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Kunstprojekt

Bunte Bilder statt Tristesse

Schüler des Mörike-Gymnasiums gestalten Unterführung unter der Stuttgarter Straße neu

Nur noch einige Pinselstriche und die Schüler des Mörike-Gymnasiums haben der Unterführung nahe der Friedenskirche nach ihren Ideen und eigenhändig ein komplett neues Gesicht gegeben. Foto: Holm Wolschendorf
Nur noch einige Pinselstriche und die Schüler des Mörike-Gymnasiums haben der Unterführung nahe der Friedenskirche nach ihren Ideen und eigenhändig ein komplett neues Gesicht gegeben. Foto: Holm Wolschendorf

Die Unterführung unter der Stuttgarter Straße auf Höhe der Friedenskirche war bislang einer der unwirtlichsten Orte dieser Stadt: graffitiverschmiert, müffelig, schmutzig, ein klassischer Angstraum. Das ist Vergangenheit: Schüler des Mörike-Gymnasiums haben in mehrwöchigem Einsatz die Wände nach ihrem Geschmack mit Malereien neu gestaltet.

Auf barockrosa Grund finden sich da nun stilisierte Porträts Ludwigsburger Persönlichkeiten von Herzog Eberhard Ludwig bis Sophie Scholl, aber auch mahnende Parolen wie „You’re never too young to dream big“ oder „Schau nicht weg, schau hin“ neben einem kleinen Flüchtlingsboot auf einem Meer, in dem neben dem Fisch auch noch eine Plastikflasche dümpelt.

Im Gegensatz zu diesen kleinteiligen Malereien haben die Schüler die Südwand der Unterführung für großflächigere Motive ausgewählt: Da gibt es barocke Elemente, aber auch die Schlange von der Sternkreuzung und eine Collage mit einem Monster als eine Art Eingang in die Unterwelt.

„Aus einer Unterführung ist ein Ort entstanden, an dem man auch mal innehalten und die Motive auf sich wirken lassen kann“, freut sich Oberbürgermeister Werner Spec, der sich gestern bei seinem Besuch bei den jungen Künstlern kurz vor Fertigstellung der letzten Motive „überwältigt von der Qualität und Vielfalt der Arbeiten“ zeigte.

Rund 100 Schüler aus verschiedenen Klassen haben sich unter Leitung von Kunstlehrerin Friederike Dönnges und begleitet von Ulrike Ehrenberg von der Kunstschule Labyrinth mit diesem Projekt beschäftigt, seit Ende vergangenen Schuljahrs die Stadt Ludwigsburg mit der Idee einer Neugestaltung der Unterführung durch Schüler an das Mörike-Gymnasium herangetreten ist. Denn diese Schule verfügt über ein bei den Schülern sehr beliebtes Kunstprofil.

„Die Unterführung ist zu einer Galerie geworden“, lobt Sylvia Jägersberg, die Leiterin des Mörike-Gymnasiums. Auch sie sei beeindruckt von dem Niveau der Bilder. „Der barocke Stil war Thema, das war anfangs etwas schwierig“, erzählt Philippe Fleischmann (18), der mit weiteren Schülern im weißen Maleroverall die letzten Pinselstriche setzt. „So etwas für die Stadt zu machen, ist aber natürlich auch eine Ehre“, findet seine Mitschülerin Emma Wittler (18).

Die Grundierung haben die Technischen Dienste der Stadt übernommen und auch mit praktischem Equipment von der Wasser- und Stromversorgung bis zum Lagercontainer für die Malutensilien ausgeholfen. Eine von der HSW GmbH beigesteuerte Spezialbeschichtung schützt die farbenfrohen Bilder vor rücksichtslosen Graffitisprayern. Alles in allem ein Gemeinschaftsprojekt, das Schule machen könnte.

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