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Neckarweihingen

Die Ampeln sollen es richten

Nach den jüngsten Beschwerden über die Verkehrsprobleme nimmt die Stadtverwaltung Stellung

Neckarweihingen. Die Bauphase in der Marbacher Straße und an der Neckarbrücke hat bei vielen Verkehrsteilnehmern die Nerven strapaziert. Obwohl die Bauarbeiten in den letzten Zügen sind, scheinen die Verkehrsprobleme nicht weniger zu werden. Jedenfalls war die Situation in der vergangenen Woche so gravierend, dass im Rathaus sowie in der Redaktion unserer Zeitung wieder viele Beschwerden eingegangen sind. Einer der Kläger war der Neckarweihinger Pfarrer Olaf Digel (wir berichteten).

Die Stadtverwaltung hat die Beschwerden Ernst genommen, wie Baubürgermeister Michael Ilk im Gespräch mit unserer Zeitung jetzt versichert hat. Tatsächlich ist auch aus Sicht der Stadtverwaltung die Verkehrssituation in der vergangenen Woche als gravierend wahrgenommen worden. Forderungen wie die von Olaf Digel nach dem Rückbau des Radwegs in der Marbacher Straße stoßen jedoch im Rathaus auf taube Ohren.

„Die Situation hat nichts mit dem Radweg zu tun“, ist sich der Baubürgermeister sicher. Der Bahnstreik habe zum Wochenbeginn vermutlich zu einer vermehrten Verkehrsbelastung beigetragen, so Ilk. Hauptstörfaktor war aus seiner Sicht allerdings die Baustellenampel jenseits der Brücke. „Diese Ampeln lassen sich nicht wie die übrigen Ampeln koordinieren, das führt zu Staus“, erklärt er. Bei der Digitalisierung der Ampeln, die in der Stadt aktuell vorangetrieben wird, wünscht er sich, dass künftig auch die Baustellenampeln besser gesteuert werden können. So sollen künftig Extremsituationen vermieden werden können.

Nach dem Abschied der Baustellenampeln hofft Ilk, dass sich die Verkehrssituation in Neckarweihingen und an der Landesstraße durch geschickte Ampelsteuerung verbessern lässt. Die Ampel beim Edeka solle so gesteuert werden, dass es möglichst unattraktiv wird, bei Stau auf der Landesstraße durch den Ort abzukürzen. „Das ist nämlich keine gute Idee.“ Auch an der Kreuzung vor der Brücke – am „sogenannten Südknoten“ wie Ilk sagt – könne noch nachgeregelt werden. „Wir werden die Kreuzung im Blick behalten, damit es gut koordiniert läuft“, so das Versprechen aus dem Rathaus.

Einen großflächigen Anliegerbereich im Wohngebiet Au einzuführen, wie es beispielsweise Olaf Digel in seinem Brief angeregt hat, hält Ilk jedoch nicht für machbar. Das sei höchstens für einzelne Straßen denkbar und auch dann kein Allheilmittel. Denn ein Anliegerbereich bringe immer die Frage nach der Kontrolle mit sich.

Gute Nachricht für Busfahrer: Die Busschleuse funktioniert, die Linienbusse aus Neckarweihingen dürfen direkt geradeaus auf die Brücke fahren und müssen nicht wie die Autos eine Schleife nehmen.

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