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Damit die Teenagerliebe gelingt

Projekttag an der Oscar-Walcker-Schule – Q-Rage führt Theaterstück auf

Die Schauspieler von Q-rage schlüpfen bei der Aufführung an der Oscar-Walcker-Schule in die Rolle von Franzi und Lars. Foto: privat
Die Schauspieler von Q-rage schlüpfen bei der Aufführung an der Oscar-Walcker-Schule in die Rolle von Franzi und Lars. Foto: privat

Ein interaktiver Projekttag zur Prävention von sexuellen Übergriffen in Teenagerbeziehungen hat an der Oscar-Walcker-Schule in Kooperation mit der Fachberatungsstelle Silberdistel und der Polizeidirektion Ludwigsburg stattgefunden.

Die Theatergruppe Q-rage führte das Stück „Grenzbereiche“ auf, das anschließend mit Vertretern aus Beratungsstellen in geschlechtshomogenen Schülergruppen besprochen wurde. Wie die Schule mitteilt, bestand die Aufgabe für die Jugendlichen darin, sich jeweils mit der gleichgeschlechtlichen Spielfigur im Stück zu identifizieren und Fragen und Wünsche an das andere Geschlecht zu erarbeiten. Außerdem erhielten sie Informationen über die gesetzlichen Regelungen und über Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort.

Sexuelle Übergriffe nehmen zu

„Könntet ihr nicht ein Theaterstück entwickeln zur Prävention von sexuellen Übergriffen in Teenagerbeziehungen?“ Mit diesem Anliegen hatte sich die Fachberatungsstelle Silberdistel im Herbst 2012 an die Ludwigsburger Theatergruppe Q-rage gewandt. Die Mitarbeiter von Silberdistel hatten beobachtet, dass Grenzverletzungen bis hin zu sexuellen Übergriffen zwischen Jugendlichen häufiger vorkommen als erwartet.

Diese entstehen oft in lustigen Freizeit- oder Partysituationen, die aus dem Ruder laufen. Ein anfänglich gemeinsames Interesse aneinander oder ein spaßhaftes Flirten und Necken kann sich zu einer grenzverletzenden, demütigenden Situation entwickeln. Ein „Nein“ wird nicht wahrgenommen oder bewusst übergangen. Argumentiert wird gerne damit, dass alles nur Spaß sei und die andere Person kein Spielverderber sein solle.

Sexuelle Grenzverletzungen bis hin zu sexualisiertem Cyber-Mobbing, zum Beispiel durch das Veröffentlichen intimer oder schambesetzter digitaler Fotos in sozialen Netzwerken, können jedoch zu starken psychischen Belastungen bei den betroffenen Jugendlichen führen.

Das Projekt will Schüler für Grenzverletzungen sensibilisieren, sie in ihrer Würde stärken und zu einem fairen und grenzachtenden Umgang miteinander motivieren, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Durch das Theaterstück der Ludwigsburger Theatergruppe Q-rage gelingt es, Jugendliche in ihrer Lebenswelt abzuholen. Es stellt die Geschichte eines Mädchens (Franzi) und eines Jungen (Lars) dar, die sich näher kennenlernen wollen und sich für ein erstes Date verabreden. Beide sind neugierig auf das andere Geschlecht. Der Junge steht ein wenig unter Erfolgsdruck, für das Mädchen steht im Vordergrund, Spaß zu haben (nicht zwingend erotisch).

Spielszenen zeigen Lösung auf

Im Stück werden sowohl die Sehnsüchte von Jugendlichen nach Nähe und Intimität, als auch ihre Unsicherheiten und Unklarheiten im Umgang mit dem anderen Geschlecht gezeigt. Über allem aber steht das Ziel, dass beide Jugendliche eine gute Zeit miteinander verbringen wollen.

Im Stück gelingt das, da sie beim Anecken an Grenzen, bei entstehenden Irritationen und Grenzverletzungen durch eine Moderation und durch die Personen im Publikum Unterstützung erhalten. Am Ende steht der geglückte Start einer romantischen Teenagerliebe.

Nähere Informationen erteilt die Beratungsstelle Silberdistel unter www.silberdistel-ludwigsburg.de.