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Zeugen gesucht

„Da ist mein Schutzengel mitgefahren“

51-Jähriger aus Freiberg hofft nach Unfall auf der B 27 bei Kornwestheim, dass BMW-Fahrer gefunden wird

Ludwigsburg. „Ich hatte ein Riesenglück, dass mir nicht mehr passiert ist“, sagt René Aurich aus Freiberg. Am Mittwochmorgen gegen 5.30 Uhr hatte er mit seinem Motorrad auf dem Weg zur Arbeit auf der B 27 zwischen Ludwigsburg und Stuttgart auf Höhe des Blitzers bei Kornwestheim einen Unfall (wir berichteten). Der Fahrer eines 1er-BMW touchierte ihn beim Wechsel des Fahrstreifens und brachte den 51-jährigen Motorradfahrer zu Fall. „Wenn er mich nur berührt hätte, hätte ich mein Motorrad zum Stehen gebracht“, sagt Aurich, der seit 35 Jahren unfallfrei Motorrad fährt. Doch da ihn der BMW-Fahrer am Vorderrad erwischte, konnte Aurich seine Maschine nicht mehr abfangen. Rund 250 Meter weit ist er über den Asphalt geschlittert, hat ihm die Polizei anschließend gesagt. Dabei zog er sich Prellungen am Oberkörper, ein Schleudertrauma sowie Schürfwunden am Knie zu. „Da ist wohl mein Schutzengel mitgefahren“, vermutet Aurich, denn wenn er unter die Mittelleitplanke geraten wäre, hätte er tot sein oder sich schwerste Verletzungen zuziehen können. Nicht auszudenken auch, wenn Autofahrer hinter ihm nicht mehr rechtzeitig hätten bremsen können und ihn überrollt hätten.

Schon in Ludwigsburg sei ihm der BMW-Fahrer mit seiner aggressiven Fahrweise aufgefallen. Nach dem Ortsausgang habe sich René Aurich um den Fahrer des dunkelblauen BMW mit LB-Kennzeichen allerdings keine Gedanken mehr gemacht. Auf der linken Spur sei der 51-Jährige Richtung Stuttgart gefahren, bis er den BMW-Fahrer bei Kornwestheim im rechten Außenspiegel wahrgenommen habe. „Er hat die Autos rechts überholt und ist dann rücksichtslos rübergezogen, weil vor ihm zwei Lkw fuhren“, erinnert sich Aurich. Er habe niemals damit gerechnet, dass der BMW die Spur wechselt. „Dass man ein solches Manöver fährt, ist schon rücksichtslos“, sagt Aurich, „doch dass er dann aus Feigheit einfach weiterfährt, ist in höchstem Maße verantwortungslos.“ Umso mehr hofft der Freiberger, dass die Polizei den geflüchteten Unfallfahrer ausfindig macht. Ein Zeuge sei dem Mann gleich hinterhergefahren, habe ihn dann aber aus den Augen verloren. Ein weiterer Zeuge hätte den Unfallhergang detailgetreu schildern können. René Aurich setzt seine Hoffnungen auch auf das Internetportal Facebook, wo er Zeugen dazu aufgerufen hat, sich bei ihm zu melden. Rund 12 000 Mal wurde der Beitrag Stand gestern Nachmittag bereits geteilt. „Ich bin zuversichtlich, dass der Kerl geschnappt wird“, sagt Aurich, der sich sicher ist, irgendwann wieder Motorrad zu fahren.

Wir rechnen uns durchaus Chancen aus, den Fahrer zu ermitteln“, sagt eine Sprecherin der Polizei gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Dabei seien sie allerdings auf Zeugenhinweise angewiesen. Diese nimmt die Polizei unter Telefon (0 71 54) 1 31 30 entgegen.