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Städtebau
Den Ehrenhof in Ludwigsburg gibt’s fast geschenkt

Der Ehrenhof liegt etwas versteckt zwischen Verwaltungsbau in der Wilhelmstraße und dem Scala. Foto: Ramona Theiss
Der Ehrenhof liegt etwas versteckt zwischen Verwaltungsbau in der Wilhelmstraße und dem Scala. Foto: Ramona Theiss
Der Ehrenhof beim Rathaus, bislang ein Parkplatz für Mitarbeiter, soll umgestaltet und begrünt werden. Der Bund übernimmt finanziell den größten Anteil, doch statt Frühjahr wird es eher Herbst, bis alles fertig ist.

Ludwigsburg. Mit Rollrasen ist der Platz ausgelegt worden, als sich Ludwigsburg um die Landesgartenschau beworben hatte. Damit hat es nicht geklappt, aber der Ehrenhof soll nun umgestaltet und begrünt werden. Bisher ein Parkplatz für die Verwaltung, sollen die 14 Stellplätze ersatzlos gestrichen werden. Unter den vier großen Platanen soll ein Rasen angelegt werden, das Kopfsteinpflaster soll durch gehfreundliche Platten ersetzt werden. Letzteres auch, weil das unebene Pflaster oft eine Stolperfalle ist und auch für Rollstühle ungeeignet ist.

Der Ehrenhof, der etwas versteckt im hinteren Bereich des Rathauses liegt und an die Kulturstätte Scala angrenzt, soll nicht nur schöner werden, wie im Mobilitäts- und Umweltausschuss berichtet wurde. Er soll ein offener Platz für alle werden. Er kann für Events oder von der Stadtbücherei genutzt werden. Es werden auch Sitzgelegenheiten angeboten.

Im Hinterhof soll eine grüne Oase entstehen

Die Umgestaltung will auch ein Beitrag zum Klimaschutz sein. „Im Sommer stellen wir hier eine hohe Hitzeentwicklung fest“, so Ulrike Schmidtgen vom Fachbereich Tiefbau und Grünflächen. Gemessen wurde an normalen Sommertagen eine gefühlte Wärmebelastung von 37 bis 39 Grad Celsius. Der Platz wird zur Hälfte entsiegelt, womit das Mikroklima verbessert werden soll. In der Verwaltung spricht man von einer „grünen Oase“ in der Stadt. Eine „Kuschelecke soll’s aber nicht werden“, so Schmidtgen, die soziale Kontrolle müsse trotz allem da sein.

„Das nehmen wir gerne mit“, sagte Frank Handel (Grüne) zu der Förderung und appellierte, die Möblierung flexibel zu halten. Auch sollte der Platz nicht zu sehr durchgestaltet werden und eine insektenfreundliche Beleuchtung berücksichtigt werden. Insgesamt toll, findet Gabriele Seyfang (CDU), der Entwurf sieht ihr allerdings auch noch „zu steril und streng“ aus. Andreas Rothacker (Freie Wähler), der auch die Scala Gastronomie betreibt, ist zuversichtlich, dass der Platz angemessen gestaltet wird, er sei in engem Kontakt mit der Stadt über die Ausgestaltung.

Noch kein Durchgang Richtung Sternkreuzung

Sebastian Haag (FDP) zeigte sich beeindruckt, wie viele Autos früher dort Platz hatten. Aktuell gibt es 14 Stellplätze, auf einem Foto von 1981 sind 30 bis 40 Parkplätze zu sehen. Er betonte aber, dass die Entsiegelung und Umgestaltung des Platzes richtig und wichtig sei.

Ob auch an einen Zugang in Richtung Sternkreuzung gedacht wird, wollte Jochen Zeltwanger (Freie Wähler) wissen. Zumal es früher Pläne gab, das Verwaltungsgebäude zur Wilhelmstraße hin zu öffnen und einen Durchgang herzustellen. Doch das Projekt ist vorerst zurückgestellt. Das würde, so Bürgermeister Sebastian Mannl, in den Gebäudekomplex eingreifen. „Das ist etwas komplexer“, warnte er.