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Auch in Neckarweihingen sterben die Feuersalamander

Nach unserem Bericht über die toten Feuersalamander in Schwieberdingen melden sich mehrere Leser mit einer ähnlich schrecklichen Nachricht: Auf einem Feldweg zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler wurden auch tote Tiere gefunden.

Was ist mit diesen Feuersalamandern passiert? Das beschäftigt Naturschützer in und um Neckarweihingen. Foto: privat
Was ist mit diesen Feuersalamandern passiert? Das beschäftigt Naturschützer in und um Neckarweihingen. Foto: privat

Ludwigsburg. Die schwarz-gelben Tierchen, bei deren Anblick viele wohl sofort an die Comicfigur Lurchi denken müssen, sehen besonders aus – und das sind sie auch: besonders geschützt. „Das sind so superschöne und tolle Tiere“, schwärmt Roland Wirth, der sich im BUND engagiert. Umso entsetzter war er, als er auf einem Feldweg zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler mehrerer solcher schöner Tiere tot aufgefunden hat. Eine junge Dame aus Neckarweihingen habe ihm davon berichtet, woraufhin er sich sofort selbst ein Bild davon machen wollte. „Ein Tier war ganz dick, vermutlich hätte es bald Junge bekommen“, so Wirth. Mit Spaziergängern und Anwohnern habe er sich unterhalten und dabei herausgefunden, dass das Problem wohl schon jahrelang bestehe. „Es muss schnellstmöglich eine Lösung her“, sagt der Rentner. Deshalb sei er in Kontakt mit der Stadtverwaltung getreten. Dort vermute man, so Wirth, dass die Tiere erschlagen wurden. „Leider besteht der Irrglauben, dass sie giftig sind, noch immer“, sagt Roland Wirth. Die Vermutung, dass die Tiere nicht platt gefahren, sondern mutwillig getötet werden, gibt es auch in Schwieberdingen. Dort wurden mehr als 30 tote Feuersalamander gefunden (wir berichteten).

Die Übeltäter könnten auch Krähen sein, so Wirth. Doch die seien eher nicht nachts unterwegs. „Vielleicht ist es auch der Fuchs.“ Auch dass die Tiere doch bei Dunkelheit überfahren werden, sei nicht ganz auszuschließen. „Es gibt zwar Schranken, aber die stehen eigentlich immer offen“, so Wirth. Sein Vorschlag: ein Schild, das die Durchfahrt ab 20 Uhr verbietet.

Sven Langjahr, der für die Grünen im Stadtteilausschuss Neckarweihingen sitzt, fordert die Kreisverwaltung dazu auf, die dortige Schrankensituation zu überprüfen. Ihm sei berichtet worden, dass der Weg vor allem nachts als Abkürzung zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler genutzt wird. „Die Salamander scheinen überfahren worden zu sein“, sagt er. Zweifelsfrei könne man das nicht sagen, aber er habe gestern mit vielen Neckarweihingern gesprochen, die der gleichen Meinung seien. Die toten Tiere beschäftigten auch die Neckarweihingen-Facebookgruppe. „Was bringen die zwei tollen Schranken eigentlich, wenn sie permanent offen sind?“, fragt sich eine Nutzerin dort. Eine andere berichtet, dass das Problem jedes Jahr auftritt. Das kann auch Sven Langjahr bestätigen. Anwohner hätten ihm erzählt, dass an der Stelle schon in den vergangenen Jahren tote Feuersalamander gefunden wurden. Aber gleich sieben auf einmal – das sei schrecklich. In den Mauern zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler gebe es eine große Population von Feuersalamandern. „Aber wenn jetzt pro Woche sieben Tiere getötet werden, gibt es bald keine mehr“, so Langjahr.

Die Tiere seien vor allem nachts unterwegs, so Roland Wirth. Dann kommen sie aus ihren Verstecken in den Mauern und machen sich auf den Weg zum Wasser. Der Rentner hat die Tierchen beobachtet. Langsam seien sie oftmals unterwegs, stoppten ab und zu für eine Pause mitten auf dem Weg. Das werde ihnen dann zum Verhängnis.

Er werde weiterhin mit der Stadt Ludwigsburg zusammen an einer Lösung arbeiten, so Roland Wirth. „Ich werde das beobachten und die Stelle regelmäßig prüfen“, erklärt er. Denn das Rätsel um die toten Feuersalamander möchte er unbedingt lösen. „Damit das schreckliche Sterben der Tiere endlich ein Ende findet.“

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