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Corona: Polizei löst Feier auf

21 Erwachsene und Kinder in einer Wohnung – Bußgeld von rund 160 Euro droht

Ludwigsburg. Eine Feier mit Folgen: Mitten in Zeiten strenger Kontaktbeschränkungen hat eine Familie in Eglosheim in ihrer Wohnung einen Kindergeburtstag gefeiert. Die zwölf Kinder unter 14 Jahren wären in Coronazeiten zwar nicht vernünftig, aber erlaubt gewesen – die sieben Erwachsenen und zwei Jugendlichen, die sich ebenfalls dort aufhielten, waren es jedoch nicht. Laut Corona-Verordnung sind nur Treffen von zwei Haushalten erlaubt, wobei einer der Haushalte nur aus einer Person bestehen darf.

Als die Polizei – von einer Nachbarin aus dem Umfeld alarmiert – gegen 18.40 Uhr in der Markgröninger Straße in dem Mehrfamilienhaus ankam, traf sie auf die doch umfassende Geburtstagsgesellschaft. Dabei stellte sich heraus, dass die Erwachsenen und Jugendlichen aus insgesamt fünf Haushalten stammten. „Die Geburtstagsfeier wurde umgehend aufgelöst“, so die Polizei.

„Mit Unverständnis“, formuliert es der Pressesprecher der Polizei, hätten die Feiernden auf das Auftauchen der Beamten reagiert, „aber nicht aggressiv“. Hätten sich die Beteiligten zudem noch geweigert, die Wohnung zu verlassen, setzt er hinzu, wäre mit dem Verstoß gegen die Corona-Notverordnung auch ein Platzverweis möglich gewesen. Dies allerdings ist derzeit eher Theorie: „Das muss man schon sagen: Das Auflösen von Partys ist nicht an der Tagesordnung in unserer Polizeiarbeit.“

Die Reaktionen unserer Leser auf die Geburtstagsfeier mitten in Corona ist zerrissen. „Geburtstag feiern mit so vielen Personen in dieser Zeit einer weltweiten Pandemie, muss das wirklich sein?“, schreibt eine Leserin auf der LKZ-Facebookseite. Eine andere erinnert an die Verantwortung: „Meine Kinder wie auch andere schulpflichtige Kinder sitzen seit Wochen daheim und haben Homeschooling wegen solcher Egoisten.“ Ein Leser stimmt ihr zu: „Diese Ignoranz ist es, die die Zahlen immer wieder hochschnellen lässt.“

Andere indes beklagen den Eingriff in ihre Privatsphäre und die Anzeige: „Früher hat man unter Nachbarn gesprochen. Heute ruft man die Polizei“, bedauert einer, ein anderer wägt ab: „Bei wem liegt das Fehlverhalten? Bei den Partygängern oder der Nachbarin. Die Party war wohl zuerst.“

Teuer dürfte die Geburtstagsfeier auf jeden Fall werden: Bei diesem Verstoß gegen die Corona-Verordnung werden laut Stadtverwaltung pro Teilnehmer 130 Euro Bußgeld fällig, plus 28,50 Euro für Auslagen und Gebühren. Das Bußgeld richtet sich nach den Landesvorgaben.

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