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Leuchtende Traumpfade

Blüba: Gibt es erstmals eine Wintersaison?

Mit bangem Blick schauen Stadt- räte, Verwaltung und Blüba-Chef Volker Kugel auf die kommenden Wochen. Die große Frage ist: Kann das Blühende Barock Anfang Dezember nochmals öffnen? Schon jetzt ist klar, dass die Gartenschau wegen der Schließung einen weiteren Finanzzuschuss braucht.

Generalprobe für die „Leuchtenden Traumpfade“ am vergangenen Wochenende. Sollte es die Situation zulassen, könnte das Blüba ab Dezember nochmals bis vor die Weihnachtstage öffnen und diese Show zeigen. Fotos: Holm Wolschendorf
Generalprobe für die „Leuchtenden Traumpfade“ am vergangenen Wochenende. Sollte es die Situation zulassen, könnte das Blüba ab Dezember nochmals bis vor die Weihnachtstage öffnen und diese Show zeigen. Foto: Holm Wolschendorf
Lasergang in der Platanenallee – für Volker Kugel ein Höhepunkt. Archivfotos vom Proberundgang 2020: Holm Wolschendorf
Lasergang in der Platanenallee – für Volker Kugel ein Höhepunkt. Archivfotos vom Proberundgang 2020: Holm Wolschendorf Foto: Holm Wolschendorf
Generalprobe für die „Leuchtenden Traumpfade“ am vergangenen Wochenende. Sollte es die Situation zulassen, könnte das Blüba ab Dezember nochmals bis vor die Weihnachtstage öffnen und diese Show zeigen. Fotos: Holm Wolschendorf
Generalprobe für die „Leuchtenden Traumpfade“ am vergangenen Wochenende. Sollte es die Situation zulassen, könnte das Blüba ab Dezember nochmals bis vor die Weihnachtstage öffnen und diese Show zeigen. Foto: Holm Wolschendorf

Die plötzliche Schließung des Blühenden Barocks stößt auf Verständnis, aber auch auf Irritationen. „Kann man es nicht wenigstens zum Durchlaufen für die Passanten öffnen?“, fragte CDU-Stadträtin Edith Klünder in der vergangenen Sitzung des Verwaltungsausschusses. „Nein“, lautete die Antwort von OB Matthias Knecht darauf. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir das Blühende Barock nicht einfach öffnen.“ Selbst wenn Ludwigsburg das wollte, habe die Stadt keinen Einfluss darauf. Schloss und Blüba gehören dem Land und das Land hat alle vergleichbaren Einrichtungen – etwa auch die Wilhelma – geschlossen.

Eigentlich war Blüba-Chef Volker Kugel in den Ausschuss geladen worden, um eine weitere Zwischenbilanz über den Verlauf der Saison vorzulegen. Die sieht eigentlich gut aus und hätte sogar noch sehr gut werden können, wenn das Blühende Barock am vergangenen Wochenende nicht plötzlich hätte schließen müssen. „Wir hatten einen sehr guten Sommer und jetzt wieder Stillstand“, bilanzierte Volker Kugel.

Durch die Schließung sei für das Blüba außerdem ein weiterer Finanzzuschuss nötig – jeweils 100000 Euro von der Stadt und vom Land. Das ist sehr bedauerlich für Kugel, da die Besucherzahlen auch im September und Oktober sehr ordentlich gewesen seien. Bereits nach dem Lockdown im Frühjahr hatte die Gartenschau eine Unterstützung von jeweils 200000 Euro von Stadt und Land bekommen.

Trotz der angespannten Finanzlage Ludwigsburgs sieht der Gemeinderat den Zuschuss unproblematisch. Das Blühende Barock – jahrzehntelang ein Zuschussbetrieb – habe sich unter Volker Kugel zu einem erfolgreichen Wirtschaftsunternehmen entwickelt (Grafiken). In den vergangenen drei Jahren habe Kugel überhaupt keine Zuschüsse abgerufen, obwohl welche für das Blüba eingeplant waren. Von allen Fraktionen gibt es daher Lob für den Direktor und die Zusage für weitere 200000 Euro im kommenden Jahr. Kugel ist nämlich sicher, dass dieses ein „schwieriges Übergangsjahr“ wird.

Weniger einmütig sind die Haltungen zum Thema Schließung. Kugel und OB Knecht stehen voll dahinter. Auch Klaus Herrmann, CDU-Fraktionskollege von Edith Klünder, sieht in den Warteschlangen vor dem Blüba eine erhöhte Infektionsgefahr. Daher habe sich das Land zu Recht entschlossen, seine Parks zu schließen. Volker Kugel ist dagegen überzeugt, dass das Blühende Barock als Infektionsherd keine Rolle gespielt hat. „Auch außerhalb in den Wartezonen hatten 99Prozent eine Maske an und haben sich an die Regeln gehalten.“

Für Unverständnis sorgt die Landesentscheidung bei Michael Vierling (Grüne). Das Blüba sei eine innerstädtische Fläche, er kann nicht nachvollziehen, warum diese einen Sonderstatus erhält und nicht mehr betreten werden darf.

Und wie geht es jetzt weiter? Bis mindestens Ende November bleibt das Blühende Barock geschlossen. Die „Leuchtenden Traumpfade“ (Fotos), die sich Kugel und seine Mitarbeiter haben einfallen lassen, haben am vergangenen Wochenende direkt nach der Schließung die Generalprobe bestanden. Die Technik wurde jetzt eingemottet. „Wir können die Show innerhalb von drei Tagen wieder hochfahren“, sagt Kugel. Spätestens am 25. oder 26. November bräuchte das Blüba Gewissheit darüber, ob es den Dezember über öffnen kann. Volker Kugel könnte sich dann sogar eine Saison bis vor Weihnachten, also bis zum 20. Dezember, vorstellen – „wenn wir das dürfen“.

OB Knecht sieht in dieser Idee sogar Zukunftspotenzial für eine Wintersaison im Blühenden Barock. Margit Liepins von der SPD findet das ebenfalls eine spannende Frage für die Zukunft. Weiter ausdiskutiert wurde die Idee im Verwaltungsausschuss aber nicht.

Sowieso geht Volker Kugel derzeit eher davon aus, dass das Blühende Barock dieses Jahr nicht noch einmal öffnet. „Die Zeichen stehen dagegen.“ Trotz allem wird er sich mit seinem Team bis Ende November bereithalten. „Wir bleiben weiter im Standby.“

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