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Bernhard Mattes löst Matthias Wissmann ab

Früherer Ford-Manager wird neuer VDA-Präsident und damit oberster Lobbyist der deutschen Autobranche

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Bernhard Mattes wird neuer VDA-Präsident.Foto: Marijan Murat/dpa

Ludwigsburg. Berlin. Der langjährige Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes wird am 1. März Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Das habe der Vorstand gestern in Berlin einstimmig beschlossen, teilte der Verband mit. Der 61-Jährige löst damit Matthias Wissmann ab, der seit 2007 oberster Interessenvertreter der deutschen Autobranche ist. Der 68-Jährige verlasse den VDA zum Ende seines Vertrages im Frühjahr, sagte ein Sprecher.

Mattes hatte 14 Jahre lang, bis 2006, die Ford-Werke in Köln geleitet. Er sieht die Branche in einem historischen Umbruch. Mattes verwies auf Elektroautos, Digitalisierung, autonomes Fahren und alternative Mobilitätskonzepte. Er nannte auch die Herausforderung, Verbrauch und Schadstoffausstoß von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor weiter zu senken. „Es geht darum, die internationale Wettbewerbsfähigkeit dieser Schlüsselbranche, die von zentraler Bedeutung für den Industriestandort Deutschland ist, zu sichern und auszubauen.“

Im vergangenen Sommer hatte es das Gerücht gegeben, Wissmann solle vorzeitig abgelöst werden. Daimler, BMW und Volkswagen widersprachen dem aber. Daimler-Chef Dieter Zetsche dankte dem früheren Bundesverkehrsminister gestern und hob hervor, Wissmann habe die Interessen der Industrie glaubwürdig vertreten und ihr eine starke Stimme verliehen.

Mattes ist seit 2013 Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland und warnt als solcher vor Handelsschranken. Gute Drähte in die USA dürften im neuen Amt vonnöten sein, denn in den Vereinigten Staaten nahm der Skandal um manipulierte Abgaswerte seinen Ausgang.

Mattes ist politisch nicht so tief vernetzt wie sein Vorgänger Wissmann, der bereits Bundesverkehrsminister war. Die Autoindustrie war schon immer das Metier des Diplom-Ökonomen, dessen Vater bei VW eine leitende Funktion bekleidet hatte. Nach dem Studium heuerte der gebürtige Wolfsburger bei BMW an, dann ging er Ende der 1990er Jahre zur Konkurrenz nach Köln. Als Deutschlandchef baute Mattes das Unternehmen um.