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Nationalcircus

Chinesen zeigen Körperkunst vom Feinsten

Meisterakrobaten aus Fernost begeistern bei fünf Vorstellungen in der MHP-Arena – Show mit traditioneller Akrobatik entführt nach Fernost

Mit ihrer Kunst des Verbiegens und der Jonglage haben die Artisten des Chinesischen Nationalcircus bei den Shows in der MHP-Arena begeistert. Fotos: Andreas Becker
Mit ihrer Kunst des Verbiegens und der Jonglage haben die Artisten des Chinesischen Nationalcircus bei den Shows in der MHP-Arena begeistert. Foto: Andreas Becker
Mit ihrer Kunst des Verbiegens und der Jonglage haben die Artisten des Chinesischen Nationalcircus bei den Shows in der MHP-Arena begeistert. Fotos: Andreas Becker
Mit ihrer Kunst des Verbiegens und der Jonglage haben die Artisten des Chinesischen Nationalcircus bei den Shows in der MHP-Arena begeistert. Foto: Andreas Becker
Mit ihrer Kunst des Verbiegens und der Jonglage haben die Artisten des Chinesischen Nationalcircus bei den Shows in der MHP-Arena begeistert. Fotos: Andreas Becker
Mit ihrer Kunst des Verbiegens und der Jonglage haben die Artisten des Chinesischen Nationalcircus bei den Shows in der MHP-Arena begeistert. Foto: Andreas Becker

Ludwigsburg. Mit akrobatischem Können und Körperbeherrschung auf höchstem Niveau haben die Akteure des Chinesischen Nationalcircus bei fünf Aufführungen am Wochenende in der MHP-Arena begeistert. Das fast zweistündige Programm entführte die Zuschauer in eine Welt fernöstlicher Fantasie mit witzigen Kobolden, anmutigen Tempeltänzerinnen und athletischen Kriegern. Untermalt wurde der Charakter dieser Show durch die farbenprächtigen, aufwendig gestalteten Kostüme der Artisten.

Hochseilartistik gehört zwar nicht zum Repertoire der Artisten aus Fernost. Aber mit Menschenpyramiden und meterhohen Aufbauten erreichten die Künstler zuweilen schwindelerregende Höhen. Glücklicherweise wird Sicherheit beim Chinesischen Nationalcircus groß geschrieben: So wurden die Künstler bei den besonders gefährlich anmutenden Aufführungen mit Seilen gesichert.

Das preisgekrönte Ensemble von 45 Meisterakrobaten kommt aus Hangzhou, das ist die Hauptstadt der Provinz Zhejiang. Sie erweckten in der Show bekannte Protagonisten der chinesischen Mythologie zum Leben. So spektakulär die einzelnen Darbietungen auch waren: Sie wurden mit einem hohen Maß an Konzentration und fernöstlicher Unaufgeregtheit aufgeführt.

Das Werkzeug der Artisten ist ihr Körper

Die Gesetze der Schwerkraft scheinen für die Akteure des Chinesischen Nationalcircus nicht zu gelten. Das Werkzeug der Artisten ist in erster Linie ihr Körper. Außerdem bedienen sie sich einiger Alltagsgegenstände wie Bänken, Kerzenleuchtern, Hüte und Tellern, um ihr Können zu zeigen. Ob fliegende Diabolos, eine spitzentanzenden Balletttänzerin auf dem Kopf ihres Untermanns, Handstände auf hochgestapelten Stuhltürmen, waghalsige Reifenspringer, Fußjonglagen mit chinesischen Schirmen und nicht zuletzt die Kunst des Verbiegens sorgten für Begeisterung bei den Zuschauern.

Bei einigen Übungen stockte so manchem Zirkusfan der Atem: Zum Beispiel als eine junge Artistin auf mehreren gestapelten Bänken – minutenlang getragen von einer Artistin auf dem Boden – in mehreren Metern Höhe balancierte. Balance, Kraft und Konzentration spielen nicht nur bei dieser Darbietung eine wichtige Rolle.

Mit Anmut und Eleganz wurden illuminierte Diabolos in die Luft geschleudert – und mit Hilfe eines Seils wieder aufgefangen. Selbst komplexe Übungen wurden mit großer Leichtigkeit ausgeführt: Dazu gehörte die Jonglage mit bis zu sechs Strohhüten gleichzeitig oder die Darbietung mit den unzähligen auf langen Stäben tanzenden Tellern und Schüsseln. Es waren aber auch die anfangs weniger spektakulär anmutenden Vorführungen, die beim Publikum ankamen: So ließen Tänzerinnen kleine bunte Teller auf Stäben tanzen – sogar während eines Kopfstands. Mit lautem Jubel wurde der Artist bejubelt, der durch den höchsten Ring eines meterhoch aufgestapelten Turms sprang. Schon beim Zuschauen konnte einem schwindelig werden, als sich ein Artist oben auf einer hohen Menschenpyramide, die von einem Gestell gekrönt wurde, mit Kopfsprüngen fortbewegte.

Für die humorvolle Komponente sorgten die beiden Clowns: Einer von ihnen war Raoul Schoregge, der seit dem Jahr 2000 als Produzent des Chinesischen Nationalcircus tätig ist. Er schafft es nicht nur, seit vielen Jahren atemberaubende Shows auf die Beine zu stellen. Von der ersten Minute an hatte er die Zuschauer im Griff – ob beim Applaudieren um die Wette oder beim Zielen eines imaginären Balls auf eine Papiertüte. Mit lautem Klirren ging bei einer dieser Wurfaktionen, für die er die Zuschauer einbezog, ein glücklicherweise ebenfalls imaginärer Scheinwerfer zu Bruch, aber: So weit daneben hätten die Ludwigsburger natürlich nicht gezielt. Als Naturtalent erwies sich der kleine Zirkusfan, der in die Manege geholt wurde und eine Einführung in die Clownerie erhielt. Eine Show für sich war das Schlussbild im Rund der Manege, für das die Artisten in wunderschönen Kostümen auftraten. Und so hatte Raoul Schoregge allen Grund, sich bei den Ausnahmetalenten aus China und dem zirkusbegeisterten Publikum in der MHP-Arena zu bedanken.

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