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Ampel-Test Teil 5

Ampel-Test Teil 5: Busse geben am Schillerplatz Ludwigsburg den Takt vor

Der Schillerplatz ist eine wichtige Verbindung vom Bahnhof über die Myliusstraße in Richtung Innenstadt. Auf dem Weg dorthin müssen Fußgänger die Schillerstraße überqueren, die als Fahrradstraße ausgewiesen ist. Und das kann dauern.

Am Schillerplatz hat ein Betrunkener Wände beschmiert. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Am Schillerplatz hat ein Betrunkener Wände beschmiert. Archivfoto: Holm Wolschendorf
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Ludwigsburg. Die positive Nachricht gleich zu Beginn: Wenn die Baumaßnahme der Kreissparkasse in diesem Bereich abgeschlossen ist, wird sich auch die Situation entspannen. „Mit Beendigung der Maßnahme werden die verkehrlichen Belange neu sortiert und den veränderten Gegebenheiten angepasst“, kündigt Ulrike Schmidtgen, Leiterin des Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen der Stadt Ludwigsburg, an. Bis dahin müssen sich die Fußgänger auf eine lange Wartezeit bei Rot und eine kurze Grünphase einstellen.

„In meinen Augen ist das die für Fußgänger am schlechtesten eingestellte Ampel“, so eine Leserin, die sich nach eigenen Angaben zu nahezu 100 Prozent zu Fuß durch Ludwigsburg bewegt und dabei täglich die Schillerstraße in Richtung Bahnhof überquert. „Während die Ampel für Fußgänger maximal zehn Sekunden Grün zeigt, bewegen sich die Autos auf der Achse Arsenalstraße/Myliusstraße gefühlte fünf Minuten bei Grün. Warum haben die Fußgänger nicht mindestens genauso lange Grün? Aus einer anderen Richtung können in dieser Phase keine Autos kommen! Für mich völlig unverständlich“, schreibt sie.

Nun, ganz so dramatisch ist es nicht. Was sich wie fünf Minuten anfühlt, entspricht aber auf jeden Fall einer Zeit von mehr als einer Minute. Während der Rotphase und nachdem die Verkehrsteilnehmer aus Richtung Schillerplatz vorbeigefahren sind, haben die Radfahrer aus der entgegengesetzten Richtung Vorrang. Der Abschnitt zwischen Schiller- und Gartenstraße ist als Fahrradstraße ausgewiesen und für Autofahrer nur in Richtung Gartenstraße befahrbar.

Fußgänger knubbeln sich beim Warten

In den Zeiten, in denen diese Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt stark frequentiert ist, knubbeln sich die Fußgänger. In Coronazeiten den nötigen Abstand einzuhalten, fällt nicht so leicht.

Bei Grün sollte man sofort losgehen. Wer nicht sofort reagiert oder einfach nur etwas langsamer unterwegs ist, schafft es auf keinen Fall, die andere Straßenseite zu erreichen, bevor die Ampel wieder Rot zeigt. Die Grünphase dauert nämlich gerade mal acht Sekunden.

Die Busse haben Vorfahrt

Wie Ulrike Schmidtgen erläutert, sind die Ampeln im Bereich des Schillerplatzes aufeinander abgestimmt. Der bedeutendste Verkehrsknotenpunkt ist die Kreuzung Myliusstraße/Schillerstraße (Ampel 1). „Die Fahrbeziehungen inklusive der Buslinien sind für den gesamten Signalablauf maßgebend“, so die Expertin. Die Schaltung der Signalanlagen am Schillerplatz orientiert sich am Verkehrsaufkommen, wie sie weiter erläutert.

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Die Straßen Schillerplatz und Arsenalstraße werden täglich von circa 1800 Bussen befahren, die die Haltstelle am Arsenalplatz ansteuern oder bereits angesteuert haben und ihren Zeitplan einhalten müssen. Verspätungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Wenn sich tagsüber das Verkehrsaufkommen ändern sollte, dann passe der Verkehrsrechner automatisch die Programmauswahl für die Ampelschaltung an, so Schmidtgen. Könnten Fußgänger ihre Lieblingsampelanlage wählen, dann würde die auf der gegenüberliegenden Seite des Schillerplatzes (Ampel 3) sicherlich zu den Favoriten gehören. Wer die Solitudestraße überqueren will, hat satte 40 Sekunden Zeit. Das reicht also vollkommen aus, um hin und zurück zu gehen – und zwar in einem ganz gemächlichen Tempo.

Und nicht nur das: Auch die Rotphase, in der die Fußgänger warten müssen, ist dort recht kurz. Bei dem Schillerplatz als Verlängerung der Solitudeallee handelt es sich um eine Einbahnstraße, die weniger stark befahren ist. Davon profitieren die Menschen, die in diesem Bereich zu Fuß in der Ludwigsburger Innenstadt unterwegs sind.

Die Ampel wartet nicht auf Fußgänger

Das Überqueren der Straße Schillerplatz in Richtung Kreissparkasse (Ampel 2) dauert dagegen wieder etwas länger. Hier handelt es sich um eine vielbefahrene Verbindung. Auch die Grünphase ist recht kurz, so dass man sich etwas sputen muss.

Doch das ist grundsätzlich gewollt, wie von Ulrike Schmidtgen zu erfahren war. „Eine Fußgängersignalanlage wartet nicht auf Fußgänger, die eventuell noch kommen werden. Vielmehr wird den Personen, die bei Grün vor Ort sind, sprich an der Bordsteinkante stehen, eine Freigabe erteilt. Springt die Ampel endlich auf Grün, sollte man auf jeden Fall zügig losgehen.

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