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Aus der Region, für die Region – Schüler erstellen „Ludwigsburg Kalender"

Tim Hayn (links) und Tobias Tuchel mit der diesjährigen Ausgabe ihres Ludwigsburg Kalenders. Foto: Holm Wolschendorf
Tim Hayn (links) und Tobias Tuchel mit der diesjährigen Ausgabe ihres Ludwigsburg Kalenders. Foto: Holm Wolschendorf
Zwei Ludwigsburger Gymnasiasten bringen ihren eigenen Kalender auf den Markt – Die Motive sind ausschließlich aus dem Landkreis

Ludwigsburg. Alles hat im Lockdown angefangen. Ein Schüler, ein Fahrrad, eine Kamera und viel Zeit. Tobias Tuchel nutzte den Lockdown 2021, um auf Fahrradtouren ein paar Schnappschüsse aus der Region einzufangen. Als er sich dann eine Kamera in Topqualität zulegt, ist ihm klar, was er damit machen will: einen Kalender. „Es gibt Kalender nur mit den üblichen Motiven“, erzählt der 16-jährige Schüler im Gespräch mit unserer Redaktion. Deshalb wollte er die Region aus einem anderen Blickwinkel einfangen. Die Natur in Ludwigsburg, Steinheim und anderswo soll jetzt im Fokus stehen.

Alleine kann er das Projekt aber nicht stemmen, also holt er sich kurzerhand Hilfe an Bord. Die Hilfe ist sein Schulfreund Tim Hayn, der von Beginn an mit Feuer und Flamme bei der Idee dabei ist. Anfangs wurden die beiden Schüler von den Klassenkameraden auf dem Friedrich-Schiller-Gymnasium nur belächelt. Aber die Bilder aus dem Landkreis kommen gut an. Das Design machen Tobias und Tim online über eine Layout-Website. Nur noch der Druck fehlt. 50 Exemplare lassen sie in einer lokalen Druckerei produzieren. Drei davon liegen Ende des vergangenen Jahres in der Mörike-Buchhandlung aus. Die zwei merken schnell, dass die Kalender begehrt sind. Täglich verkaufen sie mehrere Stücke. Sie nehmen sich das Ziel, mit mindestens einem an jedem Tag in die Schule zu gehen und ohne den mitgebrachten Kalender heimzukommen. Und der Plan geht auf. Bis zu den Weihnachtsferien haben sie jeden einzelnen an die Kunden gebracht.

Positive Resonanz - Auch die Lehrer sind begeistert

All diese Planung passiert, während die zwei nebenher ja noch Unterricht haben und in der Schule sind. „Uns hat das Feedback von den Kunden richtig gefreut“, erklärt Tim. Die Leute waren begeistert. Selbst die eigenen Lehrer haben Exkursionen mit den Schulklassen geplant. Die Klassen haben die Orte besichtigt, an denen die Motive entstanden sind, erzählen die Jugendlichen stolz.

Der nächste Schritt für Tim und Tobias ist, ein richtiges Gewerbe anzumelden. Da die beiden mit 16 Jahren noch nicht volljährig sind, brauchen sie die Vollmacht ihrer Eltern. Aber die Unterstützung aus dem Familienkreis haben sie sowieso. Tobias’ Eltern helfen den beiden bereits tatkräftig und übernehmen die Buchhaltung. Denn natürlich springt bei dem Verkauf auch ein wenig Umsatz bei raus. Für 20 Euro das Stück bessern die zwei Ludwigsburger ihr Taschengeld auf, auch wenn die Hälfte des Einkommens schon für die Druckkosten draufgegangen ist.

Für den guten Zweck

Auch einen Namen hat das Business schon. Impact heißt es, aus dem Englischen übersetzt steht es für „Einfluss“. „Wir wollen den Einfluss haben, anderen zu helfen“, schildern beide. Bei dem Kalender für das kommende Jahr wollen sie deshalb anders mit dem Geld umgehen. „Dieses Jahr spenden wir zwei Euro für jeden einzelnen verkauften Kalender an Brot für die Welt.“ Die zwei sehen sich in einer privilegierten Position und möchten mit den Einnahmen gutes Tun. So viel Geld würden sie gar nicht brauchen. Vor allem auch, weil die zwei im kommenden Jahr ihre Stückzahl verdoppeln. Ganze 100 Kalender sollen in den Umlauf kommen. Vorbestellen kann man sie bereits jetzt auf deren Website www.impact-24.jimdosite.com.

Sie sind für die kommende Produktion auch schon in Kontakt mit neuen Kooperationspartnern. Der Weltladen soll ein möglicher Partner sein, aber an erster Stelle soll der Spaß stehen.

Was die beiden nach ihrer Schulzeit machen, wissen die Elftklässler noch nicht genau. Aber wenn sie mal keine Kalender erstellen, vermarkten oder verkaufen, sind sie privat sehr aktiv. Tobias ist Teil des Jugendgemeinderats und spielt Tischtennis, Tim ist im Tennisverein. Auch auf Fahrradtouren gehen beide gerne. Im Sommer häufen sich die Trips wahrscheinlich wieder, dann entstehen die Bilder für den nächsten Kalender und es steht wieder viel Arbeit vor der Tür.