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Coronademo

Autokorso gegen Coronaregeln legt kurzfristig die Ludwigsburger Innenstadt lahm

Gegner der Coronapolitik haben am Donnerstag mit einem Autokorso für ein kurzzeitiges Verkehrschaos in Teilen von Ludwigsburg gesorgt. Ein großes Polizeiaufkommen hat den Protest begleitet.

Der Autokorso auf der B 27 in Richtung Hoheneck. Die Polizei regelt den umliegenden Verkehr und sorgt dafür, dass alle rund 70 Autos am Stück durch die Stadt kommen. Foto: Holm Wolschendorf
Der Autokorso auf der B 27 in Richtung Hoheneck. Die Polizei regelt den umliegenden Verkehr und sorgt dafür, dass alle rund 70 Autos am Stück durch die Stadt kommen. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Schon von weitem kann man die Demonstration gegen die Coronaregeln in der Reuteallee in Eglosheim erahnen. Schilder mit der Aufschrift „Zur Aufstellung zum Autokorso" weisen den Weg. Die Polizei kontrolliert die Lage.

„Willkommen beim Autokorso in Ludwigsburg", ertönt es aus dem Megafon von Gerhard Luithle. Der Versammlungsleiter der Querdenker begrüßt alle Autofahrer direkt an der Einfahrt. Für ihn ist es wichtig, dass alles friedlich bleibt. Er will das Vorurteil aus dem Weg räumen, Querdenker seien allesamt aggressiv und angriffslustig. Die Teilnehmer in den etwa 70 Fahrzeugen tun auch genau das. Sie bleiben ruhig und halten sich an die Anweisungen der Polizei. Auch der in der Szene weit bekannte Wolfgang Greulich, alias Wolfgang Tiefgang, war vor Ort. Der Querdenker streamt das gesamte Ereignis auf einer Videoplattform und dokumentiert den gesamten Ablauf der Demonstration.

Thomas Reimold leitet nicht nur stellvertretend die Polizeistelle in Ludwigsburg, sondern auch den gesamten Einsatz. Er koordiniert alle 95 Beatme und die Fahrzeuge. Man müsse eine gewisse Anzahl an Kräften einsetzen, um solch einen Einsatz stemmen zu können, erklärt er. Bei den vorherigen Demos sei weitestgehend alles reibungslos verlaufen. Den einen oder anderen Ausreiser, der dann doch mal auf die Hupe drückt oder eine Sirene anschaltet, gebe es leider immer. Aber alles in allem würden sich die Teilnehmer an die Vorgaben halten und der Polizei Folge leisten.

Um 12.10 begibt sich der Korso dann in Aufbruchstimmung. Es dauert allein zehn Minuten, bis sich alle Autos in Bewegung gesetzt haben und die Reuteallee verlassen. Geführt von einer Handvoll Beamten auf Motorrädern und dem Führungsfahrzeug startet die Tour. Von Eglosheim nach Hoheneck, über die B27 zurück nach Eglosheim, an Asperg vorbei, über die Umgehungsstraße durch die Ludwigsburger Weststadt und letztendlich über die B27 in Richtung Aldingen. Das ist die Route für die im Vorfeld mit bunten Schriftzügen und Parolen bemalten Fahrzeuge.

Da der Autokorso als geschlossener Verband angemeldet ist, um so alle Teilnehmer beieinander zu halten, gelten für ihn Ausnahmen. Rote Ampeln dürfen ignoriert werden, die Straßen und Einmündungen werden von der Polizei abgesperrt. Das zieht natürlich den Unmut der restlichen Verkehrsteilnehmer an.

Die Wilhelmstraße steht bei der Durchfahrt still. Abbieger, Querende Autos und Busse stehen auf der Straße vor der Wilhelmgalerie. Auch die Fußgänger sind genervt. Der ganze Stadtverkehr würde lahmgelegt werden, nur damit solch eine Demo durchfahren könne, heißt es aus der Menschenmenge. Die Fußgänger stauen sich an den Ampeln auf. Die Passanten haben keine Möglichkeit, über die Straße zu gehen, während der Tross vorbeizieht.

Unterm Strich bleibt die Demo ruhig. Die Polizei teilt im Nachgang mit: „Die Versammlung verlief störungsfrei." Kein Hupen, nur vereinzelt ist mal eine Sirene zu hören. Bereits um kurz vor halb zwei ist die Versammlung bereits beendet.

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