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Corona

Diakonie-Weihnachtsessen fällt aus

Für alle Einsamen und Alleinstehenden wird es dieses Jahr ein besonders trauriger Heiligabend. Das von der Diakonie organisierte Essen in der Feuerseemensa kann aufgrund der Coronapandemie nicht stattfinden. Stattdessen bieten Ehrenamtliche und Sozialarbeiter aber einen Telefon-Plausch an.

Heiligabend in der Feuerseemensa: Dieses Jahr fällt das Angebot aus. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Heiligabend in der Feuerseemensa: Dieses Jahr fällt das Angebot aus. Foto: Holm Wolschendorf

„Wir haben hin- und herüberlegt, was umsetzbar ist, denn wir wollen auf jeden Fall ein Angebot machen“, sagt Martin Strecker, Geschäftsführer der Kreisdiakonie. Für die Diakonie ist die Pandemie eine riesige Herausforderung. Normalerweise sind die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen gewohnt, den Menschen in direktem Kontakt zu helfen. Aber das wird bei dem derzeitigen Verlauf der Coronakrise praktisch unmöglich.

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„Die psychosozialen Folgen der Krise werden uns noch lange begleiten.“

Martin Strecker
Geschäftsführer der Kreisdiakonie

Seit 1998 hat die Diakonie mit Unterstützung anderer Organisationen – etwa der Wohnungslosenhilfe und dem Rotary Club – ein Weihnachtsessen auf die Beine gestellt. „Heiligabend allein? Nein. Gemeinsam!“, heißt das Angebot, zu dem in den vergangenen Jahren jeweils über 250 Gäste in die Feuerseemensa gekommen waren.

Über 40 Ehrenamtliche haben sich um das Festessen und Geschenke gekümmert. Da kam ein bunter Mix an Alleinstehenden, etwa Witwen, die niemanden haben, aber auch Familien, die mit Weihnachten nicht so viel anfangen können, zusammen.

Um den Menschen trotz allem ein Angebot zu machen, werden an Heiligabend zwischen 14 und 20 Uhr Ehrenamtliche für einen Telefon-Plausch zur Verfügung stehen. „Wir bieten zwei Nummern an, die Leute sitzen hier bei uns im Haus der Diakonie“, sagt Strecker. Wie in den Jahren zuvor, so sei es auch bei diesem Angebot einfach gewesen, Freiwillige zu finden, die bereit sind, sich am Heiligabend zu engagieren. Die Idee: Wer sich an Heiligabend einsam fühlt und jemanden „zum Schwätzen“ sucht, kann sich bei den Mitarbeitern der Diakonie melden. Die sind auf einen eher lockeren Plausch eingestellt, sollten schwerwiegende Probleme oder Sorgen angesprochen werden, steht auch ein Spezialist bereit oder es wird an die Telefonseelsorge vermittelt – die ist über Weihnachten durchgängig zu erreichen.

Dass die Telefone der Diakonie heiß laufen, glaubt Strecker allerdings nicht. „Die Erfahrung der vergangenen Monate hat uns gezeigt, dass solche Angebote nicht so groß nachgefragt werden.“ Das sei aber nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. „Die nachbarschaftlichen Netzwerke funktionieren offenbar glücklicherweise noch.“

Strecker hat allerdings beobachtet, dass vom Thema Einsamkeit nicht nur Alleinstehende betroffen sind. Auch Menschen in Beziehungen oder Familien seien oftmals auf sich selbst gestellt und fühlten sich zunehmend einsam. Die psychosozialen Folgen der Krise werden uns noch lange begleiten, ist Martin Strecker sicher.

Ob die Diakonie über die Feiertage darüber hinaus noch weitere Angebote vorbereiten kann, soll sich in den nächsten Tagen herausstellen und hängt auch von den Entwicklungen der Coronapandemie ab.

Info: Die Telefone sind an Heiligabend von 14bis 20 Uhr besetzt. Die Nummern lauten (0176) 11954237 und (0176) 11954246.

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