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verkehrschaos

Auf vielen Straßen geht gar nichts mehr

Baustellen in der Stadt in Kombination mit einer überfüllten Autobahn sorgen für lange Autoschlangen auf den Hauptachsen und in Nebenstraßen

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Auch gestern Abend staute es sich heftig auf der Marbacher Straße Richtung Neckarbrücke.
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Die Solitudestraße wird durch die Baustellenumleitung weiter verstopft.Fotos: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Der schlaue Ludwigsburger hört schon im Radio bei den Verkehrsmeldungen am Morgen, wie voll die Straßen in seiner Stadt sein werden: Gibt es Staus auf der A 81, gibt es Staus in Ludwigsburg. Denn viele Autofahrer weichen auf ihrem Weg nach Stuttgart über Ludwigsburg aus. Kommen dann wie derzeit noch Baustellen innerorts hinzu, die zu Sperrungen und Umleitungen führen, ist das Chaos perfekt. Und es geht nicht nur um den Individualverkehr. Die Busse können ihre Taktung nicht mehr halten. Die VVS meldet im Störmelder online den Dauersatz: „Ludwigsburg: Erhebliche Verspätungen im gesamten Liniennetz wegen zahlreicher Baumaßnahmen.“ Und hohe Feinstaubwerte gibt es gleich dazu.

Staulängen bis zu 28 Kilometer

Da ist Geduld – oder gleich das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel – gefragt: Auf der A 81 wird es sich noch drei Wochen stauen. Bis 2. Dezember soll die Baustelle auf Höhe Stuttgart-Feuerbach dauern. Die sorgt für lange Staus nicht nur zur Hauptverkehrszeit. Zu den Zeiten wird es aber besonders schlimm, wie die Statistik der Polizei zeigt: Am Montag waren es in der Spitze um 7.15 Uhr 28 Kilometer, die sich der Verkehr in Richtung Stuttgart von Pleidelsheim staute. 24 Kilometer waren es am Dienstag zwischen Mundelsheim und Stuttgart-Feuerbach, am gestrigen Mittwoch waren es auf derselben Strecke morgens 28 Kilometer.

Hinzu kommen Störungen wie ein Unfall mit Lastwagen und Auto gestern um 6.30 Uhr auf der rechten Fahrbahn. „Die Unfälle oder etwa Pannen-Lastwagen befeuern die Situation noch mehr“, sagt Polizeisprecher Peter Widenhorn, „aber der eigentliche Grund ist das hohe Verkehrsaufkommen.“ Eine kleine Störung – und die Straßen können die vielen Autos nicht mehr verkraften. Erst am 16. Oktober war es nahezu kreisweit zu einem Verkehrsinfarkt gekommen, als zeitweise auch noch die S-Bahn-Linie S 4 ausfiel und viele Pendler aufs Auto umstiegen.

Gleiches lässt sich für Ludwigsburg sagen, das in zwei Wochen zum Beginn des Weihnachtsmarkts viel Parksuchverkehr in der Innenstadt tragen muss. Die Stadt leidet schon jetzt unter den von der Autobahn flüchtenden Autofahrern, aber auch unter den eigenen Baustellen: Die Sanierung der Neckarbrücke, die täglich für große Staus sorgt, wurde bis Weihnachten verlängert. Parallel beginnen die Arbeiten am neuen Radweg auf der Marbacher Straße. Diese Straße ist Staus gewohnt, doch die derzeitige Länge der Autoschlangen sprengt alle Dimensionen.

Auf der Uhlandstraße wird laut den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) der Belag bis heute verlegt. Morgen soll damit die Umleitung über die Asperger und Gartenstraße aufgehoben sein: Die generiert auf der Wilhelmstraße und umliegend derzeit viel Gehupe und Staus. Bei dem engen Straßennetz sind die Ampelphasen zudem relativ kurz. So stecken auch die Autos fest, die von der Hospitalstraße in die Wilhelmstraße abbiegen wollen: Sie konkurrieren mit den Fahrzeugen, die dort bereits im Stau stehen. Die wegen Leitungsarbeiten blockierte Mathildenstraße sorgt mit Umleitung über Stuttgarter, Leonberger und Solitudestraße dort und in den umliegenden Straßen für lange Wartezeiten. Die Baustelle in der Mathildenstraße soll laut SWLB bis heute abgebaut sein.

Rohrsanierung bis Ende November

Der Wasserrohrbruch auf der August-Bebel-Straße hat große Auswirkungen: Der fehlende Abfluss von der B 27 in diese Straße sowie die einspurige Ausfahrt in Richtung Eglosheim bescheren der Kurfürstenstraße und der B 27 stadteinwärts kriechenden Verkehr. Hier werden die neuen Rohre laut SWLB bis Ende November verlegt sein. Ab kommenden Montag allerdings wird es erst einmal noch enger: Weil die neuen Leitungen mit der Frankfurter Straße in der Kreuzung verbunden werden, geht es stadteinwärts auch auf der B 27 nur noch einspurig voran.

Der Verkehrsbericht listet im Stadtgebiet alleine 15 Baustellen inklusive Sperrungen auf. Und kommendes Jahr wird die Stadt wie berichtet erneut einen Abschnitt der Schwieberdinger Straße sanieren: Da sind lange Staus vorprogrammiert. Deswegen haben die CDU, Freie Wähler und die FDP wie angekündigt heute einen gemeinsamen Antrag gestellt. Sie wollen für die Sanierung der Hauptverkehrsachsen den Mehrschichtbetrieb bei Straßenbauarbeiten.

Sie verweisen neben der Luftverschmutzung und zusätzlichen Belästigungen auf den „wirtschaftlichen Schaden für alle diejenigen, die im Stau stehen“. Für eine erfolgreiche und sparsamere Umsetzung pochen sie zudem auf eine europaweite Ausschreibung.