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Eglosheim

Blick in geschichtsträchtiges Haus

Beim Tag des offenen Denkmales ist Eglosheim digital dabei – Film erzählt Geschichte des alten Rathauses

Das alte Rathaus in Eglosheim kann digital besichtigt werden. Archivfoto: Alfred Drossel
Das alte Rathaus in Eglosheim kann digital besichtigt werden. Foto: Alfred Drossel

Es gehörte schon im 16. Jahrhundert zur Ortsmitte, lag einst an einer wichtigen Handelsstraße, blieb während des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert vor Brandschatzungen nicht verschont und erlebte im 20. Jahrhundert verschiedene Nutzungen. Es beherbergte die bürgermeisteramtliche Nebenstelle, Kindergarten, Schule, Polizei und bot nach dem Zweiten Weltkrieg auch dringend benötigten Wohnraum. Das alte Rathaus an der Katharinenstraße gehört zu den bedeutenden historischen Gebäuden in Eglosheim. Seit 2009, als es nach umfangreichen, drei Jahre dauernden Renovierungsarbeiten durch großen ehrenamtlichen Einsatz der Mitglieder des Historischen Vereins Eglosheim zum Museum wurde, erzählt es auch die Geschichte des anno 844 erstmals urkundlich erwähnten Stadtteils.

Mit Ausstellungen, Informationen und Präsentationen beteiligt sich der Verein dabei regelmäßig am Tag des offenen Denkmals, der üblicherweise am zweiten Sonntag im September stattfindet. Dieses Jahr kann er wegen der Coronapandemie aber nur digital ausgerichtet werden, die Türen zu den Denkmälern bleiben geschlossen.

Auch der Historische Verein mit seinem Vorsitzenden Thomas Seyfang wurde aufgerufen, sich daran zu beteiligen. Und so entstand die Idee, in Zusammenarbeit mit dem Filmclub Ludwigsburg digital über die Geschichte des alte Rathauses zu informieren.

In der zehn Minuten dauernden Dokumentation berichten die Vorstandsmitglieder Thomas Seyfang, Hans-Christoph Knippel und Brigitte Rayer-Pohland über die Historie des Rathauses und das Leben von einst. Vor allem im Fokus: die zahlreichen Geschichtsfenster, die einen Blick auf die alte Bautechnik bieten. Holz, Lehm, Stroh und grob behauene Steine waren die Materialien, mit denen das in spektakulären Drohnenaufnahmen eingefangene schmucke Fachwerkhaus errichtet wurde.

Im Film ist auch der frühere Ratssaal zu sehen

Besonderes Augenmerk legen die Akteure auch auf die alte Blockstufentreppe, deren Stufen aus einem Baumstamm herausgeschnitten wurden und die auch noch die Floßaugen zeigen. Denn die Holzstämme wurden einst zu Flößen zusammengebunden aus dem Schwarzwald übers Wasser nach Eglosheim gebracht. Besonders eindrucksvoll auch der Blick in den heute als Ausstellungsraum genutzten Ratssaal, in dem im Jahre 1901 die Eingemeindung nach Ludwigsburg besiegelt wurde. Manche sprachen damals auch von Einverleibung. Eines war aber unstrittig: Eglosheim bekam dadurch eine moderne Versorgung und Ludwigsburg eine deutlich größere Gemarkung.

Info: Der informative Film über das Eglosheimer Rathaus kann im Internet unter www.historischer-verein-eglosheim.de/die-ausstellung angeschaut werden.

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