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Fridays for Future

„Der Klimawandel macht keine Ferien“

Auch in der freien Zeit demonstrieren Schüler für den Klimaschutz – 30 Teilnehmer in Ludwigsburg– Im Mittelpunkt stehen die Brände im Amazonas

Eine kleine, dennoch laute Gruppe Demonstranten macht in der Innenstadt auf den Klimawandel aufmerksam. Foto: Ramona Theiss
Eine kleine, dennoch laute Gruppe Demonstranten macht in der Innenstadt auf den Klimawandel aufmerksam. Foto: Ramona Theiss

Oft wird den Jugendlichen, die freitags für den Klimaschutz auf die Straße gehen, vorgeworfen, sie wollen nur Schule schwänzen und interessieren sich eigentlich gar nicht für das Klima. Darüber können die drei Mädels, die am Ludwigsburger Bahnhof auf den Start der zwölften Klimademonstration warten, nur den Kopf schütteln. „Auch deshalb wollen wir ein Zeichen setzen“, sagt eine Schülerin des Goethe-Gymnasiums. Und ihre Freundin fügt hinzu: „Der Klimawandel macht schließlich auch keine Ferien.“ Die drei wollen so lange streiken, bis in der Politik etwas passiert. „Weniger Plastik, mehr erneuerbare Energien“, nennt eine Jugendliche Beispiele für das, was die Bewegung von Politikern fordert. Dabei gehe es nicht nur darum, die Bundeskanzlerin zum Handeln aufzufordern. Auch auf der lokalen Ebene, in Ludwigsburg und den Kommunen im Kreis könnte angefangen werden, sagt eine Demonstrantin.

Das nehmen sich die Schüler selbst zu Herzen. Zwei junge Frauen, die jetzt in die elfte Klasse kommen, wollen im kommenden Schuljahr eine Umwelt-AG an ihrer Schule anbieten. In der Gruppe sollen Tipps für einen umweltbewussten Alltag erarbeitet werden: Mülltrennung, zum Beispiel, und das Pfandsystem.

Ein Schüler ist das erste Mal beim Klimastreik dabei. Er findet es sehr gut, dass auch in den Ferien Demonstrationen stattfinden. Denn er will in der Schule nichts verpassen, aber trotzdem etwas fürs Klima tun. „Warum sollten wir in den Ferien aufhören?“, fragt ein andere dazwischen. Es gehe ja schließlich nicht darum, Schulstunden zu verpassen, sondern darum, etwas zu bewegen. „Trotzdem ist die Bewegung nur so bekannt geworden, weil während der Schulzeit demonstriert wird“, sind sich die Schüler sicher.

Thema des Streiks sind dieses Mal hauptsächlich die Brände im Regenwald. Auf der B.27 hält ein Schüler eine Rede darüber, wie ernst die Lage im Amazonas sei. Andere halten Plakate in die Höhe, um den Autofahrern die Sache nahezubringen. Während die stehenden Autos hupen, sagt der Schüler am Mikro: „Wenn die Bäume sterben, sterben auch wir.“ Auf dieses Stichwort lässt sich ein Großteil der etwa 30 Demoteilnehmer auf den Boden fallen, der Rest schnappt sich Kreide, um die Umrisse wie bei einem Tatort zu kennzeichnen. Ein sogenanntes „Die-In“ machen die Ludwigsburger Demonstranten bei jedem Protest, nun zum ersten Mal mit Kreide. „Damit auch danach noch etwas sichtbar bleibt von unserer Aktion“, erklärt eine Organisatorin.

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