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Einwohner

Bei Neugeborenen erneut ein Minus

Plus bei den Arbeitsplätzen dagegen ungebrochen – Statistik für 2019

Foto: Julian Stratenschulte/dp
Foto: Julian Stratenschulte/dp

Ludwigsburg. „Fast 1000 Neugeborene in Ludwigsburg“, mit dieser Nachricht überschreibt die Stadtverwaltung einen aktuellen Bericht zur Entwicklung der Einwohnerzahlen im vergangenen Jahr. Das klingt durchweg positiv. Was die Stadt dabei nicht erwähnt: Die Zahl der Geburten geht zurück, und das bereits im zweiten Jahr nacheinander.

War die Zahl seit 2008 fast kontinuierlich von 772 auf 1136 Geburten im Jahr angewachsen, ist sie 2018 auf 10.32 gefallen und im vergangenen Jahr erneut mit einem Minus bei 997 Geburten gelandet.

Dies kann als ein weiteres Indiz dafür gelten, dass junge Familien Ludwigsburg als Wohnort zusehends meiden oder verlassen – wenn sie ihren Wunsch beim Wohnen nicht erfüllen können, weil sie eine Mietwohnung, eine Eigentumswohnung oder ein Haus nicht finanzieren oder nicht finden können.

Die Zahl der gesamten Einwohnerschaft ist im vergangenen Jahr nahezu konstant geblieben: Bei einem leichten Plus von 89 Menschen zählte Ludwigsburg am Stichtag 31. Dezember 2019 genau 93.571 Einwohner. Das hat die Stadtverwaltung mitgeteilt.

Damit hat Ludwigsburg ein neues Allzeithoch erreicht. Wobei sich nach einem starken Wachstum in den Jahren von 2011 bis 2015 seither die Wachstumskurve deutlich abgeschwächt hat. Was dem geringeren Zuwachs an neuem Wohnraum geschuldet ist.

2010 zählte die Stadt 85.856 Menschen, dann folgte bis Ende 2015 eine steile Kurve hinauf auf die Zahl von 92.878 Einwohnern. Das gesamt Plus von Ende 2010 bis Ende 2019 beträgt 7.715 Einwohner.

Der Zuwachs im vergangenen Jahr hat nach Darstellung der Stadtverwaltung zwei Gründe: Die Geburten übertreffen mit 997 Neugeborenen immer noch die 914 Sterbefälle in der Stadt, außerdem gab es mehr Zuzüge als Wegzüge.

Im Jahr 2019 konnte Ludwigsburg 7.600 neu zugezogene Bürger begrüßen, etwa 50 weniger als 2018. Dagegen zogen 7.594 Menschen aus der Stadt weg. Innerhalb des Stadtgebiets gab es 3.580 Umzüge.

Besonders viele Kinder im Vergleich zum Anteil der Bevölkerung wurden vergangenes Jahr erneut in Grünbühl-Sonnenberg geboren. Der Stadtteil ist auch der einzige, der mit 39,9 Jahren einen Altersdurchschnitt von unter 40 Jahren aufweist. Der Altersdurchschnitt in der Gesamtstadt liegt bei 42,4 Jahren.

Der Anteil der Ludwigsburger mit Migrationshintergrund liegt bei 43,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Er umfasst alle Einwohner, die selbst oder bei denen mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. 2015 lag der Anteil bei 41,9 Prozent. Darunter sind auch die Einwohner mit ausländischem Pass, ihr Anteil liegt bei 22 Prozent (2015: 21,2 Prozent).

In den Bezirken der Ludwigsburger Kernstadt leben 100 Menschen mehr als im Vorjahr, insgesamt sind es 45.916 Bewohner. Größter Außenstadtteil ist der aktuellen Statistik zufolge weiterhin Eglosheim mit 11.785 Einwohnern, gefolgt von Oßweil mit 10.854 und Neckarweihingen mit 7.294 Einwohnern. In Hoheneck wohnen 5.012, in Poppenweiler 4.709, in Pflugfelden 4.494 und in Grünbühl-Sonnenberg 3.507 Menschen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist wie in den Vorjahren gestiegen. Ende 2019 waren es in Ludwigsburg 54.770 Beschäftigte.

Ludwigsburgs Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht bewertet die aktuellen Zahlen und die Entwicklung im vergangenen Jahr insgesamt als positiv: „Unsere Stadt ist ein sehr attraktiver Wohn- und Lebensraum, junge und ältere Menschen fühlen sich wohl und haben hier ihren Lebensmittelpunkt“, so Knecht in der Mitteilung der Stadtverwaltung. (map, red)

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