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Corona

An den Kliniken im Kreis spitzt sich die Lage zu

Beatmungsgeräte gibt es genug – doch der Personalmangel in den Kliniken wächst mit den Coronafallzahlen. Archivfoto: privat
Beatmungsgeräte gibt es genug – doch der Personalmangel in den Kliniken wächst mit den Coronafallzahlen. Foto: privat

Ludwigsburg/Berlin. Die zuletzt massiv gestiegene Zahl der Corona-Neuinfektionen im Kreis bringt nun auch die RKH-Krankenhäuser in Ludwigsburg und Bietigheim in Bedrängnis. Die Lage sei mittlerweile „angespannt“, sagt der Ärztliche Direktor für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Götz Geldner. An den beiden Häusern werden derzeit fünf Normalstationen allein für Covid-19-Patienten gebraucht. Weil deshalb Ärzte und Pflegekräften aus anderen Bereichen abgezogen werden müssen, werden verschiebbare Operationen teilweise wieder abgesagt. Den Regelbetrieb nochmals so herunterzufahren wie im Frühjahr, sei aber weder ethisch noch medizinisch vertretbar, so Geldner.

Da die wachsende Zahl der Coronapatienten auch die Intensivstationen unter Druck bringt, befürchtet Geldner, in absehbarer Zeit Covid-Patienten aus dem Kreis in Krankenhäuser mit freien Kapazitäten in anderen Landesteilen, langfristig möglicherweise sogar außerhalb Baden-Württembergs, verlegen zu müssen. Aktuell wurden gestern in Ludwigsburg und Bietigheim 14 Coronapatienten invasiv beatmet. Sie alle sind jünger als 60 Jahre. Das liegt auch daran, dass hochbetagte Patienten die meist wochenlange Beatmung mittlerweile oft ablehnen.

Angesichts der immer weiter zunehmenden Belastungen in der Coronapandemie ruft die Pflegebranche nach akuter Hilfe. Zum Auftakt des Deutschen Pflegetags forderte der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, gestern in Berlin unmittelbare Hilfe. Flache die derzeitige Pandemiewelle nicht durch den gegenwärtigen Teil-Lockdown ab, drohe ein Mangel an genug geschultem Intensivpflegepersonal.

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