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Konzertreise
Die Ludwigsburger Brenz Band grüßt aus Ecuador

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Die Brenz Band aus Ludwigsburg ist wieder einmal auf einer ihrer legendären Konzertreisen. Anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens tourt die inte-grative Band in dieser Woche durch Ecuador. Mit dabei ist eine Ludwigsburger Delegation.

Ludwigsburg. Ankunft auf 2860 Metern über dem Meeresspiegel. Endlich in Quito, Hauptstadt Ecuadors und erste Etappe der Reise. Viertel vor 9 Uhr fährt der Bus vor dem Hotel der Brenz Band vor. Die Höhensonne brennt auf der Haut. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 wird verteilt. Der Tag beginnt mit einer Bustour durch die Stadt. Schon am Nachmittag wird die Brenz Band ihr erstes Konzert spielen. Der Bus fährt vorbei an dem Casa de la Cultura Ecuatoriana, Sitz des wichtigsten Theaters der Stadt und der erste Spielort der Brenz Band in Südamerika. Zwischen Kirchenbesichtigung und Kakao geht die Delegation auf Entdeckungstour. Den Vertretern aus Ludwigsburg geht es um den internationalen Austausch und um eine mögliche Klimapartnerschaft zwischen der ecuadorianischen Stadt Ambato und Ludwigsburg.

Viel Zeit bleibt nicht, denn schon ab 15 Uhr beginnen die Proben. Der ecuadorianische Honorarkonsul und Ludwigsburger Siegfried Rapp hat seine Mühe, die Gruppe im Zeitplan zu halten, die neugierig durch die Stadt schlendert. Es ist eine beeindruckende Kulisse: Quito scheint am Puls der Vulkane zu leben. 14 Vulkane umgeben die Stadt. Der über 4000 Meter hohe Pichincha, der Hausberg von Quito, war zuletzt 1999 aktiv. „Wir leben mit dem Vulkan und müssen eine gute Beziehung zu ihm haben“, erklärt die Reiseführerin. Überall ist sattes Grün zu sehen. Die Pflanzen stehen in voller Pracht. Ecuador habe zwei Jahreszeiten: Trocken und nass, scherzt die Reiseführerin. Leicht verspätet kommt die Delegation im Casa de la Cultura Ecuatoriana an. Das ecuadorianische integrative Orchester Sinamune hat bereits mit dem Aufbau der Instrumente im Foyer begonnen. Es ist der erste von mehreren gemeinsamen Auftritten. Bis zum Beginn herrscht geschäftiges Treiben. Instrumente werden gestimmt. Die Band spielt sich ein. Dann öffnet das Casa de la Cultura seine Tore. Trotz des einsetzenden Regens, der lautstark auf das Dach des Konzerthauses prasselt, sind die Stühle schnell besetzt. Den Anfang macht die Musikgruppe Sinamune. Die Musiker sind elegant in Violett und Weiß gekleidet. Ihr Gründer Edgar Palacios ist mit 80 Jahren noch selbst an der Trompete dabei. Sinamune führt durch die Vielfalt lateinamerikanischer Musik, immer begleitet durch die Tänzer der Gruppe. Derweil machen sich die Mitglieder der Brenz Band zum Auftritt bereit. Unter Dudelsackklängen betreten sie die Bühne. Jetzt sind sie dort angekommen, wo sie nach der langen Reise hingehören. Mit ihrem unverwechselbaren Stil ernten sie vor dem ecuadorianischen Publikum Applaus.

In einer kurzen Pause berichtet der Gründer der Brenz Band, Horst Tögel, von den Anfängen der Gruppe. Er erzählt von der Schwierigkeit der Schule für Bildungsschwache in der Brenz-Straße, von den Nachbarn akzeptiert zu werden und von der Idee, sie mit Musik für sich und die Kinder zu gewinnen. Dann die große Überraschung. „Ich habe über die Jahre viele Bands mitbegründet“, sagt Tögel. „Aber keine ist so gut wie Sinamune.“ Daher habe er einen Brief an die Unesco geschrieben, in dem er vorschlägt, dass auch Sinamune wie die Brenz Band als Künstler für den Frieden ausgezeichnet werde. „Ich bin sicher, dass es klappt“, betont er und erhält dafür von den Anwesenden Jubel und Applaus.

Schließlich stehen die Ludwigsburger Musiker nach zwei gemeinsamen Stücken allein auf der Bühne und spielen „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“. Nachdem auf der Bühne getanzt wurde und Edgar Palacios auf seiner Trompete mitklatschte, kommt das Konzert zum Ende.

Für die Ludwigsburger Delegation geht es etwas müde, aber hoch zufrieden zurück in das Hotel. Denn gleich am nächsten Morgen geht die Reise weiter auf der legendären Panamericana in die Stadt Ambato.