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Sommer in der Stadt
Aktionstag: Ludwigsburg sucht nach etwas Abkühlung

Mit Eis und einem kühlen Fußbad lässt es sich aushalten. Natürlich muss man bei Hitze viel Flüssigkeit zu sich nehmen, auch Schattenplätze sind gefragt. Fotos: Andreas Becker
Mit Eis und einem kühlen Fußbad lässt es sich aushalten. Natürlich muss man bei Hitze viel Flüssigkeit zu sich nehmen, auch Schattenplätze sind gefragt. Fotos: Andreas Becker
Mit Eis und einem kühlen Fußbad lässt es sich aushalten. Natürlich muss man bei Hitze viel Flüssigkeit zu sich nehmen, auch Schattenplätze sind gefragt. Fotos: Andreas Becker
Mit Eis und einem kühlen Fußbad lässt es sich aushalten. Natürlich muss man bei Hitze viel Flüssigkeit zu sich nehmen, auch Schattenplätze sind gefragt. Fotos: Andreas Becker
Mit Eis und einem kühlen Fußbad lässt es sich aushalten. Natürlich muss man bei Hitze viel Flüssigkeit zu sich nehmen, auch Schattenplätze sind gefragt. Fotos: Andreas Becker
Mit Eis und einem kühlen Fußbad lässt es sich aushalten. Natürlich muss man bei Hitze viel Flüssigkeit zu sich nehmen, auch Schattenplätze sind gefragt. Fotos: Andreas Becker
Auch die Ludwigsburger werden sich an Hitzewellen mit tagsüber 30 Grad und tropischen Nächten mit mehr als 20 Grad gewöhnen müssen. Mit der Aktion „Die Stadt kühlt sich ab“ zeigte das Team Klima und Energie der Stadt, wie man sich etwas Erleichterung verschaffen kann.

Ludwigsburg. Auf dem Rathaushof stehen Sonnenschirme und ist ein Segel gespannt. Bunte Gartenmöbel und Liegestühle laden zum Päuschen im Schatten auf dem Weg zu den Tiefgaragen ein. Ein paar Jungbäume im Kübel stehen vor dem Kulturzentrum Spalier. In den blauen Bademuscheln wird regelmäßig das Wasser getauscht, in denen Kleinkinder planschen oder über die Füße den Kreislauf kühlen. Ein Wasserzerstäuber vernebelt die flirrende Schwüle, dazu ein handelsüblicher Rasensprenger. Wer sich drunterstellt, fühlt sich kurz wie frisch geduscht.

Alles in allem nette Versuche, aber insgesamt mit mäßigem Erfrischungseffekt. Es sind im wahrsten Sinne Tropfen auf heißen Steinen. Insbesondere weil die fest installierten Sprudler, mit denen Kinder sonst großen Spaß haben, ausgerechnet am Samstag zumindest am Anfang der Aktion trocken bleiben.

Wasserspiele und mehr Begrünung nötig-

„Den Temperaturanstieg in den Städten zu bremsen ist eine ähnliche Herausforderung, wie klimaneutral zu werden“, sagte kürzlich ein Experte. Das bestätigt auch der Stand zum Zures-Projekt der Uni Stuttgart, die Ludwigsburg auf diesem Weg begleitet. Um dauerhafte Linderung zu schaffen, müssten schwerere Geschütze aufgefahren werden. Entsiegelung von Flächen zum Beispiel, Dach- und Fassadenbegrünung, künstliche Beschattung oder große Bäume mit großen Kronen. Bei der Bebauung müsse unbedingt mehr auf Kaltluftschneisen geachtet werden. Bei der Raumgestaltung sollte auf hellere Farbtöne gesetzt werden. Und: Es werden Wasserfontänen, die aber auch angestellt sein sollten, empfohlen.

Kühle Orte im Grünen sind in Ludwigsburg selten. Allen voran die Bärenwiese, gefolgt von Favoritepark und dem Märchengarten im Blühenden Barock werden genannt. Oder der Salonwald. Ansonsten stehen gerne Kirchen auf der Liste, in denen man sich auch Abkühlen könnte. Sonst ist die Stadt weitgehend großflächig zugepflastert und asphaltiert.

Dabei ist es erwiesen, dass Hitze krank machen kann. Das Herz-und-Kreislaufsystem oder die Atemwege werden belastet und die Leistungsfähigkeit wird reduziert. Insbesondere wenn der Körper auch nachts nicht abkühlen kann, weil sich die heiße Luft in der Umgebung und damit auch in den Schlafzimmern staut.

Salate auf den Speisezettel

Felix Lobedank von der AOK rät ausreichend und über den ganzen Tag verteilt, dem Organismus ausreichend Flüssigkeit zuzuführen. Minimum zwei Liter. „Nicht zu viel auf einmal, sonst werden nur wertvolle Mineralien ausgeschwemmt.“ Lieber jede Stunde regelmäßig ein Glas. Gerade Ältere würden das oft vergessen. Das kann dem Körper nicht nur durch Wasser gegeben werden, sondern auch durch Obst und Gemüse. Ein Apfel zum Bespiel besteht bis zu 80 Prozent aus Wasser, eine Salatgurke sogar aus 97 Prozent. Gerade im Sommer sollten deshalb Salate auf dem Speisezettel stehen.

Körperliche Aktivitäten sollte nicht ganz eingestellt, aber besser in die frühen Morgenstunden gelegt werden. Dazu sollte sie Kleidung luftig-leicht gewählt sein. Er verweist auf ausreichend Sonnenschutz, wie Kopfbedeckung und Lichtschutzfaktor.

Wie wohlschmeckend solche alkoholfreien Fruchtcocktails sind, davon konnten sich die Besucher an der Saftbar überzeugen. Das ist ein junges Ludwigsburger Start-Up von Sabine und Florian Goldschmidt, die Säfte aus frischem Obst oft in Kombination mit Gemüse und Gewürzen presst.

Einige Gäste der Aktion „Ludwigsburg kühlt sich ab“, an der sich auch ein paar Geschäfte der Stadt beteiligt hatten, lassen sich diese Idee wie auch das Ingwerwasser schmecken. Der Rathausplatz ist gut gefüllt. Es wird Zeitung gelesen, ein Schwätzchen gehalten. Ohne Schatten wäre diese Steinwüste völlig unbelebt. Aus einer Ecke schallt allerdings ein Hilferuf. Eine ältere Besucherin kommt aus eigener Kraft nicht mehr aus dem Liegestuhl hoch. „Kann mir irgendjemand hier raushelfen?“