Logo

Friedrichstrasse

Belastung bleibt auf hohem Niveau

Land zählt Fahrzeuge und misst Schadstoffe – An Sonntagen bei weniger Verkehr umgehend verbesserte Luftqualität

350_0900_15469_COST17_04_12Theiss_31.jpg
Viele Autos, Verkehr rund um die Uhr: Blick in die Friedrichstraße. Archivfoto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Es gibt nicht viele Straßen in der Region, über die so viel Verkehr rollt. Nicht umsonst lässt das Land in der Friedrichstraße die Luftverschmutzung kontinuierlich beobachten. Seit 2013 wird zudem über eine automatische Zählanlage erfasst, wie viele Autos und Lastwagen Stunde für Stunde an den verschiedenen Wochentagen durch die vierspurige Straße in der Ludwigsburger Oststadt fahren.

Neun weitere derartige automatische Verkehrszählungen hat das Land in Straßen eingerichtet, wo ebenfalls bei sogenannten Spotmessungen die Belastung der Luft mit Feinstaub und Stickstoffdioxid gemessen wird. Die Standorte reichen von Freiburg über Stuttgart bis nach Karlsruhe.

Die letzte umfassende Auswertung und Analyse dieser Daten reicht bis ins Jahr 2014 zurück. Auf Anfrage unserer Zeitung hat die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) jetzt auch für 2015 und 2016 die Kerndaten mitgeteilt. Sie zeigen: Das Verkehrsaufkommen bleibt unvermindert hoch.

Laut der Auswertung aus dem Jahr 2014 beträgt der durchschnittliche tägliche Verkehr an diesen zehn Zählstellen in Baden-Württemberg zwischen 13 700 Fahrzeugen (Schramberg im Schwarzwald) und 70 900 Fahrzeugen (Stuttgart, Am Neckartor). Ludwigsburg musste in der Friedrichstraße im Durchschnitt täglich 37 600 Fahrzeuge verkraften.

Der Anteil der Lastwagen schwankte an den Zählstellen zwischen 0,7 Prozent in Karlsruhe und sechs Prozent in Schramberg. Ludwigsburg verbuchte einen Anteil von 3,6 Prozent in der Friedrichstraße: Das bedeutet dort im Durchschnitt täglich 1200 schwere Lastwagen und 1610 leichtere Nutzfahrzeuge.

Das Ergebnis der Verkehrszählung in den Jahren 2015 und 2016: Laut LUBW ist das Fahrzeugaufkommen in der Friedrichstraße im Jahr 2015 leicht um 100 auf 37 700 Fahrzeuge im täglichen Durchschnitt angestiegen und blieb auch 2016 auf diesem hohen Niveau.

Der Anteil an Lastwagen ging 2015 von 3,6 auf 3,5 Prozent leicht zurück, auch hier gab es nach Auskunft der LUBW 2016 keine weiteren Veränderungen. So dürften die tiefergehenden Auswertungen aus dem Jahr 2014 auch heute noch Gültigkeit haben. Dies zum Beispiel mit Blick auf das schwankende Verkehrsaufkommen von montags bis freitags. Der durchschnittliche Tagesmittelwert lag in der Friedrichstraße an Montagen mit rund 40 000 Fahrzeuge am niedrigsten, an Freitagen mit fast 43 000 Fahrzeugen am höchsten, die Werte für die anderen Werktage liegen dazwischen. Samstags sind es im Durchschnitt knapp 34 000 Fahrzeuge, sonntags registrierte die Zählstelle etwa 24 000 Fahrzeuge.

Der Rückgang der Verkehrsbelastung an Wochenenden lag in Freiburg (Schwarzwaldstraße) mit 21 Prozent am niedrigsten, in der Friedrichstraße in Ludwigsburg mit 42 Prozent am höchsten, wobei dort der Anteil an schweren Lastwagen laut Analyse aus dem Jahr 2014 um 89 Prozent zurückgeht. Die Abnahme der Verkehrsdichte an Sonntagen spiegelt sich auch bei den Messungen von Schadstoffen in der Luft wider. Wobei laut LUBW bei fast allen Standorten im Land das Stickstoffdioxid bei abnehmendem Verkehr stärker zurückgeht als der Feinstaub. In der Friedrichstraße bedeutet das an Sonntagen einen Rückgang von 39 Prozent beim Stickstoffdioxid und 31 Prozent beim Feinstaub. Was den Verkehrszählern in Ludwigsburg aufgefallen ist: ein im Vergleich zu den anderen im Land beobachteten Straßen starker tageszeitlicher Wechsel der Verkehrsdichte in den beiden Fahrtrichtungen. Während stadteinwärts der Verkehr morgens besonders heftig ausfällt, ändert sich die Lage in den Stunden des Spätnachmittags und des Abends zu viel Verkehr stadtauswärts.