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Debatte um Luftfilter läuft in den sozialen Medien weiter

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Die Stadt sowie die Mehrheit des Gemeinderats hält keine weiteren Luftfilter an Ludwigsburger Schulen für nötig. Das ist das Ergebnis der jüngsten Debatte im Gemeinderat, zu der sich nun auch der Aufsichtsratschef des Filterherstellers Mann+Hummel äußert.

Ludwigsburg. Die Debatte im Gemeinderat über die Luftfilter war kontrovers – und sie wird auch nach Ende der Sitzung weitergeführt. In sozialen Medien wird weiterdiskutiert, vor allem die Befürworter der Filter machen dort ihrem Ärger über die Ablehnung des gemeinsamen Antrags von SPD, FDP und CDU Luft. Die drei Fraktionen hatten zwei Ziele: Elterninitiativen dürfen künftig Luftfilter anschaffen. Dafür gab es Zustimmung. Für den Wunsch, dass die Stadt eine halbe Million Euro dazugibt, damit auch Klassen ausgerüstet werden können, wenn sich nicht genug zahlungskräftige Eltern finden, gab es keine Mehrheit. Auch die Rathausspitze hält Fensterlüftung, die Teststrategie sowie die Hygieneregeln für ausreichend.

Thomas Fischer, Aufsichtsratsvorsitzender des Ludwigsburger Filterspezialisten Mann+Hummel reagiert auf die Berichterstattung unserer Zeitung. „Wir wollen den Kindern, Lehrern und Erziehern größtmögliche Sicherheit im täglichen Betrieb bieten. Dass unsere Geräte ein wichtiger Baustein im Sicherheitskonzept sind, haben viele wissenschaftliche Studien und Praxiseinsätze nachhaltig belegt.“ Mehr als 10000 Geräte habe das Unternehmen inzwischen verkauft, die Produktion aufgrund der hohen Nachfrage deutlich erhöht. „Wenn der Ludwigsburger Oberbürgermeister jetzt keine Geräte anschaffen möchte, um ‚keinen Haufen Müll [zu] produzieren‘, dann frage ich mich, wie er zur Verwendung von Einwegmasken und -spritzen steht?“ OB Knecht hatte in der Sitzung argumentiert, dass er mit der baldigen Zulassung einer Coronaimpfung für Kinder unter zwölf Jahren rechne und die Luftfilter dann ohnehin überflüssig seien. Er sagte daraufhin, er würde die Filter daher nicht anschaffen, weil er keinen Haufen Müll produzieren wolle.

Fischer entgegnet: „Antivirale Luftreiniger sind kein Coronaphänomen: Unsere Geräte filtern 99,995 Prozent der Viren, Bakterien und freien Allergene aus der Luft – egal ob Corona- oder Grippeviren, egal ob Feinstäube oder Gräserpollen. Sie können damit langfristig Krankheitstage reduzieren und Unterricht dauerhaft gewährleisten. Eine Perspektive, die mich als Familienvater nach eineinhalb Jahren voller Lockdowns und Homeschooling sehr positiv stimmt.“

Mann+Hummel hatte frühzeitig den Kontakt zur Stadt Ludwigsburg gesucht und den Vorschlag einer Modellstadt für Luftfilter an Schulen gemacht. Diese Idee konnte sich nicht durchsetzen. Fischer erinnert: „Nach zähem Ringen mit dem Rathaus durften wir schließlich die Abschlussprüfungen der Ludwigsburger Schulen mit unseren Geräten absichern – auf Spendenbasis.“