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Schwieberdinger Straße

Baustelle bringt Ausnahmezustand

Mit einem Ausnahmezustand auf den Ludwigsburger Straßen ist am Montag die Woche gestartet. Der Grund sind Bauarbeiten in der Schwieberdinger Straße. Gestern hat sich die Lage etwas entspannt, aber Staus bleiben.

Das Chaos auf der Schwieberdinger Straße gestern. Seit Montag wird hier gebaut. Foto: Ramona Theiss
Das Chaos auf der Schwieberdinger Straße gestern. Seit Montag wird hier gebaut. Foto: Ramona Theiss

Gefrustete Autofahrer, verspätete Busse, lange Rückstaus auf Kreuzungen, Autoschlangen bis zur Autobahn: Am Montag kam es auf den Ludwigsburger Straßen ganz dick. Die Ursache: Unter der Federführung der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim werden Gas- und Wasserleitungen ausgetauscht und ein 145 Meter langes Stück Fernwärmeleitung verlegt. Später wird im Auftrag der Stadt Flüsterasphalt aufgebracht. Doch bis es so weit ist, werden noch viele Autos im Stau stehen.

Der Frust der Autofahrer ist groß. Astrid Schulte, Pressesprecherin der Stadtwerke, hat Verständnis, sagt aber auch: „Gegen die Masse der Autos können wir auch nichts tun.“ 2017 gab es eine vergleichbare Baustelle auf einem unteren Abschnitt der Schwieberdinger Straße. Damals hatte der Baustart weniger chaotische Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt. „2017 konnten wir in den Pfingstferien starten“, erklärt Astrid Schulte. „Ein Baubeginn in den Ferien bietet immer Vorteile.“ Doch in diesem Jahr ist Pfingsten erst im Juni, so lange wollten die Verantwortlichen nicht warten. Schließlich müssen die Arbeiten fertig werden, bevor die Frostperiode einsetzt. Bereits in den Osterferien anzufangen, war keine Option, weil die nötigen Beschlüsse im Rathaus erst am 11. April getroffen wurden. Für eine Baugenehmigung rechtzeitig vor Ostern sei es dann zu spät gewesen, sagt der technische Leiter der Stadtwerke, Peter Danylak, auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Montagmorgen ist immer der schlimmste Tag“, sagt Frank Metzger. Der Betriebsleiter des Busunternehmens LVL Jäger kennt sich auf den Ludwigsburger Straßen bestens aus. „Die Baustelle wirkt sich auf die gesamte Stadt aus“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Jeder Autofahrer sucht sich seinen Weg und findet keinen.“ Das wirke sich auf alle Buslinien aus. „Am Montag hatten wir Verspätungen auf allen unseren Linien.“ Bei der Linie 433, die zwischen Poppenweiler und Asperg verkehrt, war es extrem, es gab bis zu 40 Minuten Verspätung. „Wir haben reagiert und werden die Linie 433 von Mittwoch an nicht mehr über die Arena schicken“, so Metzger. Der Schlenker über die Arena bringe den kompletten Fahrplan durcheinander, deswegen fahre die Linie 433 demnächst vom Bahnhof direkt durch die Schlachthofstraße in die Weststadt.

Bauarbeiten an anderen Stellen erschweren den Ausweichverkehr: Zeitgleich zur Schwieberdinger Straße wird beispielsweise auch in der Osterholzallee – ebenfalls eine Ost-West-Verbindung in der Weststadt – die Straße aufgerissen. Bei vielen Verkehrsteilnehmern herrscht Unverständnis darüber, dass zeitgleich gebaut wird.

Die Stadtverwaltung betonte gestern auf Anfrage, dass es dringend sei, in der Osterholzallee den maroden Kanal aus dem Jahr 1902 zu erneuern. Und sie sieht keine Auswirkungen auf Ausweichverkehr: „Von uns aus gesehen stören sich die beiden Maßnahmen nicht.“

Nach dem Start in der Schwieberdinger Straße mit vielen Staus hofft Peter Danylak, dass es jetzt ruhiger weitergeht: „Heute sind die Rückstaus schon deutlich kürzer“, stellte er am Dienstag fest. „Die Verkehrsteilnehmer müssen sich erst an die neue Wegeführung und Verkehrssituation gewöhnen“, so seine Erwartung und Hoffnung. „Wir gehen davon aus, dass sich das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich in den nächsten Tagen einspielt.“

Neuen Aufwind hat indes die Kritik erhalten, dass die Stadt Baustellen auf zentralen Strecken wie der Schwieberdinger Straße nicht schneller abwickelt, indem sie die Bauarbeiten in die Nachtstunden ausdehnt. Derzeit wird mit einer Bauzeit von sechs Monaten gerechnet.

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