen, als sei dieser hinterrücks erstochen worden. „Das ist schon krass“, beschreibt der 23-Jährige seine Gefühlslage. So etwas habe er noch nie vorher erlebt. Auch seinem Kollegen ist die Betroffenheit deutlich anzusehen. Wie sie das Erlebte verarbeiten wollen? „Am besten gar nicht darüber nachdenken“, so der junge Mann.