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Arsenalplatz

Der Pop-up-Park soll erst der Anfang sein

Eine Auszeit im Liegestuhl unter Kastanie und Ahorn – das ist jetzt im neuen Pop-up-Park in der Innenstadt möglich, wo ein Teil des Arsenalparkplatzes umgewandelt wurde. Doch am Arsenalplatz rauscht nicht nur der Wind in den Blättern, sondern auch der Verkehr vorbei. Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht will, dass deutlich weniger Autos die Wilhelmstraße nutzen – und nicht nur das.

Bitte Platz nehmen: Am Arsenalplatz gibt es einen neuen kleinen Pop-up-Park. Dort können Menschen innehalten oder ihre Ideen einbringen. Ganz nebenbei kann die Stadt zum Beispiel einen neuen Bodenbelag austesten und sehen, was die Bürger gerne nutzen
Bitte Platz nehmen: Am Arsenalplatz gibt es einen neuen kleinen Pop-up-Park. Dort können Menschen innehalten oder ihre Ideen einbringen. Ganz nebenbei kann die Stadt zum Beispiel einen neuen Bodenbelag austesten und sehen, was die Bürger gerne nutzen.Foto. Holm Wolschendorf

Innerhalb von vier Wochen haben die Planer aus dem Rathaus und ein Team von Landschaftsgärtnern der Technischen Dienste (TDL) aus zwölf Parkplätzen und der Wendeplatte einen Pop-up-Park in der Innenstadt geschaffen. 250 Quadratmeter Rollrasen, 70 Quadratmeter Sandkasten und 40 Ahornbäume in Kübeln sollen die Innenstadt an dieser Stelle aufwerten und die Menschen zum Verweilen einladen. Hat die Stadt in Zeiten von Sparzwängen für sowas Geld? Diese Frage wurde während der Bauphase oft gestellt. 30000 Euro Fördergeld fließen aus dem Bundesprogramm Pop-Up-Innenstadt.

Mit diesem Fördergeld schafft die Stadt den ersten Schritt in der Umgestaltung des Arsenalplatzes. Bürgermeister Michael Ilk erinnerte zum Ende seiner Amtszeit bei der Einweihung des Platzes an die lange Historie. Im Oktober 2013, Michael Ilk war frisch nach Ludwigsburg gekommen, war der Auftakt für ZIEL – die zentrale Innenstadt-Entwicklung. Ziel von ZIEL: Die Achse vom Bahnhof zur Innenstadt aufwerten. Ob Ilk damals geahnt hat, wie zäh die Umgestaltung dieser Achse werden würde? Vermutlich nicht. Inzwischen, nicht ganz ein Jahrzehnt später, kann Ilk im Liegestuhl im Sandkasten sitzend an die teils erbitterten Diskussionen im Gemeinderat um den Parkplatz am Arsenalplatz zurückdenken.

Bürgermeisterin Andrea Schwarz blickt in die Zukunft der Innenstadt. 22 Planungsbüros haben ihre Ideen für die Gestaltung des Arsenalplatzes eingereicht, drei sind in der engeren Auswahl, sollen dem Preisgericht in Kürze (endlich) ihre überarbeiteten Entwürfe vorstellen. Dieser Termin sei wegen der Coronapandemie immer wieder verschoben worden, so Schwarz. 2023, wenn die öffentliche Tiefgarage im Regele-Areal fertiggestellt ist, soll der Pop-up-Park ausgedient haben. Dann will Andrea Schwarz mit der Umgestaltung des gesamten Parkplatzes beginnen. Doch auch dies sei eine Interimsgestaltung. Sie rechnet nämlich damit, dass mit Blick auf die Kosten wohl „Schritt für Schritt“ gearbeitet werden müsse.

Die Veränderung soll sich, wenn es nach Andrea Schwarz und Matthias Knecht geht, aber nicht auf den Parkplatz allein beschränken. Das Staatsarchiv hat bekanntlich Erweiterungsbedarf. Auf dem Zeughausplatz (so nennt sich der kleine Parkplatz zwischen den Archivgebäuden am Schillerplatz) könnte ein Neubau entstehen. Das Erdgeschoss des angrenzenden Archivgebäudes in der Mathildenstraße ist bisher nicht zugänglich. Hier wünscht sich Andrea Schwarz eine Belebung, vielleicht durch Läden. „Wir sind in sehr guten Gesprächen mit dem Land“, sagt sie auf Nachfrage. Die öffentlichen Flächen sollen dann „gut miteinander verknüpft werden“, auch der Arsenalgarten hinter dem Staatsarchiv aus seinem Schattendasein herausgeführt werden.

Mit dem neuen Pop-up-Park habe man versucht „mit möglichst wenig Mitteln, möglichst viel zu erreichen“, so Schwarz. „Wir brauchen mehr Grün, mehr Genuss, mehr Stadterlebnis“, wünscht sich Matthias Knecht. Abends soll sich der Arsenalplatz auch als Treffpunkt für die Jugend anbieten. Tagsüber stört der Verkehrslärm noch die Liegestuhl-Idylle. „Wir wollen eine hohe Erreichbarkeit der Parkhäuser, aber keinen Durchgangsverkehr mehr auf der Wilhelmstraße“, postuliert Knecht. Das sei ein wichtiger Bestandteil der Weiterentwicklung der Innenstadt. Auch der neue kleine Stadtpark soll sich in den nächsten Monaten noch verändern. „Das ist die Basis, die sich hoffentlich mit den Ideen der Bürger schön weiterentwickelt“, hofft Joanna Wilcke, die das Projekt im Rathaus mitbetreut hat. In Kürze soll es ein Formular geben, mit dem sich Vereine, Gruppen und Einzelpersonen bewerben können.

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