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Leukämie

Die Ärzte sprechen von Bilderbuch-Transplantation

Der zweijährige Johannes, der an Leukämie erkrankt ist, hat im Februar eine Stammzellenspende bekommen. Inzwischen ist der kleine Ludwigsburger wieder zu Hause. Es geht ihm sehr gut.

Am liebsten spielt Johannes zurzeit mit seinem Helikopter. Foto: privat
Am liebsten spielt Johannes zurzeit mit seinem Helikopter. Foto: privat

An Weihnachten haben die Eltern von Johannes erfahren, dass es einen passenden Stammzellenspender für ihren Sohn gibt. Zwei Monate später ging es nach Tübingen für die Transplantation, danach musste Johannes noch 41 Tage zur Überwachung in der Klinik bleiben. Inzwischen ist er wieder zurück in Ludwigsburg. „Die Transplantation ist wie im Bilderbuch gelaufen, sagen die Ärzte“, berichtet der Vater von Johannes. Die Familie möchte ihren Namen nicht veröffentlichen.

Während der Zeit im Krankenhaus wurde etwa kontrolliert, ob die neuen Zellen von Johannes zu 100 Prozent vom Fremdspender kommen. Denn von seinen eigenen kranken Zellen soll nichts übrig bleiben. „Das sind die anderen super Nachrichten“, so Johannes’ Vater. „Momentan gibt es in seinem Körper keine messbaren Krebszellen mehr.“ Sein Blut bestehe komplett aus den Zellen des Spenders. Von diesem weiß die Familie nichts – außer, dass es ein 45-jähriger Mann ist.

Bis 300 Tage nach der Transplantation könne es noch Nebenwirkungen geben, so Johannes’ Vater. Doch je mehr Zeit vergehe, desto geringer sei das Risiko. „Bisher geht niemand davon aus, dass bei Johannes Nebenwirkungen auftreten könnten.“ Und was macht Johannes jetzt? „Der läuft den ganzen Tag durch Haus und Garten“, erzählt sein Vater. Für die Eltern ist dieser Anblick besonders schön. Denn aufgrund der Leukämie lösten sich Johannes’ Knochen auf. Er konnte plötzlich nicht mehr sitzen oder laufen, obwohl er davor beides konnte. „Er läuft jetzt besser als je zuvor und muss sich nirgends mehr festhalten“, erzählt sein Vater.

Trotzdem ist für den Kleinen und seine Familie noch nicht alles beim Alten. Beim Spielen müssen seine Eltern besonders aufpassen, dass er nicht hinfällt, da seine Knochen noch empfindlicher sind als die anderer Kinder. Weil sein Immunsystem noch geschwächt ist, muss seine Familie besonders auf Sauberkeit und Hygiene achten. „Johannes würde so gerne im Sand spielen oder die Blumen gießen, aber das geht nicht“, sagt sein Vater. Denn im Sand und im Regenwasser könnten Keime sein, die ihm schaden.

Außerdem muss Johannes einige Medikamente nehmen – 14 bis 19 am Tag. Die Medizin unterstützt zum Beispiel sein Immunsystem oder schützt ihn vor Pilzen und Viren. „Da ist Johannes ganz tapfer, wir müssen gar nicht kämpfen, dass er die Medikamente nimmt“, so sein Vater. Um es dem Kleinen leichter zu machen, haben sich seine Eltern Namen ausgedacht. Es gibt zum Beispiel rosafarbene Schweinchentabletten und Bananensaft.

Bis 200 Tage nach der Transplantation müssen Johannes und sein Vater zweimal in der Woche nach Tübingen fahren für eine Kontrolluntersuchung. Da wird ihm Blut abgenommen und geschaut, dass seine Medikamente richtig eingestellt sind. Wegen der Coronakrise gibt es in der Klinik derzeit strenge Regeln. „Am Anfang wollte Johannes unter keinen Umständen einen Mundschutz tragen“, berichtet sein Vater. Doch der ist Pflicht, denn auf der Station liegen viele Kinder, die auf ihre Transplantation warten und deren Immunsystem quasi nicht vorhanden ist.

Doch seine Eltern haben sich auch dafür etwas einfallen lassen: Er hat einen Baumwollmundschutz bekommen, auf den ein Helikopter aufgenäht ist. „Die trägt er jetzt mit Stolz“, sagt Johannes’ Vater. Denn Hubschrauber liebt der Zweijährige derzeit über alles.

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