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Zebrastreifen

Die Fußgänger rücken in den Fokus

Um Fußgängern das Leben zu erleichtern und zu sichern, hat das Land den Spielraum für den Einsatz von Zebrastreifen vergrößert, was auch in Ludwigsburg Wünsche weckt. Jetzt hat die Stadt die Prüfung von rund 25 Vorschlägen abgeschlossen – nur vier haben derzeit grünes Licht.

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Fußgängerüberweg ist der Begriff, den Matthias Knobloch diesem Thema gerne überschreiben würde. Denn der Zebrastreifen ist ja nur eine Möglichkeit, Menschen sicher über die Straße zu geleiten. Zwar hat die Stadt keine Extraförderung ergattern können, doch mit dem Vorstoß des Landes, Zebrastreifen einfacher zuzulassen, wurden viele Wünsche wach. Zwar sind es meist Forderungen nach Zebrastreifen, die bei Knobloch eintrudeln, doch bei der Suche nach der geeigneten Lösung bedienen sich die Planer gerne aus dem ganzen Baukasten, der ihnen zur Verfügung steht.

Mit verengten Straßen und sogenannten Gehwegnasen, Zebrastreifen, Ampeln oder klassischen Unterführungen und Brücken stehen viele Möglichkeiten offen, die trotz der rigiden Vorgaben über Straßenbreite, Tempo, Licht oder Maße doch einen Quantensprung darstellen, wie der Fachbereichsleiter Mobilität sagt: „Die Anliegen der Fußgänger werden höher gewichtet.“ Ein weiterer Baustein: Mit dem Fachbereich Mobilität, der mehrere Bereiche verknüpft, könne man direkter und schneller agieren, sagt Knobloch, der einen „gewissen Bearbeitungsstau“ zugibt.

Jetzt aber seien die rund 25 Fußgängerüberwege, die entweder von der Stadt aus geprüft oder beantragt wurden, begutachtet worden. „In intensivem Dialog“, ergänzt der Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, Heinz Mayer. „Die Anordnung eines Fußgängerüberwegs ist immer eine Einzelfallentscheidung, die viele Bereiche betrifft.“ Ob Fahrbahnbreite (maximal 6,50 Meter), Barrierefreiheit und beidseitiger Gehweg als Muss, der Blick auf Verkehrs- und Fußgängerzahlen, Sichtbeziehungen oder Abstände und das alles im Zusammenhang mit den geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen – das ist trotz Lockerungen ein kompliziertes Gebilde. Knobloch: „Viele denken: ‚Warum nehmen die nicht einfach ein Töpfchen Farbe und malen Striche auf die Straße?‘ Aber so einfach ist es nicht.“

Der Blick aufs Ganze wird der Stadt mit der Fachrunde Verkehr leichter gemacht. Da sind auch die zuständigen Praktiker oder die Polizei versammelt und arbeiten Hand in Hand, wie die nun fertige Liste der geprüften Querungen beweist – eingeteilt in Ampelfarben. Rot sind abgelehnte Überwege, gelb solche, die beispielsweise weiterer Prüfung bedürfen wie im Brahmsweg, wo derzeit eine Baustelle eine detaillierte Planung verhindert. Auf Grün stehen vier Überwege (siehe unten), die sofort verwirklicht werden könnten. Theoretisch, so Bürgermeister Michael Ilk: „Wir haben dafür kein eigenes Budget.“ Das Geld – für die vier priorisierten Projekte sind es geschätzt 25000 Euro – müsse dem Topf für Unterhaltungsmaßnahmen entnommen werden. Und dass es da genügend Bedarf in vielen Ecken der Stadt gibt, ist ein offenes Geheimnis.

Genauso viel Bedarf sieht Ilk aber auch in den Anliegen der Bürger, die nach sicheren Querungen verlangen. Auch in jedem Stadtteil gebe es Bedarf. Da geht es um die Katharinenstraße oder die Eduard-Spranger-Straße in Eglosheim, die Immanuel-Dornfeld-Straße in Neckarweihingen, die Steinheimer Straße in Poppenweiler oder die Neckarstraße, wo jedoch mit Tempo 30 und einer Mittelinsel am Friedhof genügend Sicherheit herrsche. „Früher kam man nicht groß dazu und hat abgewiegelt, jetzt beschäftigen wir uns intensiv damit.“ Es gebe auch Handlungsspielraum in „Grauzonen“, wie er es nennt, aber es bleibe dabei: „Wir arbeiten in jedem Fall eine umfangreiche Checkliste ab.“

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