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CORONA

Das Blüba bleibt weiter geschlossen

Das Blühende Barock beendet seine Saison 2020 mit sofortiger Wirkung. Das teilte das Blüba am Montag in einer Pressemitteilung mit. Grund dafür ist die ab 1. Dezember geltende Landesverordnung. Der zufolge ist Botanischen Gärten, zu denen das Blüba zählt, der Betrieb untersagt.

Nach einem verspäteten Saisonbeginn im Frühjahr schließt das Blühende Barock seine Tore früher als geplant. Foto: Ramona Theiss
Nach einem verspäteten Saisonbeginn im Frühjahr schließt das Blühende Barock seine Tore früher als geplant. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. „Die hohen Infektionszahlen machen unsere Hoffnung auf Wiederöffnung zunichte“, schreibt die Blüba-Verwaltung in ihrer Pressemitteilung. Direktor Volker Kugel sagt gegenüber unserer Zeitung: „Ich bin überrascht. Ich hätte gedacht, dass man zumindest während unserer Schließzeit die Lage anders einschätzt.“

Nachdem das Blühende Barock aufgrund der Pandemie verspätet in die Saison starten konnte, musste bereits am 2. November wieder geschlossen werden. Dabei wollte Volker Kugel den Park als Ausgleich für den späten Start das Saisonende um ein paar Wochen nach hinten, auf den 6. Dezember verlegen. Anfang November hatte er noch gehofft, zumindest in den ersten Dezembertagen oder ein bisschen darüber hinaus zu öffnen, und die neu konzipierten „Leuchtenden Traumpfade“ zu zeigen. Auch daraus wird nun nichts. Überdies wird das Blüba auch in der Winterzeit, wenn Bürger normalerweise ohne Eintritt auf dem Gelände spazieren gehen können, seine Tore geschlossen halten müssen.

„Die Gesellschafter des Blühenden Barock (Land Baden-Württemberg und Stadt Ludwigsburg) setzen damit die aktuelle Corona-Verordnung vom 30. November um, nach der Freizeitparks, Tierparks, zoologische und botanische Gärten, wie zum Beispiel die Wilhelma, andere Schlossgärten und in dem Fall auch das Blüba für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben müssen. Damit ist das Aus der eigentlich verlängerten Saison nun endgültig besiegelt“, heißt es in der Mitteilung. Die aktuelle Regelung gilt bis mindestens zum 20. Dezember.

Immerhin: Der Aufsichtsrat des Blühenden Barock hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, dass die „Leuchtenden Traumpfade“ im Jahr 2021 als Abschluss der Saison durchgeführt werden sollen.

Mit dem vorzeitigen Ende ist auch klar, dass das Defizit, das die Gartenschau in diesem Jahr eingefahren hat, noch größer wird als es ohnehin schon absehbar war. Bereits nach dem Lockdown im Frühjahr hatte die Gartenschau eine Unterstützung von jeweils 200000 Euro von Stadt und Land bekommen. Im November hatten die Gesellschafter jeweils mit weiteren 100000 Euro ausgeholfen. Da hatte Kugel aber noch die vage Hoffnung, doch noch für zwei oder drei Wochen öffnen zu können.

Andere Bundesländer bewerten die Öffnung von Botanischen Gärten nach Recherchen unserer Zeitung anders. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist der Westfalenpark in Dortmund weiterhin geöffnet. Auch Niedersachsen lässt öffentliche Parkanlagen offen, wie zum Beispiel die Herrenhäuser Gärten in Hannover. Selbst in der Bundeshauptstadt Berlin ist der Berliner Zoo trotz Corona geöffnet.

Im Gegensatz zum Berliner Zoo verlangt das Blüba im Winter keinen Eintritt. Es gibt auch keine Attraktionen, alle Schau-Effekte sind abgebaut, der Märchengarten ist geschlossen. Und anders als im Sommer, als man aufgrund der hohen Besucherzahlen die maximale Personenzahl im Park von 6000 auf 4000 reduziert hatte, geht es im Winter auf dem rund 30 Hektar großen Areal ruhig und beschaulich zu.

„Wir bauen jetzt alles ab und machen den Garten winterfest“, sagt Volker Kugel. Bis zuletzt hatte er gehofft, die Leuchtenden Traumpfade doch noch zeigen zu können. Alles war so organisiert, dass diese innerhalb von wenigen Tagen hätten an den Start gehen können. Nachdem diese Option geplatzt ist, wird alles für die Winterpause vorbereitet in der Hoffnung, zumindest im kommenden Frühjahr wieder planmäßig in die Saison starten zu können.

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