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Atommeiler-Rückbau

Castor-Transport auf dem Neckar ist genehmigt

Gegen den Widerstand von Atomkraftgegnern hat das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit den Transport von Castor-Behältern mit radioaktivem Müll auf dem Neckar erlaubt. Die Beförderung von 15 Behältern mit insgesamt 342 Brennelementen vom stillgelegten AKW Obrigheim zum Zwischenlager Neckarwestheim (GKN) sei genehmigt, teilte die Behörde gestern mit.

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Probelauf auf dem Neckar: Mit den Schiffen ist der Castortransport bereits getestet worden. Archivfoto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Die Gemeinde Neckarwestheim will die Transporte aber verhindern. Bürgermeister Jochen Winkler sagte der Heilbronner Stimme, seine Gemeinde prüfe einstweiligen Rechtsschutz. Sie bekomme erst in 14 Tagen die Unterlagen, die sie benötige, um eine Klage gegen die Transportgenehmigung prüfen zu können. „Es ist sehr ärgerlich, dass parallel die Genehmigung erteilt wurde“, sagte er.

Die Betreiberin, die EnBW Kernkraft GmbH, will nach eigenen Angaben noch in dieser Woche mit der Beladung der ersten drei Castoren beginnen. Pro Schiffstransport sollen drei Behälter nach Neckarwestheim gebracht werden, so dass voraussichtlich mit fünf Transporten zu rechnen ist. Der Zeitpunkt blieb zunächst unklar.

Dagegen gibt es auch Bürgerproteste. „Ein gekentertes Schiff kann nicht einfach so geborgen werden. Ein Unfall betrifft viele Kilometer Wasser und Tausende Menschen“, hatte die Landesvorsitzende des Umweltverbandes BUND, Brigitte Dahlbender, gesagt. Atomkraftgegner veranstalten am Sonntag einen Demo-Spaziergang. (dpa/red)

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