Logo

Verkehr

Der Kreisel kommt

Trotz deutlich gestiegener Kosten soll der Kreisverkehr beim Salonwald in der Aldinger Straße gebaut werden – Baubeginn ist für März 2018 geplant

350_0900_17643_COST14_11_17Buerkle_6.jpg

Ludwigsburg. Um den Kreisel beim Salonwald wurde hart gekämpft, es gab Beschwerden, Bürgerveranstaltungen, Planungsänderungen. Vor allem die Baumfällungen hat die Gemüter bewegt – und teils heftige Gegenreaktionen hervorgerufen. Nach vielen Hürden sollte der Kreisverkehr dann im Frühjahr gebaut werden, doch dann kam die nächste Hürde: Die Kosten lagen mit fast einer halben Million Euro weit über dem erwarteten Preis. Die Stadt, die politisch auch mit den Kosten für die Kreisverkehrs- und gegen eine Ampellösung argumentiert hatte, stoppte die ganze Sache.

Jetzt hat die Verwaltung dem Bauausschuss des Gemeinderats erneut eine Ausschreibung vorgelegt. Sie ist gewillt, den Kreisel zu bauen, auch um den Unfallschwerpunkt an der stark befahrenen Straße zu beseitigen. Die Kosten haben sich gegenüber der ersten Ausschreibung leicht verbessert, liegen aber deutlich über dem politisch diskutierten Preis. 970 000 Euro werde es kosten, hatte die Stadt der Bürgerinitiative versichert, die sich für eine Ampelregelung eingesetzt hatte. 1,26 Millionen Euro sind es geworden, es ist ein Plus von 290 000 Euro.

Was der Fachbereich Tiefbau schlicht auf die hohe Auslastung der Baufirmen, auf hohe Baupreise und weniger Interesse an den Ausschreibungen zurückführte. Dass es nun etwas günstiger geworden ist, liege am Bauablauf, der „optimiert“ worden sei, heißt es. Die Stadtwerke übernehmen 350 000 Euro an den Kosten, die Stadt muss 886 000 Euro aufbringen. Mehr als die Hälfte wird gefördert.

Einige Stadträte wollten das Thema erneut vertagen, auch wenn sie grundsätzlich für den Kreisel sind. Die Kostensteigerung sei doch erheblich, wie SPD-Fraktionsvorsitzende Margit Liepins (SPD) bemerkte. Lubu-Stadträtin Elga Burkhardt bemängelte, dass um 21.30 Uhr nach bereits viereinhalbstündigen Beratungen noch über solch hohe Ausgaben entschieden werden soll. Kritik an der viel zu langen Tagesordnung auch von Fraktionschefin Elfriede Steinwand (Grüne): „Sie haben das nicht im Griff“, warf sie dem Baubürgermeister vor.

Grünen-Stadtrat Michael Vierling kritisierte das Projekt auch als solches. Für ihn ist es angesichts der „massiven Erhöhung der Kosten“ ein Grund, nochmals umzudenken. Er verlangte eine Gesamtabwägung. Den Kreisverkehr, der viel Asphaltfläche produziere, störe innerhalb des Grünen Rings den Übergang zwischen dem besonders schützenswerten Salonwald und dem Krabbenloch, einer Grünzone, die sich bis vor in Richtung Jugendfarm und Oßweil zieht.

„Wir haben den Kreisverkehr längst beschlossen“, warf Andreas Seybold von den Freien Wählern ein, es gehe jetzt um die Vergabe der Bauarbeiten. Weshalb der Bauausschuss, auch auf Drängen des Baubürgermeisters, doch noch abstimmte. Mit großer Mehrheit bei drei Nein-Stimmen genehmigte er die Ausgaben. Der Kreisel kann damit gebaut werden.

Nach Angaben der Stadt sollen die Bauarbeiten nun ein Jahr verspätet im März nächstes Jahr beginnen. Je nach Witterung wird mit einer Bauzeit von neun Monaten gerechnet.