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Schloss

Bald wird das Gerüst abgebaut

Gut eineinhalb Jahre hat sich das Neue Corps de Logis von Schloss Ludwigsburg hinter einem Gerüst versteckt. Kurz vor Weihnachten wird es abgebaut. Dann kommen die frisch renovierten Fenster zum Vorschein.

Eine Reporterin der Landesschau war zu Besuch in Schloss Ludwigsburg. Foto: Holm Wolschendorf
Eine Reporterin der Landesschau war zu Besuch in Schloss Ludwigsburg. Foto: Holm Wolschendorf
Aufwendige Gerüstkonstruktion.
Aufwendige Gerüstkonstruktion.
Die ersten Fenster sind schon drin.
Die ersten Fenster sind schon drin.

Knapp 200 Fenster hat das Land Baden-Württemberg an Schloss Ludwigsburg instand gesetzt. Laut Corinna Bosch, Leiterin des Amtes Ludwigsburg für Vermögen und Bau, wurden dafür rund zwei Millionen Euro in die Hand genommen.

„Wir haben in Schloss Ludwigsburg ausschließlich historische Fenster“, sagt sie. Die stammten zwar nicht mehr aus der Zeit des Schlossbaus, haben aber dennoch im Schnitt 200 Jahre auf dem Buckel. 2004, zum 300. Geburtstag des Schlosses, hatte das Land die Fenster zuletzt saniert. „Und jetzt schon wieder?“, mag man sich da fragen. „Immerhin hat es 15 Jahre gehalten“, sagt Bosch. Doch damals sei mit einem „falschen Farbsystem“ gearbeitet worden. „Der Lack ist hart geworden und hat den Kitt aus den Fugen gezogen.“ Jetzt werde mit einem Ölanstrich gearbeitet, der das historische Malsystem aufgreife. „Wir hoffen, dass die jetzige Sanierung länger hält“, so Bosch.

Die Sanierung umfasst die Fensterflügel und -rahmen. Da wurden Anstrich und Kittungen erneuert, wo es nötig war, wurde das Holz ausgebessert. In diesen Tagen sowie kurz vor Jahresende kommt ein Großteil der Fensterflügel aus der Werkstatt zurück ins Schloss und wird dort eingebaut. Nur eine Charge Fenster fehlt dann doch. Diese soll bis zum März 2021 fertig sein. Auf das Gerüst kann aber schon jetzt zu großen Teilen verzichtet werden.

„Wir konnten die Coronazeit gut nutzen, die Arbeiten sind ohne Verzögerung und Komplikationen abgelaufen“, sagt Bosch. Die letzte große Sanierung des Ludwigsburger Schlosses liegt rund 20 Jahre zurück. Damals hatte das Land 92 Millionen Euro in das Bauwerk gesteckt. Am augenfälligsten war damals die neue Fassade. „Das Land hat mittlerweile wieder viele Maßnahmen am Schloss vorbereitet“, sagt Corinna Bosch. Das werde ein „größeres Paket“ geben. Bevor das jedoch angegangen werden könne, müsse die Finanzierung stehen.

Unabhängig von Sanierungsarbeiten ist die Instandhaltung eine Daueraufgabe. Dazu gehört zum Beispiel eine regelmäßige Überprüfung der Dächer.

Erst vor wenigen Wochen ist im Schloss der neue Museumsshop in Betrieb gegangen (wir berichteten). Hierfür hatte das Land 900000 Euro ausgegeben. Der zweite Bauabschnitt für das Besucherzentrum gegenüber der Schlosskasse wird aktuell neu gestaltet.

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