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Fällarbeiten

Bäumen geht es an den Kragen

Motorsägen sind in diesen Tagen sowohl am Salonwald als auch in Hoheneck zu hören. Dort werden Bäume gefällt. Am Salonwald legen die Stadtwerke eine Fernwärmeleitung. In Hoheneck geht es um die Verkehrssicherheit. Dort kommt beim Fällen sogar ein Hubschrauber zum Einsatz.

Gestern in der Königinallee: Forstarbeiter fällen Bäume am Rand des Salonwalds. Fotos: Ramona Theiss
Gestern in der Königinallee: Forstarbeiter fällen Bäume am Rand des Salonwalds. Foto: Ramona Theiss
Die Eschen in Hoheneck sind schon markiert, auch die Seile für den Abtransport per Hubschrauber sind bereits befestigt.
Die Eschen in Hoheneck sind schon markiert, auch die Seile für den Abtransport per Hubschrauber sind bereits befestigt.

Ludwigsburg. Am frühen Montagmorgen schon sind die Waldarbeiter am Salonwald in der Königinallee im Einsatz. Sie schlagen einen 2,50 Meter breiten Streifen am Waldrand frei. Dazu werden etliche Bäume gefällt.

Grund für die Baumfällung ist eine Fernwärmeleitung, die die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim hier neu verlegen. Normalerweise werden diese Leitungen in der Straßenmitte verlegt, doch das funktioniere in diesem Bereich leider nicht, heißt es bei den Stadtwerken. „In der Straße ist kein Platz“, erläutert Geschäftsführer Bodo Skaletz, denn hier laufen bereits andere Leitungen. Auch auf dem Gehweg lasse sich die Fernwärmeleitung nicht unterbekommen, hier liege eine Hochspannungsleitung, welche die Oststadt mit Strom versorgt. Zudem seien hier Verwurzelungen so stark, dass man nicht ohne weiteres aufgraben könne.

Für die Fernwärmeleitung selbst wird ein 1,30 Meter breiter Streifen benötigt. Dieser entsteht parallel zum Gehweg auf Seite des Salonwalds. Insgesamt wird jedoch auf einer Breite von 2,50 Meter freigeschlagen, um ausreichend Rangierfläche für die Bagger zu bekommen.

Anwohner und Spaziergänger sind sensibilisiert, was die Bäume am Salonwald anbelangt, wurden doch erst vor nicht allzu langer Zeit Bäume im Bereich des heutigen Kreisverkehrs (Aldinger Straße) gerodet. Hier wurden am Ende mehr Bäume entfernt als ursprünglich geplant. Die Stadtverwaltung begründete dies mit der Verkehrssicherheit. Einige Bäume seien krank gewesen, das sei von einem unabhängigen Gutachter betätigt worden.

Um kranke Bäume und die Verkehrsicherheit geht es auch in Hoheneck. Im Kloster der Karmelitinnen, das hoch über dem Neckar thront, werden nächste Woche 70 kranke Eschen gefällt. Die sind nach Meinung von Experten weder stand- noch bruchsicher. Da die Bäume direkt am Steilhang stehen, hat sich die mit den Fällarbeiten beauftragte Firma für einen spektakulären Einsatz entschieden: Die gefällten Bäume werden direkt aus dem Hang mit einem Helikopter abtransportiert. „Diese Methode ist die sicherste und wirtschaftlichste“, sagt Felix Rosenmayer vom Unternehmen Baumarbeiten-Hoch.

Die Firma aus Rottweil hat von der katholischen Kirche den Zuschlag für den Einsatz bekommen. Der Hubschrauber wird von einem Unternehmen aus Österreich gestellt, das sich mit Baumfällarbeiten in extremen Hanglagen bestens auskennt. Momentan wird der Helikoptereinsatz schon vorbereitet. Am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche werden die 70..Bäume dann gefällt.

Konkret läuft der Einsatz laut Rosenmayer wie folgt ab: Jeder kranke Baum – alle sind ein Opfer des großen Eschensterbens in Deutschland geworden (Infobox) – wird in drei Teile zersägt. Dafür sind Männer mit Kettensägen und Kletterausrüstung in den Bäumen unterwegs. Die abgesägten Teile fallen aber nicht zu Boden, sondern werden über ein schon zuvor befestigtes Seil vom Helikopter abtransportiert. Dieser trägt die Baumteile direkt aus dem unwegsamen Hang auf eine Ablagefläche im Park des Klosters.

Viele der Bäume sind seit gestern schon markiert. Auch Seile haben die Spezialisten schon angebracht, erklärt Rosenmayer. Neben dem Hubschrauber kommt auch eine ferngesteuerte Forstraupe zum Einsatz.

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