Logo

tourismus & Events

„Das Budget ist auf Kante genäht“

Die Konsolidierungsphase ist abgeschlossen, doch das mächtige Aufgabenpaket setzt Tourismus & Events unter Druck. Im Fokus steht dabei insbesondere die Instandhaltung der Veranstaltungsgebäude.

Das Sorgenkind ist das Forum (links), dessen Gastronomie und auch Technik erneuert werden. Die Musikhalle (oben) ist nicht so ausgelastet, wie es sein könnte, und die MHP Arena soll langfristig eine neue Fassade bekommen und erweitert werden.Fotos: B
Das Sorgenkind ist das Forum (links), dessen Gastronomie und auch Technik erneuert werden. Die Musikhalle (oben) ist nicht so ausgelastet, wie es sein könnte, und die MHP Arena soll langfristig eine neue Fassade bekommen und erweitert werden. Foto: Bürkle, Wolschendorf (2)
350_0900_23251_24_01_19Wolschendorf_43.jpg
350_0900_23252_23_07_18Buerkle_7.jpg

Ludwigsburg. „Wir haben einigermaßen eine Punktlandung hingelegt.“ Trotz seines Ärgers über 58.000 Euro, die Tourismus & Events 2018 den Plan überzogen hat, sieht sich Geschäftsführer Mario Kreh in der neuen Linie bestätigt. „Die Aufarbeitung alter Aufgaben und teilweise auch alter personeller Themen sind zu einem großen Teil abgeschlossen“, heißt es in der eigenen Chancenbewertung. Zur Erinnerung: Nachdem Tourismus & Events kurz hintereinander zweier Geschäftsführer verlustig ging, trat im Juli 2017 Mario Kreh ans Ruder, Anfang 2018 machte Stellvertreter Elmar Kunz die Doppelspitze komplett.

Und der Aufgaben sind viele: 2018 widmete sich Tourismus & Events dem Ausbau der Marke Ludwigsburg, stemmte das 300-jährige Stadtjubiläum und 250 Jahre Pferdemarkt, baute nach einigen Fehlstarts das städtische WLAN aus, stieg in eine Digitalstrategie inklusive sozialer Medien ein, standardisierte seine Sicherheitskonzepte bei Festen und legte einen Leitfaden auf, propagierte Kongresse und Tagungen, definierte Zielmärkte und richtete das Tourismusmarketing neu aus, optimierte die Steuerung. Mit Elmar Kunz folgte die Entdeckung neuer touristischer Ziele wie der Steillagen am Neckar.

Die Kostenoptimierung indes ist schwierig: Die Instandhaltung wird immer teurer. „Der Gebäudeunterhalt der Veranstaltungsstätten wird einen immer größeren Bedarf an finanziellen Mitteln benötigen“, so Tourismus & Events in seinem Ausblick. In die Sanierung von Forum, MHP Arena und Musikhalle wurde bereits Geld gesteckt, doch das Forum ist ein pekuniäres Sorgenkind: Satte 3,4 Millionen Euro soll allein die Erneuerung von Restaurant und Großküche kosten – die trägt der Eigenbetrieb, der dafür andere Dinge (Verkabelung in der Arena oder Fotovoltaik fürs Forum) schieben muss. In ein paar Jahren steht zudem die Erneuerung der Arena-Fassade an, im Gespräch ist auch die Erweiterung in Richtung Ost für einen größeren Vip-Bereich. Für beides wurden dem Eigenbetrieb nun von der Stadt 200.000 Euro für erste Prüfungen zugesagt.

Dass der Eigenbetrieb nicht ohne hohe Zuschüsse auskommt, ist bei dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm und der Größe der Gebäude immanent. Die Kostendeckung bei den Eigenveranstaltungen erreicht nur der Weihnachtsmarkt, der aber dieses Jahr bei 141 statt der geplanten 183 Prozent lag. Hier spielte der Verzicht auf Stände in der Oberen Marktstraße nach Querelen mit einem Standbetreiber eine Rolle. Venezianische Messe und Pferdemarkt finanzieren sich gerade einmal zur Hälfte selbst. Der Zuschuss deshalb für 2019: sieben Millionen Euro.

Mario Kreh sprach Anfang Juli zu den Räten im Wirtschaftsausschuss von einer „sehr knappen Planung“. Tourismus & Events werde „immer im Nullerbereich liegen“, was immerhin eine ausgeglichene Bilanz bedeuten würde. Anerkennung „für die nur geringfügige Überschreitung des Budgets“ sprach Michael Vierling (Grüne) aus, Elke Kreiser (CDU) lobte den „neuen Drive“. Der Eigenbetrieb habe „wahnsinnig viel über die Jahre geschoben“. Zuversichtlich auch Johann Heer (FDP): „Sie werden die Chancen nutzen.“ Davon ist auch Florian Lutz (FW) überzeugt – die Richtung sei klar, „es funktioniert“. Verständnis kam auch von der SPD mit Daniel O’Sullivan: „Das Budget ist auf Kante genäht.“

Autor: