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Lichterzauber

Die Emichsburg tanzt im Lichtermeer

Die Emichsburg brennt – so heißt es traditionell beim Feuerwerk des Lichterzaubers im Blühenden Barock. In diesem Jahr schien das prägnante Gebäude mit dem Turm jedoch zu angesagter Tanzmusik mit funkigem Einschlag zu tanzen.

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Ein perfekt inszeniertes Spektakel: Lichter in unterschiedlichen Farben und das Feuerwerk tauchen die Emichsburg in ein magisches Ambiente. Fotos: Oliver Bürkle
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Mit seiner Gitarre führt Ferdinand wieder den großen Laternenumzug an.
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Ein perfekt inszeniertes Spektakel: Lichter in unterschiedlichen Farben und das Feuerwerk tauchen die Emichsburg in ein magisches Ambiente. Fotos: Oliver Bürkle
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Ein perfekt inszeniertes Spektakel: Lichter in unterschiedlichen Farben und das Feuerwerk tauchen die Emichsburg in ein magisches Ambiente. Fotos: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Disconebel waberte um die Emichsburg, die abwechselnd in Rot, Violett und Grün getaucht wurde. Etwa 11 500 Menschen waren am Samstag ins Blühende Barock gekommen, um sich dieses Licht- und Musikspektakel nicht entgehen zu lassen.

In anderen Regionen Deutschlands sind Feuerwerke wegen der Trockenheit und der damit verbundenen Brandgefahr in diesem Jahr abgesagt worden. Nicht aber in Ludwigsburg: „Wir haben das Efeu an der Emichsburg tagelang gewässert“, sagte Volker Kugel, Geschäftsführer des Blühenden Barock. Nach der Lagebesprechung mit dem stellvertretenden Feuerwehrkommandanten Hans-Peter Peifer am Samstagmorgen, war ein zweites Löschfahrzeug bereitgestellt und das Personal aufgestockt worden. Sicher ist sicher. Außerdem wurden in dem Bereich, in dem die Essens- und Getränkestände aufgebaut waren, zusätzliche Handlöschgeräte verteilt. „Mehr geht nicht“, zeigte sich Kugel überzeugt. Von den zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen bekamen die meisten Besucher jedoch nichts mit.

Viele Besucher trudelten erst gegen Abend ein, nachmittags hatte das Lichterfest dagegen vor allem Familien mit Kindern angezogen: Sie lauschten dem Märchenerzähler Hermann Büttner, ließen sich vom Clowntheater Kakerlakaki mitreißen oder nahmen das Angebot wahr, sich eine eigene Laterne zu basteln. Oder sie schauten den Miniaturbooten zu, die die Mitglieder des Schiffsmodellclubs Ludwigsburg auf dem See im Südgarten zu Wasser ließen und die dort neben sprudelnden Wasserfontänen ihre Runden zogen.

Zahlreiche Lichterfest-Fans hatten Klappstühle, Decken und Picknickkörbe mitgebracht, um es sich auf den angesichts der Trockenheit erstaunlich grünen Rasenflächen gemütlich zu machen. Besonders begehrt waren die Plätze unterhalb der Emichsburg, von denen sich ein besonders guter Ausblick auf das Feuerwerk bot.

Am Schüsselesee und im Unteren Obstgarten waren Bühnen aufgebaut worden. Hier gaben sich sechs Bands, die schon beim Straßenmusikerfestival dabei gewesen sind, die musikalische Klinke in die Hand. Mittanzen und -wippen war angesagt. Die Sieger des Wettbewerbs, die Musiker von Cobario, sorgten nach dem Ende des Feuerwerks für den Ausklang. Am Oberen Obstgarten, wo die zweite Bühne aufgebaut worden war, ging es deutlich entspannter zu. Für fast schon magische Momente bei großen und kleinen Kindern sorgten dort die Fahrten auf dem historischen Karussell nach Einbruch der Dunkelheit. Apropos: Entlang der Wege im Blüba waren insgesamt 30000 echte Lichter in bunten Bechern entzündet worden. Eine besonders tolle Wirkung entfalteten die Lichtpyramiden auf dem Weg zum Oberen Obstgarten: Sie wurden auf unzähligen Fotos festgehalten. Zu erkennen waren auch schon die Vorboten der Kürbisausstellung. Allerdings sahen die großen Figuren, die bald mit Kürbissen behängt werden sollen, noch etwas nackt aus.

Kaum war die Sonne untergegangen, wurde der Platz vor dem Schloss im Südgarten zum Treffpunkt für Familien mit Kindern – ob an der Hand der Eltern, im Kinderwagen oder huckepack auf den Schultern. Ferdinand und Clown Beppo führten den Laternenumzug an. „Hallo, habt Ihr Eure Laternen schon entzündet?“, begrüßte Beppo die Kinder, bevor Ferdinand zur Gitarre griff. „Ich geh‘ mit meiner Laterne...“, ertönte es unzählige Male, bevor sich der Tross aus Kindern und Erwachsenen in Richtung Emichsburg in Bewegung setzte.

Dort begann um exakt 21.33 Uhr das perfekt inszenierte Feuerwerk. Die Schlossgärten verwandelten sich bei mitreißender Tanzmusik von Justin Timberlake, Michael Jackson, Whitney Houston oder Rihanna zur größten Open-Air-Disco der Region. Passend dazu zauberten die Pyrotechniker von Flash-Art faszinierende Bilder in den Himmel. Sie ließen Licht und Feuer sprechen und Funken sprühen. Da schien selbst die trutzige Emichsburg zur Discokönigin zu werden.