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Finanzen

Brunnen sprudeln wieder

Weil Ludwigsburg sonst auf dem Trockenen sitzt, spenden sieben Firmen rund 80 000 Euro

Dank Sponsoren sprudelt es auch im Marktbrunnen wieder: Gerhard Ernst (Firma Lotter), Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht, Detlef Weimann (Goetze Armaturen), Peter Kurz (Kurz Entsorgung), Tobias Weimann (Goetze Armaturen), Michael Schumacher (Betz
Dank Sponsoren sprudelt es auch im Marktbrunnen wieder: Gerhard Ernst (Firma Lotter), Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht, Detlef Weimann (Goetze Armaturen), Peter Kurz (Kurz Entsorgung), Tobias Weimann (Goetze Armaturen), Michael Schumacher (Betz Baupartner), Kathrin Sauter (Mann+Hummel), Manuel Betzold (Wohnungsbau Ludwigsburg). Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Der Betrieb von Brunnen ist in Ludwigsburg zu einem Politikum geworden. Bereits in der Finanzkrise 2009/2010 wurden die Brunnen in der Stadt stillgelegt. Zunächst nur der Brunnen am Marktplatz (er ist mit 30 000 Euro Betriebskosten der teuerste in der Stadt), später folgten auch die anderen Brunnen. Deren Betrieb wurde teils deutlich eingeschränkt, teils liefen sie gar nicht mehr.

Diese Sparmaßnahme führte zu heftiger Kritik in der Bevölkerung, und auch der Gemeinderat stemmte sich schlussendlich gegen die Verwaltung und setzte durch, dass die Hähne wieder aufgedreht wurden. Sparmaßnahme hin oder her.

Mit der Erholung der städtischen Finanzen floss auch das Wasser an den Brunnen wieder, bis im vergangenen Jahr die Coronapandemie ausbrach und sich mit ihr ein großes finanzielles Loch im städtischen Haushalt auftat.

Zunächst wurden die Brunnen im Frühjahr 2020 gar nicht erst aufgedreht, um keinen Anziehungspunkt für die Bevölkerung zu schaffen. Die Brunnen werden normalerweise ab Mitte April angeschaltet und laufen bis Mitte Oktober von 7 bis 22 Uhr. Später waren es in erster Linie wirtschaftliche Erwägungen, die Stilllegung der Brunnen aufrechtzuerhalten.

Dass das Wasser im vergangenen Jahr dann doch noch sprudelte, war zahlreichen Sponsoren zu verdanken. Ob in Hoheneck, Pflugfelden, Neckarweihingen oder Eglosheim – das Wasser lief wieder.

Knecht bezeichnet Brunnen als „Wohlfühlfaktor für die Bürger“

Und auch in diesem Jahr, in dem es um die städtischen Finanzen nach wie vor nicht sonderlich gut bestellt ist, können die Brunnen in Betrieb gehen. Möglich machen das diese sieben Ludwigsburger Firmen, die die laufenden Betriebskosten von rund 80000 Euro komplett finanzieren: Betz BauPartner GmbH, CTA GmbH, Goetze KG Armaturen, Kurz Entsorgung GmbH, Gebr. Lotter KG, Mann+Hummel und Wohnungsbau Ludwigsburg.

Zusätzlich wird der Kiesranzenbrunnen seit Jahren vom Bürgerverein Neckarweihingen gesponsert.

„Ein ganz herzliches Dankeschön an die Firmen und an den Bürgerverein für das tolle Engagement“, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht. „Die sprudelnden Brunnen sind für viele Bürger ein echter Wohlfühlfaktor. Sie gehören einfach in den Sommermonaten zu einer lebendigen Stadt dazu.“ Ohne die Sponsoren wäre finanziell dieses Jahr nur der Betrieb der Sprudler auf dem Rathaushof und der Sprudler in der Asperger Straße möglich gewesen – diese werden aus dem Budget des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen finanziert. Coronabedingt nicht angeschaltet werden die Brunnensteine am ZOB sowie die Kneippanlage in Hoheneck.

Der Betrieb der Brunnen ist Teil des Aktionsprogramms, mit dem die Stadtverwaltung Handel, Gastronomie und Dienstleistung in der Stadt unterstützen möchte. Dazu gehören unter anderem auch eine Vergrößerung der Außengastroflächen oder die Intensivierung des Blumenschmucks, der im vergangenen Jahr ebenfalls zu großen Teilen gestrichen worden war.

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