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Haushalt

B.27-Tunnel landet auf der Streichliste

Ein grüner Deckel über der B.27 zwischen Schloss und Innenstadt ist zentraler Bestandteil der geplanten Landesgartenschau-Bewerbung. Doch bei den Haushaltsberatungen sind die Tunnelplanungen auf der Streichliste gelandet. Bedeutet dies das Aus für die Landesgartenschau-Bewerbung?

Autos in den Tunnel, grüner Stadtboulevard nach oben: Mit dieser Idee für die B 27 in der Schlossstraße wollte man bei einer erneuten Landesgartenschau-Bewerbung punkten. Doch jetzt ist der Tunnel auf der Streichliste gelandet. Illustration: faktor g
Autos in den Tunnel, grüner Stadtboulevard nach oben: Mit dieser Idee für die B 27 in der Schlossstraße wollte man bei einer erneuten Landesgartenschau-Bewerbung punkten. Doch jetzt ist der Tunnel auf der Streichliste gelandet. Illustration: faktor grün

Ludwigsburg. Mitte September hat die Stadt mit 150 jungen Bäumen den Rathausplatz begrünt. Damit wollte sie den Bürgern richtig Lust auf die erneute Bewerbung zur Landesgartenschau machen. Nachdem es 2018 mit der Bewerbung nicht geklappt hatte, wollte die Stadt noch einmal Gas geben und sich für eine der Gartenschauen 2031 bis 2036 bewerben.

Alle waren sich einig: Für die Stadtentwicklung kann eine Gartenschau von hohem Wert sein. Das Credo damals: Von der Gartenschau 1954 ist das Blühende Barock geblieben, von einer Gartenschau 2034 könnte der Stadt ein neuer B.27-Tunnel bleiben. „Die Vorplanung dazu läuft“, hieß es damals im Gespräch mit unserer Zeitung. Sieben verschiedene Tunnelvarianten sollten verkehrlich bewertet und durchgerechnet werden. Es war gar davon die Rede, dass man sich mit einem solchen Projekt „unsterblich“ machen könnte.

Keine zwei Monate später finden sich die Worte „Überdeckelung“ und „Landesgartenschau“ auf einer Streichliste wieder, die bei den Haushaltsvorgesprächen erstellt wurde. Keine Rede mehr von Unsterblichkeit durch Tunnelbau. Bedeutet das nun das Aus für die Landesgartenschau-Bewerbung? „Wir stellen die Bemühungen um die Landesgartenschau nicht ein – im Gegenteil“, beteuert Bürgermeister Michael Ilk. Noch Ende des Monats sollen die Stadträte die Details der Landesgartenschau-Bewerbung vorberaten, damit der Gemeinderat vor Weihnachten den Beschluss fassen kann, schildert er die Pläne im Rathaus.

Doch gibt es überhaupt noch genug, was die Stadt bei einer Landesgartenschau-Kommission ohne Tunnel und Überdeckelung der B.27 vorweisen kann? Schließlich war der grüne Stadtboulevard über einem B.27-Tunnel in der Schlossstraße zentraler Bestandteil der Bewerbung. Die Landesgartenschau sollte gerade an dieser Stelle als Motor der Stadtentwicklung fungieren, die Brücke zwischen Schloss und Innenstadt bauen.

„Die Landesgartenschau-Bewerbung würde auch ohne den Tunnel funktionieren“, ist sich Ilk sicher und verweist auf die Pläne für den Grünen Ring. Das Konzept hierfür ist nicht ganz neu, sondern Teil der jahrelangen Grünplanung der Stadt. Bestehende Grünflächen wie das Krabbenloch und Osterholz sollen im Grünen-Ring-Konzept aufgewertet und miteinander verbunden werden. Die Stadtteile Poppenweiler und Neckarweihingen werden mit einer Grünen Acht ebenfalls eingebunden.

Ganz aufgegeben sei der Tunnel ohnehin nicht. Er zähle eben nur zu den Maßnahmen, die 2020 bis 2023 nicht im Finanzplan auftauchen. Den Tunnel könne man später auch optional dazunehmen. Ob das für die Gartenschau allerdings noch rechtzeitig ist? Bereits 2018 hatte die Landesgartenschau-Kommission Bedenken geäußert, ob ein B.27-Tunnel sich rechtzeitig realisieren lasse.

„Wir klappern sämtliche Fördertöpfe ab“, verspricht Michael Ilk. Die ersten Gespräche mit dem Land über Fördermöglichkeiten seien sehr frustrierend gewesen. Da die B.27 verkehrstechnisch funktioniere, gebe es aus Sicht des Landes keine Veranlassung, ein Tunnelprojekt zu fördern. So sei vereinfacht dargestellt das Ergebnis der Gespräche.

Ilk jedoch will die Hoffnung auf finanzielle Beteiligung anderer nicht aufgeben. „Es tut sich etwas in der Förderlandschaft“, ist er optimistisch. Seine Hoffnung heißt „Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden“. Dort sieht er noch Potenzial.

Auch bei einem anderen wichtigen Projekt auf der Streichliste setzt er auf eine „faire Kostenteilung“. So sei es ein Unding, dass für eine zweite Unterführung am Bahnhof Kosten von mindestens 18 Millionen Euro auf die Stadt zukämen. Schließlich habe auch die Bahn ein Interesse an der Verbesserung des Bahnhofs. „Wenn die Bahn die Hälfte der Kosten mitträgt, stehen die Chancen für die Unterführung ganz anders.“

Info: Am Mittwoch, 20. November, stehen die Beratungen zum Haushalt auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

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