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Verkehr

Baustellen beherrschen den Westen

Die Großbaustelle Schwieberdinger Straße läuft seit zwei Wochen. Inzwischen haben es die meisten Verkehrsteilnehmer verinnerlicht. Doch bei der Suche nach Ausweichstrecken finden sie vor allem eines: weitere Baustellen. Eine Rundfahrt.

Die Schwieberdinger Straße ist aktuell ein Nadelöhr, weil in beiden Richtungen jeweils eine Fahrspur gesperrt ist. Fotos: Holm Wolschendorf
Die Schwieberdinger Straße ist aktuell ein Nadelöhr, weil in beiden Richtungen jeweils eine Fahrspur gesperrt ist. Foto: Holm Wolschendorf

Die gute Nachricht: Manchmal fließt der Verkehr problemlos durch die Baustellen. Die schlechte Nachricht: eben nur manchmal. Noch stärker als sonst wirkt sich nun die Situation auf der Autobahn auf den Verkehr im Westen der Stadt aus. Staut es sich dort, ist die Belastung im Westen umso stärker. Der Ausweichverkehr von der Autobahn drängt zusätzlich in die Baustelle auf der Schwieberdinger Straße, der wichtigen Ost-West-Verbindungsachse.

Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen werden ausgetauscht, ein Stück Fernwärmeleitung verlegt und der Straßenbelag erneuert – all das dauert voraussichtlich bis Ende Oktober (wir berichteten). Viele Leser ärgern sich in Zuschriften und auf unserer Facebook-Seite über die lange Bauzeit. „Das heißt jetzt sechs Monate früher aufstehen, damit ich sicher pünktlich zur Arbeit komme“, schreibt eine Leserin auf unserer Facebook-Seite. Warum wird nicht in der Nacht gebaut, wenn weniger Autos unterwegs sind? Diese Frage wird immer wieder gestellt. Denn die Baufirmen sind nur im Ein-Schicht-Betrieb tätig, das bedeutet maximal zehn Stunden zwischen 7 und 17 Uhr. „Vor allem wegen der Lärmbelästigung arbeiten wir nicht länger und nachts. Die Anrainer würden sich gestört fühlen“, antwortet darauf Peter Danylak, technischer Leiter der Stadtwerke. „Zudem ist es aufgrund der boomenden Baukonjunktur schwierig, überhaupt Baufirmen zu finden. Ein Mehrschichtbetrieb ist schon daher nahezu unmöglich.“

Die Baustelle auf der Schwieberdinger Straße wirkt sich stark auf die umliegenden Straßen aus. Immer wieder kommt es zu Rückstaus, der Verkehr von den Nebenstraßen kann zu Stoßzeiten schwer auf die Schwieberdinger Straße einbiegen.

Ortskundige Autofahrer versuchen seit dem Baustellenbeginn vor zwei Wochen, sich auf den Nebenstraßen durchzuschlagen. Doch auch dort wird gebaut. Wer es beispielsweise über die Solitudeallee in Richtung Römerhügelweg und Schulzentrum versucht, blickt in die nächste Baugrube: halbseitige Sperrung. Diese Ausweichstrecke funktioniert aktuell nur in Richtung Kornwestheim. „Was haben sich die Planer dabei gedacht?“ Diese Frage erreicht unsere Redaktion immer wieder. Je länger der Stau, desto größer der Frust. Die Osterholzallee ist ebenfalls eine beliebte Ost-West-Verbindung. Doch auch hier sehen Autofahrer aktuell rot-weiße Baustellenabsperrungen, in Richtung Asperg ist kein Durchkommen. „Wir wohnen in der Weststadt. Eine einzige Katastrophe“, heißt es in den Kommentaren auf unserer Facebook-Seite.

Da ist die gute Nachricht zum Schluss nur ein schwacher Trost: Im Juni wird der Verkehr vermutlich zwei Wochen lang flüssiger sein als üblich. Dann sind nämlich Pfingstferien.

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