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Weststadt

Busse verkehren im 15-Minuten-Takt

Ab Mitte Juni bessere ÖPNV-Versorgung des Gebiets rund um die Grönerstraße – Wettbewerb für szenografisches Werk

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Ein Bus der Linie 420 hält an der Haltestelle Im Waldeck in Asperg. Zur besseren Versorgung des Gebiets um die Grönerstraße soll diese Linie ab Mitte Juni in den Hauptverkehrszeiten durch die Weststadt bis zum Omnisbusbahnhof fahren. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. „Die wirtschaftliche Zukunft liegt in der Weststadt“, ist Oberbürgermeister Werner Spec seit langem überzeugt. Während früher dort vor allem produziert wurde, haben sich dort mittlerweile neben Kreativunternehmen auch Innovationsabteilungen namhafter Firmen wie Bosch und Porsche angesiedelt. Ein Wandel, den die Stadt unter anderem durch die Transformation der Weststadt in ein Gewerbegebiet der Zukunft unterstützen und befeuern will.

 

Dazu gehört neben dem Aufbau einer bedarfsgerechten Infrastruktur auch eine gute Verkehrsanbindung und die Aufwertung des Gebiets durch architektonische und gestalterische Elemente, die den Menschen Arbeit und Leben in einem Umfeld mit hoher Aufenthaltsqualität ermöglichen.

 

Dazu diskutieren Stadtverwaltung und dort ansässige Unternehmen schon seit geraumer Zeit über mögliche und wünschenswerte Veränderungen. Für den Entwicklungsbereich zwischen Mörike- und Grönerstraße, der auch noch die Fromann-Kleingärten (Waldäcker III) umfasst und im Osten bis zur Arena reicht, sind inzwischen auch Architekten und das Stadtplanungsbüro eingebunden. Dies hat Tobias Großmann vom Fachbereich Nachhaltige Stadtentwicklung jetzt den im Ausschuss für Bauen, Technik und Umwelt versammelten Stadträten berichtet. Ergebnisse all dieser Überlegungen und Planungen werden dem Ausschuss zu gegebener Zeit vorgelegt und auch die Bürger sollen Gelegenheit bekommen, am Entscheidungsprozess mitzuwirken. Zu den erklärten Zielen gehört dort auch die Entwicklung von kurz-, mittel- und langfristigen Busliniennetz-Verbesserungen. Dazu haben CDU, SPD, Freie Wähler und die Grünen bereits in einem interfraktionellen Antrag eine Express-Bus-Verbindung rund um dieses Gebiet gefordert (wir berichteten). In einem ersten Schritt schneller umzusetzen ist ein Vorschlag, den Martin Scheuermann vom städtischen Referat ÖPNV den Ausschussmitgliedern nun vorgestellt hat: Die im Halbstundentakt verkehrende Buslinie 420 soll schon ab 19. Juni montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten am Vormittag und Nachmittag von der Haltestelle „Im Waldeck“ in Asperg bis zum Ludwigsburger Zentralen Omnibusbahnhof verlängert werden. Zusammen mit der Linie 433, die auch im Halbstundentakt zwischen Asperg und Poppenweiler verkehrt, verdichtet sich mit auf diese Weise die Versorgung der Weststadt im Bereich der Grönerstraße auf einen 15-Minuten-Takt. Ein Vorschlag, der einmütige Zustimmung fand.

 

Die entsprechenden Verträge mit dem Verband Region Stuttgart, dem Landratsamt und weiteren Beteiligten können nun geschlossen werden. Bis zum Jahresende muss die Stadt für das neue Angebot nach Abzug der Zuschüsse des Landkreises und der Fahrgeldeinnahmen rund 40 000 Euro investieren. Ob es bei dieser Lösung auch in den Folgejahren bleibt, wird im vierten Quartal 2017 entschieden. Pro Jahr müsste die Stadt dann rund 73 000 Euro jährlich für diese Leistung aufbringen.

 

Kunst und eine ansprechende Grüngestaltung spielen für ein attraktives Gewerbegebiet der Zukunft ebenfalls eine wichtige Rolle (siehe weiterer Bericht auf dieser Seite). Und so soll im Jahr des Stadtjubiläums 2018 ein erstes dauerhaftes szenografisches Kunstwerk an der Kreuzung Gänsfußallee/Grönerstraße – als eine Art Eingangsbereich zu dem Gewerbepark – einen Platz finden und später auch in den Besitz der Stadt Ludwigsburg übergehen.

 

Die Stuttgarter Film - und Medienfestival gGmbH (FMF) scheibt dazu den eigens konzipierten Wettbewerb „Ludwigswelten“ aus, der sich an Studierende deutschsprachiger Hochschulen in den Bereichen Szenografie, Bühnenbild, Architektur, interaktive Medien sowie Medien im Raum wendet.

 

Die FMF erhält hierzu von der Stadt eine Zuwendung von 80 000 Euro aus nicht verwendeten Mitteln des Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen aus dem Jahr 2016. Dass sich dort offenbar eine Summe in dieser Größenordnung ansammeln kann, sorgte – bei einmütiger Zustimmung zu dem Projekt – bei einigen Stadträten aus den Reihen von SPD und Lubu für Irritationen.

 

Die Ausschreibung von „Ludwigswelten“ ist noch für diesen Mai vorgesehen. Die Umsetzung ist für August und September 2018 geplant. Die FMF verfügt über einige Erfahrung in dem Bereich. Die von ihr organisierte Plattform „Raumwelten“ verbindet Szenografie, Architektur und Medien und beschäftigt sich schon seit 2012 in unterschiedlichen Formaten mit Fragen der Kommunikation im Raum.