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Abgeordnete Sandra Detzer gibt Grünen-Landesvorsitz ab

Sandra Detzer, Grünen-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Ludwigsburg, wird im Dezember ihr Amt als Landesvorsitzende der Partei abgeben. Das kündigte sie im Gespräch mit unserer Zeitung an.

Sandra Detzer. Foto: Andreas Becker
Sandra Detzer. Foto: Andreas Becker

Stadt Ludwigsburg. Abgesehen davon, dass die „zwei Fulltimejobs“ – Abgeordnete und Landesvorsitzende –, laut Detzer, nicht parallel zu stemmen seien, ist der zentrale Grund für diesen Schritt die bei den Grünen nach wie vor geltende Trennung von Amt und Mandat. Sie ist seit 1980 in der Satzung der Partei festgeschrieben und soll eine zu große Machtfülle verhindern. Weil auch Detzers Co-Vorsitzender Oliver Hildenbrand inzwischen Mandatsträger ist – er wurde im März für den Wahlkreis StuttgartIII in den baden-württembergischen Landtag gewählt – wird es bei den Grünen auf Landesebene im Dezember zu einer Neubesetzung dieser Spitzenposition kommen.

Doch die Landespolitik steht inzwischen schon nicht mehr im Fokus der 41-Jährigen. Neben der Einarbeitung in Berlin verwendet Sandra Detzer aktuell Zeit und Engagement darauf, die Grünen und ihre Mandatsträger in Ludwigsburg „sichtbar“ zu machen. Konkret bedeutet dies, dass die Partei eine Immobilie in der Innenstadt sucht, die sowohl das Wahlkreisbüro von Sandra Detzer als auch das der Landtagsabgeordneten Silke Gericke beherbergen soll, ebenso wie die Geschäftsstelle des Kreisverbands. Von einem „grünen Haus“ spricht die 41-Jährige, das ein „Ort des Austauschs“ und eine Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger sein soll. „Das war auch eines meiner Wahlversprechen“, erinnert Detzer und sie hofft, dass sich bis Ende des Jahres passende Räumlichkeiten finden lassen.

Während sich die neue Bundestagsabgeordnete in Berlin weiterhin ein Büro mit ihrem Kollegen Marcel Emmerich teilt, will sie in den sitzungsfreien Wochen im Wahlkreis unterwegs sein, „die Stimmung hier aufnehmen und in meine Arbeit einfließen lassen. Das ist mein Job“, skizziert Sandra Detzer kurz und knapp ihre Agenda. Gespräche mit den Ortsvereinen und den dort aktiven Ehrenamtlichen, Antrittsbesuche bei den Bürgermeistern gehören dazu.

Ob die Spitzen von SPD, FDP und Grünen morgen den Einstieg in Koalitionsverhandlungen verkünden, weiß Detzer nach eigenem Bekunden nicht. Zwar werde die Bundestagsfraktion regelmäßig über den Stand der Sondierungen informiert, nicht aber über inhaltliche Details. Dass im Gegensatz zu den Gesprächen über eine Jamaika-Koalition 2017 bislang die zwischen den Partnern vereinbarte Vertraulichkeit gewahrt bleibt, hält sie für ein wichtiges und starkes Signal: „Es zeigt doch, dass wir mit großem Ernst etwas Neues wagen wollen.“

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