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Krisenstab

Alle Großveranstaltungen abgesagt

Das wird ein trauriger Sommer: Der Krisenstab der Stadt hat gestern alle Großveranstaltungen bis 31. August abgesagt. Davon betroffen sind auch die Schlossfestspiele und die Venezianische Messe. „Das ist für Ludwigsburg alles sehr bitter“, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht.

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Das hat es noch nie gegeben: keine Venezianische Messe, keine Schlossfestspiele, kein Open-Air-Kino und keine Brautage. Bis mindestens zum 31. August fallen alle größeren Veranstaltungen in Ludwigsburg aus. Archivfotos: LKZ-Archiv
Das hat es noch nie gegeben: keine Venezianische Messe, keine Schlossfestspiele, kein Open-Air-Kino und keine Brautage. Bis mindestens zum 31. August fallen alle größeren Veranstaltungen in Ludwigsburg aus. Foto: LKZ-Archiv

Ludwigsburg. Die Absagewelle im Zuge der Coronakrise geht weiter. Jetzt ist klar, dass es im Frühjahr und Sommer wohl keine größeren Veranstaltungen in Ludwigsburg geben wird. Gestern wurden alle Veranstaltungen im Forum und der MHP-Arena bis zum 31. August abgesagt. Davon betroffen sind auch alle Konzerte und Veranstaltungen der Schlossfestspiele. Das Klassik-Open-Air am Monrepos, das eigentlich im Juni hätte stattfinden sollen, wurde bereits im Vorfeld der Sitzung auf nächstes Jahr verschoben.

Abgesagt wurde außerdem schon jetzt die Venezianische Messe, die vom 11. bis zum 13. September hätte stattfinden sollen. Wie der städtische Eigenbetrieb Tourismus & Events als Veranstalter mitteilt, ist hiervon – im Einvernehmen mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg – auch der Venezianische Maskenball betroffen, der für den 11. September im Schloss geplant war.

Der Citylauf wurde vorerst verschoben

Darüber hinaus wurden auch noch weitere Veranstaltungen gestrichen: etwa die Steillagentage am 11./12. Juli sowie die Festspieltage der Kunstschule Labyrinth am 18. Juli. Der für den 11. Juli vorgesehene Citylauf ist auf den 3. Oktober verschoben worden. Auch das komplette Kulturprogramm der Stadt ist betroffen.

Die Veranstalter der Brautage (ab 28. Mai) haben von sich aus auf eine Ausrichtung verzichtet, teilt die Stadt mit. Auch das Open-Air-Kino in der Karlskaserne (ab 30. Juli) wird in der geplanten Form nicht stattfinden. Die Organisatoren von Kinokult arbeiten derzeit aber an einer Alternative. Nachgedacht wird wohl über eine Art Autokino-Format im Herbst. Ebenso überlegen die Schlossfestspiele, ob sie digitale Ersatzangebote organisieren können oder weitere Termine verschieben.

Bereits Mitte März wurde der Pferdemarkt (15. bis 18. Mai) abgesagt. Vor kurzem auch das Kinderfest (21. Juni) und das Marktplatzfest (27. Juni).

„Das sind harte und schmerzliche Einschnitte im gewohnten Veranstaltungskalender“, sagt OB Dr. Matthias Knecht. „Davon verschont bleiben leider auch nicht die Stadtteilfeste. Doch im Sinne eines verantwortlichen Umgangs mit der Gesundheit der Bevölkerung ist das vernünftig.“ Einige Veranstalter der Stadtteilfeste hatten diese zum Teil bereits selbst abgesagt.

Die Streichung aller Termine ist eine Folge der aktuellen Landesverordnung, die Großveranstaltungen bis zum 31. August verbietet. Zwar steht die genaue Definition von Großveranstaltung noch aus, OB Knecht und den anderen Mitgliedern des Krisenstabs war allerdings klar, dass alle Veranstaltungen, bei denen die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden können, keinen Sinn machen.

Kann der Theatersommer stattfinden?

Ein Wackelkandidat sei bisher noch der Theatersommer. Das Freilichttheater am Rathaushof arbeite derzeit an einem Format, mit dem die Hygiene- und Abstandsvorgaben eingehalten werden sollen.

Für das Forum und die MHP-Arena machen solche Überlegungen in den Augen von Matthias Knecht allerdings keinen Sinn. Denn dann könnte nur ein Bruchteil der Besucher kommen und die Veranstaltungen wären nicht mehr wirtschaftlich.

„Das ist für Ludwigsburg alles sehr bitter“, sagt der OB zu der Entscheidung von gestern. Mit dem Blühenden Barock, den MHP-Riesen, den Schlossfestspielen und der Venezianischen Messen seien derzeit vier der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt außer Kraft gesetzt. Und Knecht vermutet, dass es auch nach dem 31. August nicht viel erfreulicher weitergeht. Einen ersten Vorgeschmack biete die Absage des Oktoberfests in München. Auch Ludwigsburg müsse mit Einschränkungen rechnen, bis es einen Impfstoff gebe.

Eine Hoffnung der Stadt ist, dass wenigstens der Weihnachtsmarkt stattfinden könnte. Aber auch der, so Knecht, sei wenn überhaupt nur mit größeren Abständen der Stände und weniger Ausstellern vorstellbar.

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