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Eberhardstraße

Auf der Eberhardstraße in Ludwigsburg wird der Gehweg zur Gastromeile

Die Eberhardstraße mit ihren kleinen, feinen Geschäften und der lebendigen Gastronomieszene ist angesagt und hip. Während Autos die Straße befahren dürfen, werden die Fußgänger vom Gehweg verbannt. Dort dürfen Gastwirte bis Ende Oktober Tische und Stühle aufstellen.

Der Gehweg ist für Fußgänger gesperrt. Offenbar führt diese Regelung auf der Eberhardstraße zu gefährlichen Situationen. Fotos: Holm Wolschendorf
Der Gehweg ist für Fußgänger gesperrt. Offenbar führt diese Regelung auf der Eberhardstraße zu gefährlichen Situationen. Fotos: Holm Wolschendorf
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Ludwigsburg. Was ist bloß auf der Eberhardstraße los? Fußgänger werden von dem mehr als 3,50 breiten Gehweg zwischen Wilhelmstraße und Bärenstraße auf die gegenüberliegende Straßenseite geschickt. Und zwar durch Verbotsschilder. Fußgänger dürfen sich demnach auf dem östlichen Gehweg nicht aufhalten. Es sei denn, sie nehmen an einem der aufgestellten Tische Platz und bestellen sich etwas zu essen oder zu trinken.

Darf man diese öffentliche Fläche einfach sperren? Die Pressestelle der Ludwigsburger Stadtverwaltung begründet diesen Schritt damit, dass die Gastwirte ihre Außenbewirtschaftung erweitern durften. Grundlage bilde ein Beschluss des Gemeinderates vom 8. Februar dieses Jahres. Den Gaststättenbetreibern wird außerdem die fällige Sondernutzungsgebühr um 50 Prozent erlassen.

Die Stadtverwaltung will die Gastwirte fördern

„Wir wollen die Gastronomie in diesem Bereich fördern“, betont Bürgermeister Sebastian Mannl im Gespräch. Er sieht die zahlreichen Möglichkeiten, dort zu verweilen, als wichtiges Element zur Belebung der Innenstadt. Die Sperrung sei notwendig weil der Gehweg teilweise komplett von den Gastronomen genutzt werde.

Durch die Tische und Stühle sei der Platz für die Fußgänger auf dem östlichen Gehweg der Eberhardstraße so beschränkt, dass ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei. Die Mindestbreite von 1,50 Metern werde nicht eingehalten. Deshalb werden Fußgänger an den Einmündungen zur Bärenstraße und zur Wilhelmstraße auf die andere Straßenseite umgeleitet. Mannl hält dies für vertretbar, da seiner Meinung nach das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich gering ist. Der Gehweg wurde bereits in den Vorjahren gesperrt worden, so Mannl.

Keine Absperrung ohne Verkehrsschilder

Lässt sich dieses nicht gerade einladende Erscheinungsbild, das die Beschilderung bietet, mit der Gestaltungssatzung der Stadt vereinbaren? Darin sind zahlreiche Details wie die Farbe der Außenbestuhlung und der Sonnenschirme geregelt. Die Stadtverwaltung sieht hier keinen Widerspruch. Eine Absperrung im öffentlichen Raum dürfe nur mit Verkehrszeichen vorgenommen werden, die den Regelungen der Straßenverkehrsordnung entsprechen.

Immerhin sind die massiven Absperrgitter, wie sie sonst an Baustellen zu sehen sind, verschwunden. Acht Wochen lang zierten sie die Eberhardstraße, bevor sie am Dienstagmorgen entfernt wurden. Es habe sich gezeigt, dass die Gastwirte auf der Eberhardstraße nicht zu jeder Zeit die gesamte Fläche nutzen, so die Stadt. Deshalb sei der Gehweg vor allem an den Wochentagen weiterhin frei und die Absperrungen abgebaut worden. „Die Balken waren schwer darstellbar“, erläutert Mannl. Geblieben sind aber die Verbotsschilder.

Umwandlung in Spielstraße wird geprüft

Bürgermeister Mannl räumt ein, dass der aktuelle Zustand nicht die perfekte Lösung ist. In einem nächsten Schritt soll deshalb geprüft werden, ob der Verkehr ausgebremst werden kann, indem die Eberhardstraße möglicherweise in eine Spielstraße umgewidmet wird.

Auf unserer Themenseite Einzelhandel und Gastronomie finden Sie immer aktuelle Neuigkeiten zu Einzelhandel und Gastronomie in der Stadt und im Landkreis Ludwigsburg

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